Technische Universität Berlin
Fachgebiet Umweltprüfungen
Str. des 17. Juni 145
10623 Berlin
Strategische Planungen auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene (z.B. zu Energie, Verkehr und Ernährung) gewinnen im Zuge aktueller Transformationsprozesse stark an Bedeutung und haben weitreichende Umweltwirkungen. Gleichzeitig wurde durch gesetzliche Änderungen (u. a. RED III, Raumordnungsgesetz 2023) die Strategische Umweltprüfung (SUP) als zentrales Instrument der Umweltvorsorge deutlich aufgewertet, da Umweltprüfungen zunehmend von der Projektebene auf die strategische Ebene verlagert werden. Obwohl Umweltverbände eine zentrale Rolle bei der Wahrnehmung öffentlicher Umweltinteressen einnehmen, bestehen insbesondere auf strategischen Planungsebenen Defizite hinsichtlich Wissen, Kapazitäten und systematischer Beteiligung an SUP-Verfahren. Ziel des Vorhabens ist es daher, die Kompetenzen und Handlungsfähigkeit von Umweltverbänden im Umgang mit strategischen Planungen und der Strategischen Umweltprüfung gezielt zu stärken. Durch den Aufbau von Wissen, Fähigkeiten und die Stärkung von Netzwerken sollen Umweltverbände dabei unterstützt werden, Umweltbelange frühzeitig, fundiert und konstruktiv in strategische Entscheidungsprozesse einzubringen. Damit wird ein Beitrag zur Verbesserung der Umweltqualität von Planungen, zur Stärkung demokratischer Beteiligung sowie zur langfristigen Umweltentlastung in zentralen Transformationsfeldern geleistet.
ProjektwebsiteIm ersten Schritt des Projektes werden kürzlich abgeschlossene und laufende Strategische Umweltprüfungen und Planungsprozesse hinsichtlich der Beteiligung von Umweltverbänden analysiert, ergänzt durch qualitative Interviews, um die spezifischen Bedarfe und Erfahrungen der Umweltverbände systematisch zu erfassen. Aufbauend darauf werden Konzepte für Weiterbildungsmaßnahmen, Informationsmaterialien und Netzwerkprozesse entwickelt, die Methoden wie Co-Design, Workshops, und Peer-Learning einbeziehen, um praxisnahe und partizipative Formate zu schaffen. In der Umsetzungsphase werden die entwickelten Schulungs- und Informationsangebote praktisch erprobt, evaluiert und durch begleitende Ad-hoc-Beratungen in laufenden SUP-Verfahren ergänzt. Der zeitliche Ablauf ist so gestaltet, dass Analyse- und Konzeptionsphasen die Grundlage für eine zielgerichtete Umsetzung bilden und Evaluationsergebnisse unmittelbar in die Weiterentwicklung einfließen. Das Projekt geht über den bisherigen Stand der Praxis hinaus, indem erstmals zielgruppenspezifische, kooperativ entwickelte Kapazitätsbildungsangebote zur SUP für Umweltverbände geschaffen werden.