Projekt 40288/01

Energiewende in Ostdeutschland: Verständnis für umwelt- und klimafreundlichere Formen der Energieerzeugung

Projektdurchführung

F3_kollektiv e. V.
Neuerburgstr. 4
51103 Köln

Zielsetzung

Die Klimakrise und die damit einhergehenden Folgen fordern Transformationsprozesse in der Energieerzeugung. Zudem ist die Umsetzung der Energiewende für die langfristige Umweltentlastung von enormer Bedeutung. Schon heute zeigt der Kohleausstieg, welche Umweltfolgen der Abbau von fossilen Energieträger für viele Regionen hat. Die Umstellung auf umweltfreundlichere sowie klimaneutrale Erzeugungsmöglichkeiten ist jedoch stark von der Akzeptanz dieser Technologien abhängig.

Insbesondere die ostdeutschen Kohleregionen sind von diesen Veränderungen betroffen. Dabei wird der Umbau des deutschen Energiesystems auf Zukunftstechnologien von vielen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft als Chance für strukturschwache Regionen, gerade in Sachsen und Brandenburg, gesehen. Schon heute findet sich ein Großteil der deutschen Solarindustrie, E-Auto Fabriken und (geplante) Mikrochipfabriken (Grundlage für Speichertechnologien) in den neuen Bundesländern. Mit den Strukturwandelgeldern zum Kohleausstieg könnten weitere neue Industriezweige hinzukommen.

Die gesellschaftliche Lage vor Ort ist jedoch komplex und wird durch negative Erfahrungen im Zuge der Wiedervereinigung, neuen Bergbauprojekten sowie rechtsextremen Strömungen beeinflusst. Positionen, die die Energiewende ablehnen oder sogar den Klimawandel leugnen, werden verbreitet. Eine weitere Problematik ergibt sich aus der Frage, woher die Rohstoffe für die neuen Technologien bezogen werden sollen. In dem Zuge treten Forderungen nach dem Abbau heimischer Rohstoffe, wie Lithium im sächsischen Zinnwald, auf und führen vor Ort zu Widerstand. Diese Forderungen werden jedoch immer relevanter, da sich Gemeinden aus dem Globalen Süden, aber auch aus Serbien, gegen den mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden assoziierten Abbau in ihren Ländern wehren.

Mit dem Bildungsprojekt verfolgt das F3_kollektiv das Ziel, die Komplexität der Problemlage zugänglich machen. Dabei sollen vereinfachende Lösungsvorschläge kritisch hinterfragt werden, um eine differenzierte Meinungsbildung zu ermöglichen. Ein möglicher politischer Backlash auf fossile Energien stellt eine Gefahr für Umwelt und Klima dar. Somit braucht es Bildungsarbeit, die Akzeptanz für die Energiewende fördert und den gesellschaftlichen Wandel in seiner Ambiguität vermittelt.

Arbeitsschritte

Das Projekt setzt sich aus zwei Maßnahmen zusammen:

Maßnahme 1 richtet sich mit zwei Modulen in einfacher Sprache an gering literalisierte Erwachsene in Sachsen und Brandenburg. Ein Modul setzt sich aus einem Workshop und einem Ausflug zusammen. Die Module werden wiederholt angeboten, insgesamt finden also 4 Workshops und 4 Ausflügen statt.

Die Themen der Module lauten:
1. Klimakrise und Strom
2. Umweltfolgen des Lithiumabbaus und Zukunftstechnologie
In der politischen Grundbildung geht es darum komplexe Inhalte methodisch und sprachlich so aufzuarbeiten, dass sie für die Zielgruppe verständlich werden. Dabei werden Themen nicht unscharf reduziert. Vielmehr findet eine Fokussierung auf wesentliche Informationen statt, die schrittweise und einfach erklärt werden (es wird kein Vorwissen vorausgesetzt). Dabei wird mit klaren Beispielen und Visualisierungen gearbeitet. Zum Beispiel könnte zunächst haptisch erkundet werden, in welchen Alltagsgegenständen Lithium-Batterien sind und einfach erklärt werden, was Lithium ist. Dann wird an einem Beispiel erarbeitet, was genau Umweltfolgen sind. Dann könnten zwei Perspektiven vermittelt werden, zu denen dann ein Meinungsaustausch moderiert wird etc. In der Vergangenheit haben wir diese Bildungsmaterialien und Methoden für die Grundbildung konzipiert und veröffentlicht.

Maßnahme 2:
Ausgehend von den positiven Erfahrungen, die das F3_kollektiv mit Online-Veranstaltungen in vergangenen Projekten machte, wird das Format in ähnlicher Form im neuen Projekt fortgeführt. Referent*innen aus dem Globalen Süden setzen in den mehrsprachigen Veranstaltungen Impulse und das F3_kollektiv ermöglicht den direkten Austausch zwischen den Referent*innen und den Teilnehmer*innen. Die Referent*innen berichten dabei nicht zwangsläufig nur aus ihren Herkunftsregionen, sondern zeigen vor allem neue Perspektiven auf. Sowohl für unsere didaktische Gestaltung des Online-Raums, als auch die Simultan-Übersetzung gab es in der Vergangenheit sehr positives Feedback.

Übersicht

Fördersumme

8.480,00 €

Förderzeitraum

01.02.2026 - 31.12.2026

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Schlagwörter

Klimaschutz
Ressourcenschonung
Umweltforschung
Umweltkommunikation
Umwelttechnik