Projekt 39707/01

Ausbau und regionale Verankerung des Energiesparmeister-Wettbewerbs (ESM)

Projektdurchführung

co2online gemeinnützige Beratungsgesellschaft mbH
Hochkirchstr. 9
10829 Berlin

Zielsetzung

Ziel des Projekts ist es, Schulen als zentrale Akteure im Klimaschutz zu stärken. Schulen bieten einen zentralen Ausgangspunkt, um die nachwachsenden Generationen dabei zu begleiten, Klimaschutz nachhaltig in ihr Leben zu integrieren. Trotz der breiten Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen in der Bevölkerung gibt es mit Blick auf Klimaschutzmaßnahmen noch eine Kluft zwischen Wissen und Handeln, die es zu schließen gilt. Dabei stehen insbesondere Schulen vor zusätzlichen Herausforderungen wie strukturellen Hürden, mangelnden Ressourcen und Unsicherheiten bei der Umsetzung, die es zu überwinden gilt. Der Fokus liegt dabei auf wirksamen Maßnahmen. Diese werden seit 16 Jahren im Rahmen des Energiesparmeister-Wettbewerbs identifiziert und prämiert. Diese Erfolge sollen nun vermittelt und in die Breite getragen werden, indem wir lokale Infrastrukturen nutzen und Best-Practice-Beispiele sichtbar machen und zum Nachmachen motivieren.

Arbeitsschritte

Zunächst wurden Ausgangslage und Bedarfe der Zielgruppen erhoben: durch Befragungen von Preisträgerschulen des Energiesparmeister-Wettbewerbs, qualitative Gespräche mit Lehrkräften und Schüler*innen sowie die Identifikation geeigneter Schwerpunktregionen, Leuchtturmschulen und Kooperationspartner. Darauf aufbauend wurden die Projektmarke „KlimaHub", eine Kommunikationsstrategie, die Veranstaltungsformate und digitalen Begleitangebote konzipiert und Partner angesprochen.
Anschließend wurden regionale und bundesweite Vor-Ort-Vernetzungsformate mit Best-Practice-Vorstellungen, Partnerbörsen und moderierten Austauschformaten durchgeführt, etwa nach den Methoden World Café oder Dragon Dreaming, um aus gemeinsamen Visionen konkrete Planungsschritte für schulische Klimaschutzprojekte abzuleiten.
Ergänzend wurden zwei dreiteilige Online-Veranstaltungsreihen mit externen Fachreferent*innen zu "Klimaschutz an Schulen" und "Green Jobs" umgesetzt, die kurze fachliche Impulse mit Austauschmöglichkeiten verbanden und so auch Schulen ohne Möglichkeit zur Präsenzteilnahme erreichten.
Ergänzend wurde eine digitale Begleitstruktur aus Projektwebsite und Online-Community aufgebaut, über die Veranstaltungsaufzeichnungen, nach Klassenstufen differenzierte Unterrichtsmaterialien, Checklisten, Projektideen und Best-Practice-Beiträge dauerhaft zugänglich gemacht wurden und terminliche sowie räumliche Zugangshürden überbrückt wurden.
Die Arbeitsbereiche Konzeption, Vernetzung und digitale Wissensvermittlung wurden nicht isoliert, sondern als sich gegenseitig verstärkendes Gesamtkonzept umgesetzt. Rückmeldungen aus Veranstaltungen und Interviews flossen fortlaufend in die Weiterentwicklung von Methodik, Themen und Organisation ein, sodass sich das Vorhaben als lernender Ansatz kontinuierlich weiterentwickelte.
Der Mehrwert gegenüber dem bisherigen Stand der Praxis liegt darin, die langjährigen Erfahrungen und Best-Practice-Beispiele des Energiesparmeister-Wettbewerbs erstmals systematisch durch regionale Vernetzung, strukturierte Methodik und dauerhaft verfügbare digitale Materialien zu ergänzen und so den Übergang von Wissen zu Handeln an Schulen zu erleichtern und zu einer nachhaltigen Umweltentlastung beizutragen.

Ergebnisse

Die im Antrag formulierten Ziele wurden überwiegend erreicht. Der KlimaHub hat Schulen als aktive Klimaschutzakteure gestärkt und die langjährigen Erfahrungen des Energiesparmeister-Wettbewerbs über regionale Vor-Ort-Veranstaltungen, zwei Online-Veranstaltungsreihen und eine digitale Community erfolgreich in die Breite getragen. Es fanden drei regionale Vernetzungstreffen sowie eine bundesweite Netzwerkveranstaltung anlässlich der Preisverleihung statt; die Community wuchs auf über 40 Mitglieder und etablierte sich als Mediathek für Aufzeichnungen, differenzierte Unterrichtsmaterialien, Checklisten und Best-Practice-Beiträge.

Im Vergleich zum ursprünglichen Antrag zeigten sich einzelne, transparent begründete Anpassungen: Statt sechs regionaler Einzeltreffen wurden drei reguläre Treffen sowie eine zusätzliche, größere bundesweite Veranstaltung realisiert; ein weiteres Treffen entfiel mangels Nachfrage. Die Community wurde von einem ursprünglich vorgesehenen Austauschraum mit investiver Umsetzungsbegleitung zu einer praxisorientierten Wissensplattform weiterentwickelt, da sich diese Funktion in der Nutzung als deutlich wirksamer erwies. Qualitative Interviews, direktes Feedback und eine strukturierte Befragung bestätigten eine hohe Zufriedenheit: Der persönliche, ehrliche Austausch zwischen Schulen wurde als zentraler Mehrwert benannt, kurze praxisnahe Formate entsprachen dem geäußerten Bedarf der Zielgruppe.

Die Umweltwirkung des Vorhabens ist mittelbar und langfristig angelegt und lässt sich nicht unmittelbar quantifizieren, da das Projekt primär auf Wissenstransfer, Motivation und Vernetzung zielte statt auf konkrete bauliche oder technische Maßnahmen. Nachweisbar sind Beiträge zu Handlungssicherheit, Planungskompetenz und der Anstoßung schulischer Klimaschutzideen, deren tatsächliche Umsetzung jedoch von schulischen Entscheidungsstrukturen und Ressourcen vor Ort abhängt. Über die vermittelten Inhalte, Methoden und Kontakte hinaus gehen die Angebote deutlich über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus, da Klimaschutzengagement an Schulen freiwillig erfolgt. Der KlimaHub schafft damit strukturelle Voraussetzungen für eine nachhaltige Umweltentlastung, ohne diese selbst unmittelbar herbeizuführen.

Öffentlichkeitsarbeit

Hauptzielgruppe des Vorhabens waren Schulen, insbesondere Lehrkräfte und Schüler*innen der Energiesparmeister-Preisträgerschulen sowie weitere interessierte Schulen. Diese wurden vor allem über die Präsenz-Veranstaltungen und Online-Reihen erreicht, in denen Projektinhalte unmittelbar vermittelt, erfolgreiche Schulprojekte sichtbar gemacht und Erfahrungen im Peer-to-Peer-Austausch weitergegeben wurden.
Ergänzend wurden die Ergebnisse über die Projektwebsite auf Energiesparmeister.de sowie die digitale Community auf VierWende verbreitet, wo Veranstaltungsaufzeichnungen, Unterrichtsmaterialien, eine Checkliste, Projektideen und Best-Practice-Beiträge dauerhaft bereitgestellt wurden. Hinzu kamen Social Media zur Sichtbarkeit sowie Direktansprache und Multiplikator*innen wie Fachorganisationen und Kommunen. Über Partnerbörsen wurden zudem Unternehmen, Vereine, NGOs etc. eingebunden.
Über die Laufzeit hinaus soll geprüft werden, welche Materialien und Formate im Energiesparmeister-Wettbewerb fortgeführt werden. Community und Newsletter sollen zunächst frei zugänglich bleiben; der Umfang der weiteren Pflege hängt von den Ressourcen ab.

Fazit

Der KlimaHub hat die Grundidee, Schulen über regionale Vernetzung, digitale Begleitung und die Sichtbarmachung von Best-Practice-Beispielen im Klimaschutz zu stärken, erfolgreich umgesetzt und die eigene Konzeption datenbasiert weiterentwickelt. An die Stelle eines starr nach Antrag verfolgten Konzepts trat ein lernender Ansatz, der auf Rückmeldungen aus der Praxis reagierte: von der Anpassung der Veranstaltungsformate über die funktionale Neuausrichtung der Community bis zur Bündelung einzelner Termine zu größeren, wirkungsvolleren Veranstaltungen.
Die durchweg positiven Rückmeldungen aus Feedback, Befragungen und Interviews bestätigen, dass die Formate bei der Zielgruppe gut ankommen, auch wenn sich der Mehrwert nicht immer in belastbaren quantitativen Kennzahlen niederschlägt.
Für eine Fortführung erscheint es sinnvoll, Einzelveranstaltungen künftig stärker an ohnehin stattfindende Anlässe zu koppeln, um Teilnahmehürden zu senken, sowie auf wenige, gut vorbereitete Netzwerktreffen statt vieler unabhängiger Termine zu setzen. Digitale Formate sollten kurz, modular und praxisnah bleiben, die Community vorrangig als Mediathek dienen, während persönlicher Austausch in Live-Formaten stattfindet.
Bei der Ansprache von Schulen sollte persönliche Kommunikation gegenüber reiner Reichweitenkommunikation priorisiert werden.
Geprüft wird, welche erfolgreichen Elemente dauerhaft in bestehende Strukturen des Energiesparmeister-Wettbewerbs integriert werden können.

Übersicht

Fördersumme

119.855,00 €

Förderzeitraum

15.09.2024 - 15.09.2026

Bundesland

Berlin

Schlagwörter

Umweltkommunikation