Technische Universität Dresden
Fachrichtung Forstwissenschaften
Institut für Waldbau und Waldschutz
Professur für Waldbau
Pienner Str. 8
01737 Tharandt
Die verstärkt auftretenden Witterungsextreme im Klimawandel und die daraus resultierenden großflächigen Störungen sind eine enorme Belastung für die Wälder. Der plötzliche Verlust der Bestockung entkoppelt Nährstoff- und Wasserkreisläufe und beschleunigt infolge des ungehinderten Strahlungszutritts Ab- und Umbauprozesse organischer Substanzen im und auf dem Boden. Durch die Schwierigkeiten der Wiederbewaldung können die großflächigen Störungen neben ökonomischen Einbußen auch weitreichende negative ökologische Konsequenzen für das Ökosystem haben.
Vorwaldstrukturen von ökologisch wertvollen Pionierbaumarten, die sich infolge von Sukzession auf Störungsflächen einstellen können, sorgen für eine rasche Wiederbewaldung. Verschiedene Untersuchungen zur Samenausbreitung konnten jedoch eine Ausbreitungslimitierung der Samen auf 100 m aufzeigen, was eine ausbleibende Sukzession über Jahre in Zentren von Schadflächen >4 ha zur Folge hat. Ein weiteres Problem stellt für Pionierbaumarten auch die globale Erwärmung dar. Obwohl Pionierbaumarten besonders tolerant gegenüber ungünstigen Umweltbedingen und Freiflächenklimaten sind, zeigt sich, dass langanhaltende Trockenperioden im Frühjahr und Sommer die Keimung und Keimlingsentwicklungen deutlich mindern können.
Aus diesem Grund wird von der Forstpraxis Wissen zur Unterstützung der Naturverjüngung von Pionierbaumarten in Form von Ergänzungen mittels Pflanzung oder Saat nachgefragt. Ziel des Projektes ist es daher waldbauliche Maßnahmen zur Unterstützung der Etablierung eines Vorwaldes auf Störungsflächen unter den verschärften mikroklimatischen Bedingungen im Klimawandel abzuleiten.
Im Projekt werden:
• verschiedene Pflanz- und Saatvarianten mit den Baumarten Sandbirke, Salweide, Aspe und Kiefer getestet.
• die Verwendung von Pflanzen, die bewusst unter Trockenstress erzogen wurden, erprobt.
• Wintersaaten als Alternative zu herkömmlichen Frühjahrs- und Herbstsaaten geprüft.
• die Wirkung von verbleibendem Totholz auf den Saaterfolg erforscht.
• begleitende Kosten-Nutzen-Betrachtungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Verfahren für die Forstpraxis ökonomisch tragfähig sind.
Ein weiterer Aspekt des Projekts ist die enge Verzahnung mit der Praxis. Durch Umfragen werden die Bedürfnisse der Waldbesitzenden direkt in die Forschung integriert. Die Ergebnisse sollen schließlich über Workshops, wissenschaftliche Publikationen und einen Handlungsleitfaden verbreitet werden.