Projekt 39146/01

Kompetenzentwicklung für nachhaltige Landwirtschaft – Aufbau einer Zusatzqualifikation „Ökologischer Landbau“ für die landwirtschaftliche Berufsbildung in Polen

Projektdurchführung

Netzwerk Biodynamische Bildung gGmbH
Brachenreuthe 4
88662 Überlingen

Zielsetzung

Das Projekt „Kompetenzentwicklung für ökologische Landwirtschaft“ ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Netzwerk Biodynamische Bildung aus Deutschland und der Stanislaw Karlowski-Stiftung aus Polen. Zusammen mit zwei Berufsschulen aus dem Nord-Westen Polens, soll über drei Jahre ein Wahlpflichtfach zum Ökolandbau erarbeitet und implementiert werden, welches den Berufsanfängern den Horizont des Ökolandbaus eröffnen soll. Darüber hinaus kann es nach erfolgreichem Verlauf, für Bildungsträger in andere Regionen Grundlage sein.
Ziel des Projektes soll sein, dass angehende Landwirte im Zusammenhang ihrer Ausbildung dafür sensibilisiert werden, welche planetaren Belastungen die klassische Land- und Nahrungsmittelwirtschaft verursacht. Durch übermäßige Nährstoffeinträge in terrestrische und aquatische Ökosysteme kommt dabei dem Stickstoff- und Phosphorkreislauf in der Landwirtschaft die größte Bedeutung zu. So zählen z.B. die Nährstoffeinträge aus der polnischen Landwirtschaft zu den größten Verschmutzungsquellen der Ostsee. Ein weiterer negativer Effekt bestimmter landwirtschaftlicher Praktiken ist der sowohl in terrestrischen als auch in aquatischen Ökosystemen fortschreitende Biodiversitätsverlust.
Da die positiven Wirkungen des ökologischen Landbaus auf die Reduktion von Nährstoffeinträgen und den Schutz der Biodiversität seit Langem bekannt und vielfach beschrieben sind, spielt die Ökologisierung der Landwirtschaft in auf verschiedenen politischen Ebenen verabschiedeten Strategien zum Schutz von Natur, Umwelt und Klima eine wichtige Rolle.
Im Bereich ökologischer Landbau in Polen begrenzen sich die Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten bisher jedoch auf wenige und fast ausschließlich universitäre Angebote, so dass in diesem Bereich eine Lücke in der beruflichen Bildung besteht.
Die Qualifizierungsmaßnahme soll dazu beitragen, jungen Landwirtinnen und Landwirten Sach- und Transformationswissen im Bereich ökologischer Landbau zu vermitteln und das Ansehen von ökologischem Landbau unter ihnen zu erhöhen. Mit der Kommunikation der Projektergebnisse nach außen soll die Attraktivität des ökologischen Landbaus auch über die Teilnehmenden hinaus gesteigert werden.

Aufbau einer Zusatzqualifikation „Ökologischer Landbau“ für die landwirtschaftliche Berufsbildung in PolenProjekt-Präsentation der Stanisław Karłowski-Stiftung

Arbeitsschritte

Das Projekt „Kompetenzentwicklung für nachhaltige Landwirtschaft“, das in einer Zusammenarbeit zwischen dem Netzwerk biodynamische Bildung aus Deutschland und der Stanisław Karłowski-Stiftung aus Polen durchgeführt wird, ist auf drei Jahre angelegt.
Das erste Jahr der Projektlaufzeit war der Klärung von formalen und praktischen Aspekten der Projektdurchführung und der Vorbereitung des zweiten und dritten Projektjahres gewidmet. In Gesprächen und Treffen zwischen den teilnehmenden Berufsschulen und der Stanisław Karłowski-Stiftung wurden formale Aspekte wie z. B. die Ausarbeitung einer Kooperationsvereinbarung zwischen den Organisationen geklärt, aber auch praktische Aspekte wie das Finden von Terminen für die Durchführung der Qualifikationsmaßnahme, die für alle Beteiligten realisierbar waren. Des Weiteren wurde diskutiert, nach welchen Kriterien Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme an der Qualifikationsmaßnahme ausgewählt werden sollten, sowie welche methodischen und didaktischen Mittel am geeignetsten erschienen, um den teilnehmenden Jugendlichen die vorgesehen Inhalte zu vermitteln. Im Anschluss an das erste Vorbereitungsjahr haben im gegenwärtig laufen zweiten Jahr der Projektlaufzeit bereits zwei mehrtägige Module zu verschiedenen Themen des ökologischen Landbaus im landwirtschaftlichen Betrieb der Stanisław Karłowski-Stiftung stattgefunden. Dazu wurden die Jugendlichen im Seminarbetrieb der Stiftung untergebracht und verpflegt. Die Inhalte wurden in verschiedenen Formaten, mit einem Schwerpunkt auf praktischer Anschauung, von Mitarbeitenden, der mit der Stanisław Karłowski-Stiftung assoziierten Landwirtschafts-GmbH und der Projektleiterin Anna Szumełda vermittelt.
Die Zusammenarbeit zwischen den das Projekt umsetzenden Projektpartnern aus Deutschland und aus Polen findet v. a. in Form von regelmäßigen Rücksprachen in online-Meetings und teilweise auch bei persönlichen Treffen statt. Dabei werden sowohl formale Aspekte der Projektdurchführung als auch inhaltliche und methodische Aspekte der Durchführung der mehrtägigen Module besprochen. Die besondere Stärke des Projekts liegt in der Zusammenarbeit zwischen einem in der Lehre von ökologischem Landbau erfahrenen Partner aus Deutschland und einem Partner aus Polen, der von seinem ökologisch geführten Betrieb aus diese Inhalte an Berufsschülerinnen und -Schüler in Polen vermitteln kann, um die Präsenz von ökologischem Landbau und damit eine Umweltentlastung in Polen zu stärken.

Übersicht

Fördersumme

164.617,00 €

Förderzeitraum

01.04.2024 - 31.03.2027

Bundesland

Grenzüberschreitend

Schlagwörter

Grenzüberschreitend
Landnutzung
Naturschutz
Umweltkommunikation