Projekt 39119/01

Rising Stars

Projektdurchführung

Social-Bee gGmbH
Fundraising
St. Martin-Str. 106
81669 München

Zielsetzung

socialbee setzt sich für eine Welt ein, in der jeder Mensch die Chance hat, sein volles Potenzial zu entfalten. In den vergangenen 8 Jahren haben wir hinter jedem Lebenslauf das Potenzial gesehen und tausenden Menschen eine berufliche Perspektive geschenkt. socialbee ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für Chancengleichheit, kulturelle Vielfalt und interkulturelles Verständnis einsetzt. Wir bauen Brücken zwischen Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund und Unternehmen, schaffen Berührungspunkte und schließen Qualifikations-, Bildungs- und “Kulturlücken” auf beiden Seiten. So fördern wir Akzeptanz, interkulturelle Verständigung, wirken gesellschaftlicher Spaltung entgegen und stärken die Demokratie in Deutschland.

Die Energiewende und der Ausbau der Photovoltaik erhöhen den Bedarf an qualifizierten Fach- und Hilfskräften in der Solarbranche. Gleichzeitig stoßen geflüchtete und zugewanderte Menschen beim Arbeitsmarkteinstieg häufig auf strukturelle Hürden (z. B. Sprachbarrieren, fehlende Anerkennung, geringe Netzwerke, Unsicherheiten auf Arbeitgeberseite).
Ziel des Projekts „Rising Stars“ ist es, diese Zielgruppe gezielt für Tätigkeiten in der DC-Solarmontage zu qualifizieren und den Übergang in Arbeit oder Ausbildung zu unterstützen.

Dies erfolgt über eine Kombination aus fachlicher Qualifizierung (Hard Skills), berufsbezogenem Sprachtraining und arbeitsmarktorientierten Soft-Skill-Modulen sowie einer Nachbetreuung über 10–12 Monate und Sensibilisierung von Partnerunternehmen (DEI).

Arbeitsschritte

Im Projekt werden verschiedene Arbeitsschritte und Methoden angewandt, um die Integration von Geflüchteten und Migranten in den Arbeitsmarkt, speziell in der Solarmodulmontage, zu erreichen.

Die Arbeitsschritte sind klar strukturiert und umfassen die folgenden Phasen:

1. Projektvorbereitung und Partnerakquise: Ein dedizierter Projektmanager setzt das Programm drei Monate vor Beginn auf und sorgt für die nötige Koordination. Parallel dazu wird ein Akquise-Team aktiv, das potenzielle Partnerunternehmen anspricht, um sicherzustellen, dass mindestens zwei Teilnehmende von jedem Unternehmen nach der Qualifizierungsphase übernommen werden.

2. Rekrutierung der Teilnehmenden: Geeignete Kandidaten werden über ein weitreichendes Netzwerk und Performance-Marketing-Kampagnen rekrutiert. Nach einer sorgfältigen Auswahl und Vorstellung der Tätigkeiten werden die Teilnehmenden in einem strukturierten Bewerbungsprozess ausgewählt.

3. Onboarding und Qualifizierung: Nach dem Onboarding, bei dem den Teilnehmenden technische Geräte zur Verfügung gestellt werden, durchlaufen sie sowohl eine praktische Hard-Skill-Schulung zur Solarmontage als auch begleitende Soft-Skill-Workshops. Dies wird durch einen berufsspezifischen Deutschkurs ergänzt, der auf die besonderen Vokabeln der Branche eingeht.

4. Integrationsmanagement: Während der gesamten Phase und auch im ersten Jahr nach dem Jobeinstieg werden die Teilnehmenden intensiv durch Integrationsmanager betreut. Diese bieten nicht nur Unterstützung bei beruflichen, sondern auch bei persönlichen Herausforderungen und arbeiten eng mit den Partnerunternehmen zusammen, um den Integrationserfolg sicherzustellen.

5. Langfristige Perspektive und Verbreitung: Das Projekt zielt darauf ab, den Erfolg langfristig zu sichern und auf andere Branchen der erneuerbaren Energien zu übertragen. Dazu gehört auch eine aktive Verbreitung der Projektergebnisse auf Fachveranstaltungen und in den Medien, um das Potenzial für andere Industrien sichtbar zu machen.

Diese Arbeitsschritte sind darauf ausgerichtet, eine nachhaltige Integration zu gewährleisten und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Energiewende zu leisten

Ergebnisse

Im Projekt wurden zwei Durchläufe zur Qualifizierung von Geflüchteten und Migrant*innen zu Solarmontagehelfer erfolgreich durchgeführt. Das Hauptziel des Projekts war es, diese Zielgruppe durch eine siebenwöchige Schulung auf den Arbeitsmarkt in der Solarbranche vorzubereiten und somit zur Energiewende beizutragen.

Ergebnisse: Von 174 angesprochenen Personen konnten 49 Teilnehmer in die Qualifizierungsmaßnahmen aufgenommen werden. Insgesamt haben 34 Teilnehmer
die Qualifizierung erfolgreich abgeschlossen. Von diesen befinden sich 15 Personen in Arbeit oder Ausbildung, darunter vier direkt in der Solarbranche, während andere in verschiedenen Bereichen untergekommen sind (2 Ausbildungen, 9 andere Branchen).

Obwohl das Projekt wichtige Erfolge verzeichnen konnte, blieben die Vermittlungsquoten in die Solarbranche aufgrund der schwachen Konjunktur hinter den Erwartungen zurück. Der Photovoltaik-Markt verzeichnete einen Rückgang der Nachfrage, was die Anzahl an Partnerunternehmen sowie deren Zahlungsbereitschaft verringerte. Dies führte dazu, dass sich socialbee mittelfristig entschloss, sich aus dem Solarmarkt zurückzuziehen (sollte keine kurzfristige Erholung stattfinden), den Fokus jedoch weiterhin auf die Vermittlung der bereits qualifizierten Teilnehmer zu legen.

Diskussion: Das Projekt hat deutliche Beiträge zur Integration von benachteiligten Gruppen in den Arbeitsmarkt geleistet. Besonders positiv ist die Qualifikation und langfristige Betreuung der Teilnehmenden durch das Integrationsmanagement zu bewerten. Diese ganzheitliche Betreuung, auch nach der Arbeitsaufnahme, trägt wesentlich zum langfristigen Erfolg bei.

Aus ökologischer Sicht wurde durch die Qualifizierung von Fachkräften für die Solarbranche ein wichtiger Schritt zur Unterstützung der Energiewende unternommen. Trotz der Herausforderungen im Marktumfeld bleibt die Qualifikation der Teilnehmenden ein wertvoller Beitrag zur potenziellen Umweltentlastung, indem sie zukünftig direkt oder indirekt zum Ausbau der erneuerbaren Energien beitragen können.

Öffentlichkeitsarbeit

Im Rahmen des Projekts „Rising Stars“ haben wir verschiedene Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit ergriffen, um die erzielten Ergebnisse und den Beitrag zur Energiewende zu verbreiten. Ein bedeutender Schritt war unsere Teilnahme an der Intersolar, der weltweit größten Messe (2024) für Solartechnologie. Dort haben wir unser Projekt vorgestellt und uns mit zahlreichen Ausstellern, Verbänden und Interessengruppen ausgetauscht, um das Bewusstsein für die Bedeutung qualifizierter Fachkräfte in der Solarbranche zu stärken.

Zusätzlich engagieren wir uns aktiv in verschiedenen Netzwerken. Ein besonderes Highlight war unsere Teilnahme an der Jahreskonferenz des Netzwerks Grüne Arbeitswelt in Kooperation mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) im November 2024. Unter dem Titel „Ohne Praxis keine Erfahrung: Berufliche Orientierung muss Raum zum Ausprobieren schaffen“ setzte die Konferenz einen Schwerpunkt auf das Fördercluster „Qualifizierung für die Energiewende“, dem auch unser Projekt zugeordnet ist. So konnten wir die Projektergebnisse einem breiten Fachpublikum vorstellen und insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen praxisnahe Einblicke und übertragbare Learnings zugänglich machen.

Fazit

Das Projekt zeigt, dass eine kombinierte Qualifizierung aus fachlichen Modulen, berufsbezogenem Sprachtraining und Soft-Skill-Begleitung eine wirksame Brücke in Beschäftigung für Menschen mit Flucht- oder Migrationsbiografie schaffen kann. 34 Teilnehmende wurden erfolgreich qualifiziert und 15 Personen in Arbeit oder Ausbildung vermittelt. Externe Marktschwankungen in der Solarbranche beeinflussten die Vermittlungsdynamik, konnten jedoch durch eine erweiterte Vermittlungsstrategie teilweise kompensiert werden.

Die im Projekt eingeschlagene Vorgehensweise, eine Kombination aus Hard- und Soft-Skills, Deutschkursen und einer intensiven Betreuung anzubieten, hat sich bewährt. Insbesondere die ganzheitliche Betreuung durch das Integrationsmanagement, sowohl während der Qualifizierung als auch im ersten Jahr nach dem Arbeitsbeginn, ist ein Schlüssel zum langfristigen Erfolg der Teilnehmer. Diese Methodik könnte in zukünftigen Projekten weiter ausgebaut und auf andere Branchen der erneuerbaren Energien übertragen werden.

Als alternativer Lösungsansatz könnte eine breitere Diversifizierung der Zielbranchen geprüft werden. Der Fokus auf die Solarbranche hat zwar großes Potenzial, jedoch könnte der Fachkräftemangel in anderen Bereichen der erneuerbaren Energien oder im Handwerk eine weitere Option sein.

Spendenbereich mit Referenz zu DBU-Förderung

Übersicht

Fördersumme

144.804,00 €

Förderzeitraum

21.11.2023 - 21.11.2025

Bundesland

Bayern

Schlagwörter

Umweltkommunikation