IfLS Beratung und Projekte GmbH
Regionalentwicklung, Innovationsberatung und GSG
Kurfürstenstr. 49
60486 Frankfurt
Das Projekt zielt darauf ab, die Potenziale und ersten Ansätze des zirkulären Wirtschaftens in Biosphärenreservaten zu untersuchen und beispielhaft regionale Circular Economy (CE) Aktionspläne in drei Biosphärenreservaten partizipativ zu entwickeln.
Zirkuläres Wirtschaften verfolgt das Prinzip, Ressourcen effizienter zu nutzen, Abfälle zu minimieren und Umweltauswirkungen zu reduzieren, indem die Weiternutzung der Produkte und ihrer Bestandteile bereits bei der Entwicklung mitgedacht werden. Damit ist die CE ein Gegenentwurf zum linearen Wirtschaften, das auf Konsum und damit wachsendem Ressourcen- und Energieverbrauch basiert.
Eine wesentliche Aufgabe von UNESCO-Biosphärenreservate besteht darin, als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung zu fungieren. Dank etablierter Verwaltungsstrukturen, fachlicher Expertise und starker regionaler Netzwerke bieten sie besonders gute Voraussetzungen, Ansätze zirkulären Wirtschaftens zu erproben und umzusetzen.
Die Einbindung von Biosphärenreservatsverwaltungen, lokalen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und der Zivilgesellschaft in die Entwicklung und Umsetzung von Circular Economy Ansätzen kann dazu beitragen, Synergien zu schaffen und regionale Kreisläufe zu stärken.
Insgesamt bietet die Etablierung von Ansätzen zirkulären Wirtschaftens in Biosphärenreservaten die Möglichkeit, nicht nur lokale Wirtschaftssysteme zu transformieren, sondern auch einen positiven Beitrag zum globalen Umweltschutz und zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Die Umweltrelevanz von CE-Ansätzen liegt darin, dass sie dazu beitragen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, den Ressourcenverbrauch sowie das Abfallaufkommen zu verringern und den Biodiversitätsverlust zu begrenzen. Durch die Förderung von Bewusstseinsbildung, die Identifizierung regionaler Potenziale und die Vernetzung relevanter Akteure trägt das Projekt zur Förderung einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Wirtschaftsweise bei.
Das Projekt weist einen innovativen Charakter auf, da es erstmalig eine Sensibilisierung und einen Austausch für die Potenziale zirkulären Wirtschaftens in Biosphärenreservaten auf überregionaler Ebene ermöglicht.
Durch die Entwicklung regionaler Circular-Economy-Aktionspläne und entsprechender Standards unterstützt das Projekt die Transformation hin zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wirtschaftsweise in Biosphärenreservaten.
Ländliche Räume sind erst kürzlich in den Fokus von Forschungsarbeiten im Bereich zirkulären Wirtschaftens gerückt. Wenngleich es bereits wissenschaftliche Arbeiten sowie unterschiedliche FuE-Vorhaben gibt, die nachhaltiges Wirtschaften in Biosphärenreservaten betrachten, so wurden Potentiale für zirkuläres Wirtschaften in Biosphärenreservaten bislang nicht untersucht. Das Vorhaben BResourceful umfasste daher mehrere Schritte, die diese Lücke schließen.
Arbeitspaket 1 zielte darauf ab, den Stand der Forschung zu zirkulärem Wirtschaften in ländlichen Räumen aufzuarbeiten und speziell auf die Situation in deutschen Biosphärenreservaten zu fokussieren. Dies erfolgte durch eine Literatur- und Internetrecherche sowie eine Online-Befragung aller deutschen Biosphärenreservate. Anschließend wurden drei Fallbeispielregionen ausgewählt und durch vertiefende Interviews oder Fokusgruppen analysiert.
In der regionalen Gesamtbetrachtung von Potentialen und relevanten Akteuren, der Vernetzung von Partnern entlang verschiedener Wertschöpfungsketten sowie der gemeinsamen Strategieentwicklung und Priorisierung auf regionaler Ebene bestehen bislang wenig genutzte Potenziale.
Diesen widmete sich das Arbeitspaket 2.In einem ersten Schritt wurden in den drei ausgewählten Biosphärenreservaten Bliesgau, Spreewald und Schaalsee Potenzialanalysen durchgeführt. Auf Basis von Datenauswertungen, vertiefenden Interviews sowie den Ergebnissen aus regionalen Workshops wurde ein CE-Profil für jede Fallbeispielregion erarbeitet. Diese bildeten die Grundlage für die Erstellung modellhafter CE-Aktionsplänen, die ebenfalls in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit regionalen Akteuren erarbeitet wurden.
Arbeitspaket 3 hatte zum Ziel, die Ergebnisse aus den Fallbeispielregionen zusammenzuführen und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die zentralen Erkenntnisse wurden in einem Synthesebericht beschrieben und mit ergänzenden Informationen für die Praxis in einem Handlungsleitfaden aufgearbeitet.
Arbeitspaket 4 umfasste das Projektmanagement, den Wissenstransfer und die Öffentlichkeitsarbeit Zur fachlichen Begleitung und Steuerung des Projekts wurde eine projektbegleitende Arbeitsgruppe eingerichtet.
Die Ergebnisse bestätigen, dass in allen Biosphärenreservaten Aktivitäten im Bereich nachhaltigen Wirtschaftens existieren. Dabei dominiert jedoch häufig ein enges, auf Abfallvermeidung und Recycling fokussiertes Verständnis von Kreislaufwirtschaft bzw. zirkulärem Wirtschaften. Die gewonnenen Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, ein breiteres Konzept von Circular Economy zu etablieren, das auch Produktdesign, Geschäftsmodelle und regionale Wertschöpfung einbezieht.
Das Projekt zeigte zudem, dass regionale Ressourcen allein nicht ausreichen. Erforderlich sind interessierte Akteure, funktionierende Netzwerke und regionale Kümmerer. Biosphärenreservatsverwaltungen können dabei als Impulsgeber und Vernetzer wirken.
Als Ergebnisse entstanden ein Status-quo-Bericht, drei CE-Profile, drei CE-Aktionspläne, ein Synthesebericht und ein Handlungsleitfaden für Biosphärenreservate, Großschutzgebiete sowie ländliche Regionalinitiativen zur Initiierung regionaler Circular Economy-Netzwerke und entsprechender Projekte und Aktivitäten. Die Dokumente können auf der Projektwebseite heruntergeladen werden:
https://www.ifls.de/bresourceful/ergebnisse
Ein zentrales Element des Projekts war der Wissenstransfer. Diesem Zweck diente u.a. die eingerichtete projektbegleitende Arbeitsgruppe (PAG), indem sie den Transfer der Projekterkenntnisse in weitere relevante Fachgremien förderte.
Für das Fachpublikum wurden das Projekt und die ersten Zwischenergebnisse auf dem Treffen der nordamerikanischen und europäischen Biosphärenreservate „EuroMAB 2024“ vorgestellt. Eine digitale Abschlussveranstaltung für Akteure aus der Praxis rundete den Wissenstransfer ab.
Darüber hinaus wurde eine Projektwebsite mit Logo erstellt und öffentlichkeitswirksame CE-Profile und CE-Aktionspläne entwickelt. Eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit sorgte für eine weitreichende Verbreitung der Ergebnisse.
Das Projekt BResourceful hat erstmals erörtert, welche Potenziale für zirkuläres Wirtschaften in deutschen Biosphärenreservaten bestehen und erprobt wie diese mit regionalen Akteuren erschlossen werden können. Die Ergebnisse zeigen, dass bereits zahlreiche Aktivitäten im Bereich nachhaltigen Wirtschaftens vorhanden sind. Gleichzeitig wird noch häufig Kreislaufwirtschaft auf Abfallvermeidung und Recycling reduziert. Das Projekt konnte dazu beitragen, zirkuläres Wirtschaften nicht nur am Ende der Lebensdauer eines Produktes zu verorten, sondern Suffizienz, Weiternutzung, Umnutzung und Teilen von Produkten neben der Entsorgung frühzeitig mitzudenken.
Für die drei Fallbeispielregionen wurden Profile entwickelt, die die Ausgangsbedingungen für zirkuläres Wirtschaften beschreiben. Im Anschluss wurden partizipativ Aktionspläne für zirkuläres Wirtschaften erarbeitet. Diese knüpfen an die Schwerpunkte der Aktivitäten der Netzwerke der Biosphärenreservatsverwaltungen an und zeigen Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Kontext zirkulären Wirtschaftens.
Die Projekterfahrungen verdeutlichen, dass Biosphärenreservatsverwaltungen eine wichtige Rolle als Impulsgeber, Vermittler und Vernetzer übernehmen können. Die Projektergebnisse zeigen Weiterentwicklungspfade der Fallbeispielregionen auf und können von weiteren Akteuren der Regionalentwicklung als Inspiration und zur Entwicklung eigener Ansätze genutzt werden, um zirkuläres Wirtschaften im ländlichen Raum zu stärken.