Projekt 38805/01

Textile Laundry Sustainability – Nachhaltigkeit in der Wäscherei und Textilreinigung: Entwicklung von Nachhaltigkeitsstandards für die Branche Textilreinigung und Wäschereien

Projektdurchführung

INTRASYS
Beratungsgesellschaft für Unternehmensorganisation mbH
Ludwig-Erhard-Str.
84034 Landshut

Zielsetzung

Die Wäscherei- und Reinigungsbranche (ca. 3.600 Unternehmen in Deutschland, ca. 4,5 Milliarden Euro Umsatz, 100.000 Beschäftigte, Frauenanteil ca.70%) zählt zu den energieintensiven und systemrelevanten Bereichen der Wirtschaft. Die Branche versorgt andere Wirtschaftszweige (Handel, Industrie, Handwerk, Dienstleistungen), öffentliche Einrichtungen und Privatkunden mit Wäsche, Be-kleidung und anderen Textilien.

Die Dienstleistung umfasst nicht nur das Waschen, sondern auch die Vermietung (Finanzierung), Reparatur, Wiederausrüstung und Logistik von Textilien. Damit ist sie eine der ganz wenigen erfolgreichen und etablierten zirkulären Businessmodelle.
Schwerpunkte der Versorgung sind:

1. Berufskleidung und persönlicher Schutzbekleidung in Handel, Industrie, Handwerk und öffentlichen Einrichtungen: ca. 10 Millionen Träger von Arbeits- und Schutzbekleidung
2. Gesundheitswesen (Krankenhäuser, Pflegeheime, MVZs, Labore, Dialysezentren, Rettungsdienste, Arztpraxen, MVZs) mit Wäsche und hygienischer Arbeitsbekleidung bis hin zu Mehrweg-OP-Textilien (Medizinprodukte): 95 % aller Krankenhäuser und 2/3 aller Pflege-heime (inkl. nahezu aller Pflegekräfte und ärztliches Personal)
4. Hotellerie und Gastronomie – fast alle Hotels in Deutschland sind auf die Dienstleistungen der Branche angewiesen, hoteleigene Wäschereien gibt es kaum.
4. Handtuchspender, Schmutzfangmatten, Industrieputztücher
5. Textilreinigung für Millionen von Privatkunden in ganz Deutschland

Die Unternehmensgrößen in der Branche reichen vom Kleinstunternehmen (2 Mitarbeiter) über kleine KMU bis 50 Mitarbeiter*innen bis hin zu mittelständischen Wäschereien und einigen wenigen größeren Mittelständlern bis 4.000 Mitarbeiter*innen.

Ziel dieses Projekts, mit einer Laufzeit von 24 Monaten die Entwicklung, Erprobung (Pilotbetriebe) und die branchenweite Umsetzung (ggf. auch europaweit) eines Nachhaltigkeitsbaukastens mit Werkzeugen, die in den Bereichen Energie, Wasser, Chemie, Beschäftigte, Textilien eingesetzt werden können. Der Schlüssel zur erfolgreichen Transformation von KMUs ist der TexSus Nachhaltigkeitsbaukasten.

Dieses innovative Tool wird entwickelt, um den Unternehmen einen klaren Fahrplan zur Integration von Nachhaltigkeit zu bieten. Der Baukasten wird verschiedene Module enthalten, die auf die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen KMUs zugeschnitten sind

Arbeitsschritte

Die Hochschule ist zuständig für die Ist-Analyse relevanter Themen (z. B. bestehende Nachhaltigkeitsstrategien) und die Erarbeitung der Projektergebnisse.
Der DTV liefert Fachwissen und Kontakte zu Betrieben, um diese einzubinden und die Praxistauglichkeit sicherzustellen. Zudem übernimmt er die Öffentlichkeitsarbeit.
INTRASYS verantwortet Projektplanung, Steuerung, Koordination der Arbeitspakete und Kommunikation. Gemeinsam mit der Hochschule werden Leitfäden und Tools entwickelt.
Die Zusammenarbeit erfolgt über regelmäßige Online-Meetings (Microsoft Teams), die Projektablage über Nextcloud (Projektordner TEXSUS).
Arbeitsbereich 1 umfasst die Ist-Analyse bestehender Strategien und eine Gap-Analyse mit Vorschlägen für Tools und Leitfäden. Die Recherche erfolgte durch die Hochschule über frei zugängliche Quellen sowie wissenschaftliche Publikationen. Die Analyse wird laufend aktualisiert.
In Arbeitsbereich 2 erstellen Hochschule und INTRASYS die Projektergebnisse. Entwürfe für Leitfäden und Tools werden gegenseitig geprüft, anschließend vom DTV auf Praxistauglichkeit bewertet.
Arbeitsbereich 3 umfasst das Roll-out/Angebot für Betriebe, das parallel zu Bereich 2 erfolgt, um Ergebnisse rasch zugänglich zu machen.
Arbeitsbereich 4 betrifft die Öffentlichkeitsarbeit (verantwortlich: DTV), etwa über Fachpublikationen, den Newsletter und soziale Medien. Hochschule und INTRASYS liefern Inhalte.
Das Projektmanagement (Bereich 5) liegt primär bei INTRASYS, unterstützt von der Hochschule.
Ziel ist die Entwicklung eines Nachhaltigkeitsbaukastens für KMU der Textilservicebranche. Komplexe Rahmenwerke (z. B. ESRS, LkSG) sollen praxisnah aufbereitet werden – auch für Betriebe ohne gesetzliche Berichtspflicht, aber unter Handlungsdruck durch Kundenanforderungen.
Eine Pilotgruppe erarbeitet gemeinsam einen Branchenstandard für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. So wird das Nachhaltigkeitsbewusstsein gestärkt – besonders in einer Branche mit hohem Wasserverbrauch – und konkrete Maßnahmen zur Umweltentlastung ermöglicht.

Ergebnisse

Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung, Erprobung (Pilotbetriebe) und die branchenweite Umsetzung (ggf. auch europaweit) eines Nachhaltigkeitsbaukastens mit Werkzeugen, die in den Bereichen Energie, Wasser, Chemie, Beschäftigte, Textilien eingesetzt werden können.



Bisher wurden folgende Ergebnisse erzielt (Stand 02/2026):

- Arbeitsbereich 1 - Ist-Analyse relevanter Themenbereiche: Die Analyse wurde abgeschlossen, mit Hinweis auf die akutell dynamischen Entwicklungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen (insb. Berichterstattungsrichtlinien). Wesentiliches Ergebnis sind die identifizierung von Themenbereichen, welche die Unternehmen im Kontext der Nachhaltigkeit besonders fordert (siehe Arbeitsbereich 2).



- Arbeitsbereich 2 - Entwicklung von Tools und Leitfäden: Aufgrund der Ist-Analyse wurden folgende Themenbereiche als Handlungsfelder identifiziert und Handlungshilfen Tools für Unternhemen bereits entwickelt:

1. Nachhaltigkeitsberichterstattung (inkl. VSME Berichtsvorlage und Tool zur Wesentlichkeitsanalyse)

2. Nachhaltige Lieferkette (inkl. Tools zur Analyse der Lieferkette, Risikomanagement und organisatorische Einbindung)

3. Energiemanagementsystem (inkl. Tools für die energetische Bewertung, Energieeinsparmaßnahmenplänen und Vorlagen für Zertifizierungen)

4. Abfallmanagement und -bilanzierung inkl. Bilanzierungstool



Alle vorhandenen Projektergebnisse können hier heruntergeladen werden:

https://www.intrasys-gmbh.de/dienstleistung/nachhaltigkeit-texsus/

https://www.dtv-deutschland.org/texsus.html



Aktuell befinden sich folgende Themengebiete / Leitfäden in Erstellung:

5. Branchenspezifische CO2-Bilanzierung gem. GHG-Protokoll

6. Personalmanagement

7. Business Continuity Management und Brandschutz

8. Wasserverbrauch und Chemieeinsatz

9. Mobilität Fuhrpark

10. Zielsystem, KPIs und Benchmark „Nachhaltigkeit“

11. Legal Compliance



Ausblick: die nächsten Monate werden nun genutzt, um den zu erwarteten Nutzen gegen die tatsächlichen Ergebnisse der teilnehmenden Betriebe abzugleichen.

Projektseite TEXSUS

Öffentlichkeitsarbeit

Hauptbestandteil des Konzeptes ist die Reichweite des Deutsche Textilreinigungs-Verband e.V. (DTV). Dieser vertritt als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband von der traditionellen Textilreinigung bis hin zum industriellen Textildienstleister Unternehmen unterschiedlichster Größe und Betriebsform, welche allesamt von dem Thema Nachhaltigkeit betroffen sind. Rund 800 Handwerks-, Gewerbe- und Industriebetriebe sind im DTV organisiert und werden laufend über verschiedenste Kanäle (DTV-Newsletter, Homepage, Social Media Kanäle, Kongresse / Messen, DTV-Jahrbuch, diverse Fachzeitschriften) des DTV informiert.

Hierüber werden im Lauf des Projektes zu den einzelnen Arbeitsergebnissen berichtet und Anwendergruppen direkt angesprochen werden. Die Mediaplanung erfolgt über das bereits festgelegte Kommunikationstool. Bereits erfolgte Meldungen sind z.B. ein Versand der Presseinformation an die Fachzeitschriften, Pressemitteilung „Start TEXSUS“.

Zudem ist der DTV auch auf europäischer Ebene in verschiedensten Gremien und Interessensvertretungen organisiert. Namentlich zählen hierzu European Textile Service Association (ETSA), SBS – Small Business Standards,

Übersicht

Fördersumme

247.859,00 €

Förderzeitraum

01.12.2023 - 01.10.2026

Bundesland

Bayern

Schlagwörter

Ressourcenschonung
Umweltkommunikation
Umwelttechnik