Projekt 38783/01

Smart ECO-Reuse Solutions ‚Mehrweg-Verpackungen im Omnichannel-Business‘ – Wertschöpfung durch Mehrweg

Projektdurchführung

ECORETAIL GmbH
Brüsseler Str. 6
53842 Troisdorf

Zielsetzung

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung und Erprobung eines zirkulären Mehrwegsystems für
Verpackungen im Omnichannel-Handel mit besonderem Fokus auf Anwendungen im HORECA-Sektor (Hotel, Restaurant, Catering). Das Projekt adressiert die Herausforderung, bestehende Einwegverpackungen insbesondere im Bereich kühlpflichtiger Lebensmittel und Großgebinde durch sichere, wirtschaftlich tragfähige und logistisch integrierbare Mehrweglösungen zu ersetzen.
Anlass des Vorhabens sind steigende regulatorische Anforderungen auf europäischer Ebene
insbesondere durch die EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die verbindliche Mehrwegquoten und neue Anforderungen an Reuse-Systeme vorsieht. Gleichzeitig besteht im Markt ein erheblicher Bedarf an praxistauglichen Lösungen, die sowohl ökologische Vorteile bieten als auch in bestehende Lieferketten, Reinigungsprozesse und digitale Systeme integrierbar sind.
Im Projekt werden wiederverwendbare Verpackungsgebinde entwickelt und unter realen Marktbedingungen getestet, um Erkenntnisse zur logistischen Umsetzbarkeit, Lebensmittelsicherheit, Wirtschaftlichkeit sowie zur Integration in bestehende Handels- und Rückführungssysteme zu gewinnen. Ziel ist es, übertragbare Handlungsempfehlungen und Systemansätze zu erarbeiten, die zur Reduktion von Einwegverpackungen und zur Förderung zirkulärer Geschäftsmodelle beitragen.

Arbeitsschritte

Das Projekt wurde in mehreren aufeinander aufbauenden Arbeitsschritten umgesetzt, die konzeptionelle Analysen, regulatorische Einordnungen sowie praktische Erprobungen unter realen Einsatzbedingungen umfassten.
Zu Beginn erfolgte eine Analyse bestehender Mehrwegansätze sowie der regulatorischen Rahmenbedingungen im Verpackungsbereich. Insbesondere die Entwicklungen rund um die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) wurden vertieft ausgewertet und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf mögliche Anwendungsfelder und Systemanforderungen bewertet.
Auf dieser Grundlage wurden geeignete Einsatzszenarien identifiziert und gemeinsam mit Projektpartnern konkretisiert. Bestehende Mehrweggebinde wurden ausgewählt und hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit im HORECA-Kontext geprüft.
Die angewandten Methoden umfassten insbesondere:
• Analyse regulatorischer Anforderungen (insbesondere PPWR) und deren Auswirkungen auf Mehrwegsysteme
• Abstimmung und Zusammenarbeit mit Projektpartnern aus Praxis und Anwendung
• Auswahl geeigneter Mehrweggebinde und Definition von Einsatzszenarien
• mikrobiologische Vorabtests und Hygienebewertungen im Hinblick auf Lebensmittelsicherheit
• Erprobung von Reinigungs-, Spül- und Desinfektionsprozessen
• Planung und Durchführung eines Pilotversuchs unter realen Marktbedingungen
• Analyse logistischer Abläufe, Rückführungsprozesse und Anwenderakzeptanz
Die Erkenntnisse aus den einzelnen Arbeitsschritten wurden fortlaufend dokumentiert und zur Ableitung von Anforderungen an die praktische Umsetzung von Mehrwegsystemen im HORECA-Bereich genutzt.

Ergebnisse

Im Projektverlauf konnten wesentliche Erkenntnisse zur praktischen Umsetzung von Mehrwegverpackungen im HORECA-Kontext gewonnen werden. Insbesondere zeigte sich, dass die regulatorischen Anforderungen sowie die hohen Anforderungen an Lebensmittelsicherheit, Reinigung und Desinfektion einen maßgeblichen Einfluss auf die praktische Umsetzbarkeit von Mehrwegsystemen haben.

Die mikrobiologischen Vorabtests verdeutlichten die Komplexität beim Einsatz von Mehrweggebinden für kühlpflichtige Lebensmittel mit längeren Mindesthaltbarkeiten. Erste Testzyklen machten zusätzliche Anpassungen in den Reinigungs- und Desinfektionsprozessen erforderlich. Gleichzeitig konnten wichtige Erfahrungen hinsichtlich logistischer Abläufe, Rückführungsprozesse sowie der Akzeptanz durch Anwender gesammelt werden.

Ein Pilotversuch mit einem Anwendungspartner im Klinikbereich wurde vorbereitet, um die logistische Integration und Handhabung unter realen Einsatzbedingungen zu untersuchen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der praktischen Umsetzbarkeit der Prozesse innerhalb bestehender Strukturen.

Die Ergebnisse werden derzeit zusammengeführt und ausgewertet. Eine umfassende Darstellung, Einordnung und Diskussion der Erkenntnisse erfolgt im Abschlussbericht, in dem die gewonnenen Erfahrungen systematisch aufgearbeitet und für die Übertragbarkeit auf weitere Anwendungen eingeordnet werden.

Öffentlichkeitsarbeit

Im Rahmen des Projekts ist keine gesonderte Öffentlichkeitsarbeit oder externe Präsentation der Zwischenergebnisse geplant.
Die Projektergebnisse werden im Abschlussbericht zusammengefasst und der DBU zur Verfügung gestellt. Eine weitergehende Veröffentlichung oder Präsentation kann nach Projektabschluss geprüft werden.

Fazit

Das Projekt hat gezeigt, dass die praktische Umsetzung von Mehrwegsystemen im Bereich kühlpflichtiger Lebensmittel mit besonderen Anforderungen an Lebensmittelsicherheit, Reinigung und logistische Abläufe verbunden ist. Insbesondere die Kombination aus hygienischen Anforderungen, Desinfektionsprozessen und Rückführungslogistik stellt eine zentrale Herausforderung dar, die im Projekt strukturiert untersucht wurde.
Durch die Anpassung der Projektinhalte und die Fokussierung auf reale Einsatzbedingungen konnten wichtige praktische Erkenntnisse gewonnen werden. Der Pilotversuch dient dabei als Validierungs-schritt, um die logistische Umsetzbarkeit und Handhabung unter Praxisbedingungen zu prüfen.
Die abschließende Bewertung und systematische Einordnung der Ergebnisse erfolgt im Abschlussbericht, der die gewonnenen Erfahrungen zusammenfasst und für die weitere Entwicklung von Mehrwegansätzen im HORECA-Bereich einordnet.

Übersicht

Fördersumme

147.693,00 €

Förderzeitraum

16.11.2023 - 15.04.2026

Bundesland

Nordrhein-Westfalen