Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE
Überseering 4
22297 Hamburg
Wie können wir junge Menschen über den Klimawandel aufklären? Wie können wir diese jungen Menschen für das Thema Erneuerbare Energien begeistern? Und wie können wir unsere Schüler:innen zu beruflichen Möglichkeiten in der Branche verhelfen? Diesen drei Fragen widmet sich das Bildungsprojekt WIN(D)SCHOOL.
Um das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen, werden die Erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren eine entscheidende Rolle spielen. Das Ziel ist es, die derzeitige Leistung von 8,5 GW in der deutschen Offshore-Windenergie auf mindestens 30 GW bis 2030 und 40 GW bis 2035 auszubauen. Für diese Ausbauziele werden vor allem qualifizierte Fachkräfte entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Nöten sein.
Dagegen steht einerseits der gegenwärtige Fachkräftemangel in Deutschland, andererseits die soziale Wirklichkeit in Deutschland. Nach aktuellen Berechnungen zufolge werden allein bis 2050 etwa drei Mal so viele Fachkräfte wie bisher notwendig sein, um den Ausbau von Windenergie in Deutschland voranzutreiben. Die Forschung zeigt zudem seit vielen Jahren, dass die Bildungschancen unserer Schüler:innen in Deutschland ungleich verteilt sind. Studien zeigen, dass der Bildungserfolg in allen Bildungsbereichen nach wie vor an die sozio-ökonomische Herkunft geknüpft ist. Auch andere Merkmale wie Migrationshintergrund, Geschlecht oder Behinderung spielen dabei eine Rolle.
WIN(D)SCHOOL zielt darauf ab, das Interesse von vorrangig Hamburger Stadtteilschüler:innen an MINT-Fächern in Schulworkshops zu wecken sowie zu fördern und Möglichkeiten im Arbeitsfeld Offshore-Windenergie aufzuzeigen. Als Bindeglied zwischen Schulen und Unternehmen in der Offshore-Windenergiebranche bietet die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE am Ende der Workshops konkrete Kontakte zu Energieunternehmen oder sogar Universitäten in Hamburg und Norddeutschland an, um dort eine Ausbildung oder ein Studium aufzunehmen. Aufgrund gemachter Erfahrungen soll ein besonderes Augenmerk auf Jugendliche mit Migrationshintergrund gelegt werden. Ein geschlechterneutrales Vorgehen soll im Vordergrund stehen, um den Anteil von weiblichen Berufsanfängerinnen in technischen Berufen zu erhöhen.
Im Rahmen des Projektes werden verschiedene Bildungsaktivitäten umgesetzt, die auf unterschiedliche Altersgruppen abzielen. Die Instrumente zur Erreichung der Projektziele sind Schüler:innenworkshops in Verbindung mit Berufsinformationsveranstaltungen.
Für Jahrgang 5 und 6 liegt der Fokus auf einem spielerischen Zugang zum Thema, wobei Miniatur-Windkraftanlagen von OffshoreWind4Kids genutzt werden, um das Interesse der Schüler:innen zu wecken und ihr Verständnis für naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu fördern. Zusätzlich wird differenziertes Unterrichtsmaterial auf unterschiedlichen Leistungsniveaus zur Verfügung gestellt, das die naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweise näherbringen soll. Zudem verfügt die Stiftung für die jüngere Altersgruppe über eigens konzipiertes, didaktisches Begleitmaterial wie eine Sonderausgabe „Offshore-Windenergie“ der bekannten Was-ist-was Reihe, die in Zusammenarbeit mit der Stiftung und dem Tessloff-Verlag entstanden ist sowie ein Malbuch mit leicht verständlichen Lesetexten für die Klassen 5 und 6, welches sowohl als Erinnerung an den Workshop, als auch zur weiteren Vertiefung dient.
In den Jahrgängen 7 und 8 werden die Workshops nebst theorie- und praxisorientierten Inhalten zur Förderung der naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweise dadurch ergänzt, die Vielfalt der Berufsbilder im Bereich erneuerbarer Energien aufzuzeigen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass besonders Jugendliche aus bildungsfernen Haushalten z.T. Schwierigkeiten haben, Informationen zu erhalten. Um diesem Problem zu begegnen, wird eine mobile Internetseite sowie ein Social-Media-Kanal entwickelt, denen spezifische Informationen zu den Themen der Workshops und Offshore-Windbranche zu entnehmen sind. Diese können auch zur Nachbereitung im Unterricht genutzt werden. Angedacht sind zudem Ausflüge an den Elbstrand oder zu einem Offshore-Trainingszentrum, jeweils verbunden mit dem Aufbau der OffshoreWind4Kids-Anlagen, welche am und im Wasser unter Realbedingungen ausgetestet werden können.
Für die Jahrgänge 9 und 10 liegt der Fokus nebst Thematisierung des Klimawandels und der Rolle der erneuerbaren Energien auf der Unterstützung bei der Berufsorientierung. Die stiftungseigene Berufestation und eine Wanderausstellung werden dazu genutzt, weiterführende Schul- und Ausbildungsangebote vorzustellen. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch Angebote am Girls‘ and Boys‘ Day und dem Besuch von Messen mit der Klasse wie z.B. der Ideen Expo in Hannover.
Das Projekt WIN(D)SCHOOL konnte seine inhaltlichen und operativen Ziele bereits größtenteils erreichen und ausbauen. Die modularisierten Workshops erreichten im Jahr 2024 719 Schüler:innen, im Jahr 2025 825 Schüler:innen und 2026 bisher 102 Schüler:innen unterschiedlicher Jahrgangsstufen durch gegebene Workshops. Insgesamt wurden 17 unterschiedliche weiterführende Schulen in Hamburg besucht. Durch weitere außerschulische Bildungsveranstaltungen wie den Hamburger Stiftungstagen 2025 oder der Wetter.Wasser.Waterkant 2025 in der Hamburger Hafencity Universität konnten 553 Schüler:innen im gesamten bisherigen Zeitraum erreicht werden. Das sind insgesamt 2.199 erreichte Schüler:innen im Projekt WIN(D)SCHOOL.
Zentrales Element der Bildungsangebote ist die praxisorientierte Vermittlung von Wissen zu Klimawandel, erneuerbaren Energien und Offshore Windenergie. Neben dem Bau und Testen von Miniatur Windenergieanlagen sind in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Umweltbildungszentrum in Hollen verschiedene didaktische Lernstationen entstanden, darunter Stationsarbeiten mit Wertequadrat, Windmessungen sowie das spielerische Lernformat „Offshore Monopoly“. Ergänzend bildet die modernisierte und weiter ausgebaute Berufestation eine weitere Station für die Vermittlung von Inhalten zur Berufsorientierung. Zudem wurden Auszubildendenfilme in Kooperation mit weiteren Unternehmen und Sponsoren des Projekts in der Offshore Windbranche realisiert, die reale Ausbildungsberufe sichtbar machen. Ein weiteres Ergebnis des Projekts ist die Entwicklung eines Kindermalbuchs, das grundlegende Aspekte der Offshore Windenergie niedrigschwellig für Klassenstufe 5 und 6 aufbereitet.
Die begleitende Öffentlichkeitsarbeit wurde im Projektverlauf kontinuierlich professionalisiert und steigerte Sichtbarkeit und Reichweite der WIN(D)SCHOOL. Die Projektwebseite sowie die Social-Media-Kanäle auf Instagram und LinkedIn dienen als zentrale Plattformen zur Ansprache von Schüler:innen, Lehrkräften und der Fachöffentlichkeit. Besonders visuelle Formate wie Kurzvideos, Workshop-Impressionen und Beiträge zu Ausbildungswegen förderten den Wissenstransfer zwischen Schule, Wissenschaft und Arbeitswelt.
Die WIN(D)SCHOOL-Webseite informiert in den Rubriken „Projekt“ und „Offene Stellen“ über Inhalte und Berufsperspektiven. Letztere umfasst eine digitale Datenbank mit Praktikums- und Ausbildungsplätzen. Über ein Kontaktformular können sich Lehrkräfte und Interessierte direkt für Workshops anmelden.
Eine einheitliche Corporate Identity stärkt den Wiedererkennungswert über alle Medien hinweg. Zudem präsentierte sich WIN(D)SCHOOL auf Fach- und Branchenveranstaltungen, wodurch sowohl die öffentliche Wahrnehmung als auch die Vernetzung mit Bildungs- und Industriepartner:innen ausgebaut wurden. Insgesamt trägt die Öffentlichkeitsarbeit wesentlich zur nachhaltigen Verankerung des Projekts und zur Positionierung in der Energiewende bei.
Im Rahmen von WIN(D)SCHOOL konnten umfangreiche Bildungsangebote erfolgreich umgesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die modular aufgebauten Workshops erreichten über verschiedene Jahrgänge hinweg über 2.000 Schüler:innen und wurden an zahlreichen Hamburger Schulen durchgeführt. Besonders hervorzuheben ist die praxisnahe Vermittlung durch den Bau von Miniatur-Windkraftanlagen, die das Verständnis für erneuerbare Energien nachhaltig stärkt. Ergänzend wurden digitale Informationsangebote, Berufsorientierungsmodule sowie anschauliche Materialien wie Ausbildungsfilme und ein Kindermalbuch entwickelt. Durch die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen und Bildungseinrichtungen konnten zudem konkrete Einblicke in Berufsperspektiven geschaffen und erste Brücken zwischen Schule und Arbeitswelt aufgebaut werden.