Projekt 38506/01

Darmstädter Tage der Transformation – Regionale Nachhaltige Entwicklung in Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft

Projektdurchführung

Schader-Stiftung
Goethestr. 2
64285 Darmstadt

Zielsetzung

Die Darmstädter Tage der Transformation (DTdT) sind eine jährliche Konferenzwoche der Schader-Stiftung auf dem Schader-Campus in Darmstadt. Ziel ist der Dialog zur sozial-ökologischen Transformation der Gesellschaft zu einer nachhaltigeren Wirtschafts- und Lebensweise.

Im Förderzeitraum (1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2025) liegt der Fokus der DTdT auf der Rolle kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Diese erhalten bei den DTdT die Gelegenheit mit wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, Politik und Verwaltung aktuelle Fragen der nachhaltigen Entwicklung sektoren- und disziplinübergreifend zu diskutieren. Die Ergebnisse dienen den KMU konkret zur Entwicklung und Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele, der Wissenschaft zum Einblick in die wirtschaftliche Praxis und weiteren Organisationen zum Dialog und zur Vernetzung.

Bei den DTdT23 (12. bis 16. Juni 2023) fanden Workshops, Dialogforen, Planspiele, Podiumsdiskussionen und ein Stadtspaziergang für Fachleute und Interessierte aus KMU, Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft statt. Themen waren u.a. die Energiewende, nachhaltige Rechenzentren, Biodiversität, Klimaanpassung, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Finanzierung und resilientes Wirtschaften.

Ziel des Projekts ist die Schaffung einer Plattform für Diskussion und Vernetzung wie auch für innovative Ideen, Methoden und Praxisbeispiele, um KMU aus allen Bereichen auf ihrem Transformationspfad zu begleiten.

Partner der DTdT sind die Hochschule Darmstadt und die Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein-Main-Neckar. Die Schmid Stiftung aus Heidelberg ist darüber hinaus kooptierender Partner.

Arbeitsschritte

Das Vorhaben reagierte auf die Herausforderung, Transformationsprozesse stärker zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zu verzahnen und KMU als zentrale Akteursgruppe gezielt einzubinden. Dabei sollten wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen zusammengeführt, innovative Lösungsansätze entwickelt sowie regionale Netzwerke gestärkt werden.
Die Umsetzung erfolgte in einem jährlich wiederkehrenden Projektzyklus:
• Offener Call for Proposals (ca. 9 Monate vor Durchführung)
• Auswahl und kooperative Programmplanung im Lenkungskreis
• Durchführung einer einwöchigen Konferenz (2023–2025)
• Evaluation und iterative Weiterentwicklung

Die DTdT fanden jährlich auf dem Schader-Campus statt (2023: Juni, 2024: April, 2025: März). Ergänzend wurden Follow-Up-Formate, ein Sommercamp 2025 sowie weitere Netzwerk- und Transferaktivitäten durchgeführt.

Zu den behandelten Leitfragen der DTdT mit dem Blick auf KMU zählten:
• Wie sieht nachhaltige Unternehmensführung aus?
• Welche Gestaltungsmöglichkeiten haben die Beschäftigten?
• Wie lassen sich Arbeitsbedingungen und Arbeitsplätze möglichst nachhaltig gestalten?
• Inwiefern kann KI in unternehmensinternen Beratungsprozessen zu nachhaltiger Entwicklung beitragen?
• Welchen Hebel haben Kommunen, Energieerzeuger und landwirtschaftliche Betriebe, um die Energiewende mitzugestalten?
• Durch welche Fördermöglichkeiten kann nachhaltiges Handeln in Unternehmen initiiert und vertieft werden?
• Wie gelingt die Mobilitätswende in möglichst allen Unternehmen?
• Wie werden Prinzipien der Kreislaufwirtschaft breitenwirksam?
• Wie können etwa die Bauwirtschaft oder die Textilindustrie mithilfe von schadlosen Rohstoffen, klugem Produktdesign und kreativen Möglichkeiten der Wiederverwertung dem Raubbau an der Natur entkommen?
• Können Unternehmen wachstumsunabhängig werden?

Ergebnisse

Im Projektzeitraum wurden 48 Veranstaltungen realisiert, mit insgesamt über 1.500 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

Wesentliche Ergebnisse:

• Etablierung eines regional verankerten und überregional wahrgenommenen Dialogformats zur sozial-ökologischen Transformation

• Stärkung der Rolle von KMU durch gezielte Ansprache (insbesondere über die IHK Darmstadt Rhein Main Neckar)

• Thematische Breite: u. a. nachhaltige Unternehmensführung, Kreislaufwirtschaft, Energiewende, Arbeitswelt, Digitalisierung

• Erfolgreicher Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis durch dialogorientierte Formate

• Entwicklung und Erprobung innovativer Formate (z. B. Sounding Boards, LEGO® Serious Play®)

• Intensivierung regionaler Netzwerke und Initiierung von Folgekooperationen (z. B. Science Technology Day, Summer School)

• Erweiterung der Zielgruppen, insbesondere durch das Sommercamp 2025 (Einbindung von Studierenden, Auszubildenden, jungen Berufstätigen)



Die Ergebnisse zeigen, dass dialogorientierte, interdisziplinäre Veranstaltungsformate ein wirksames Instrument zur Förderung nachhaltiger Entwicklung sind. Besonders erfolgreich war die Kombination aus regionaler Verankerung und überregionaler Vernetzung.

Die stärkere Einbindung von KMU konnte inhaltlich und strukturell erreicht werden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Ansprache dieser Zielgruppe weiterhin gezielte Kommunikationsstrategien und starke Partner erfordert. Herausforderungen bestanden zudem im hohen organisatorischen Aufwand sowie in der Integration neuer Zielgruppen.

Das Projekt hat eine tragfähige Struktur etabliert, die sich als flexibel und weiterentwicklungsfähig erwiesen hat. Die Verstetigung des Formats über den Förderzeitraum hinaus ist ein zentrales Ergebnis.

Darmstädter Tage der Transformation 2023Darmstädter Tage der Transformation 2024Darmstädter Tage der Transformation 2025

Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit war ein zentraler Erfolgsfaktor für Reichweite und Sichtbarkeit der DTdT. Sie erfolgte über ein breites Spektrum an Kanälen, nämlich über Websites der Schader-Stiftung und der Partner, über Newsletter, Social Media und Printpublikationen, über Pressemitteilungen und Fachportale, über zielgruppenspezifische Verteiler (Wirtschaft, Wissenschaft, Politik etc.) und durch Präsentationen auf Tagungen und Netzwerktreffen.
Besondere Maßnahmen:
• Veröffentlichung von Videoaufzeichnungen ausgewählter Veranstaltungen (YouTube-Kanal - Rubrik "Darmstädter Tage der Transformation")
• Produktion eines Dokumentarfilms (DTdT 2023)
• Podcast-Reihe („In guter Gesellschaft“, 4 DTdT-Folgen)
• Berichterstattung in regionalen und überregionalen Medien (u. a. Tages-spiegel, Frankfurter Rundschau, Darmstädter Echo)
• Einbindung der DTdT in weitere Formate der Stiftung (Großer Konvent, Schader-Festival)
Die Kooperation mit den Partnerinstitutionen – IHK Darmstadt Rhein Main Neckar und Hochschule Darmstadt – verstärkte die Reichweite erheblich, insbesondere im Bereich der Unternehmensansprache. Insgesamt wurde eine hohe Sichtbarkeit erzielt.

Fazit

Insgesamt hat das Projekt gezeigt, dass die Darmstädter Tage der Transformation als regional verankertes, zugleich überregional wahrgenommenes Dialogformat einen wichtigen Beitrag zur sozial-ökologischen Transformation leisten können. Die Kombination aus wissenschaftlicher Fundierung, praktischer Anwendungsorientierung und interdisziplinärem Austausch hat sich als besonders wirksam erwiesen. Die im Förderzeitraum aufgebauten Strukturen, Netzwerke und Erfahrungen bilden eine tragfähige Grundlage für die Weiterführung und Weiterentwicklung des Formats über die Projektlaufzeit hinaus.
Für die Zukunft ergeben sich folgende Entwicklungsperspektiven:
• Weiterführung der DTdT ab 2026 mit neuem thematischem Schwerpunkt
• Fortführung und Entwicklung des KMU-Schwerpunktes
• stärkere Einbindung junger und migrantischer Zielgruppen
• Ausbau von Anschlussformaten und Transferangeboten

Übersicht

Fördersumme

125.000,00 €

Förderzeitraum

01.01.2023 - 31.12.2025

Bundesland

Hessen

Schlagwörter

Umweltkommunikation