Projekt 38198/01

100 % erneuerbare Energien – kommunale Entscheider im Dialog

ProjekttrÀger

Hochschule OsnabrĂŒck FakultĂ€t Management, Kultur und Technik Institut Management und Technik Energiewirtschaft
Kaiserstr. 10 c
49809 Lingen
Telefon: +49 591 800 98 2

Zielsetzung

Das Thema Klimaschutz nimmt den Spitzenplatz der wichtigsten Aufgaben in deutschen StĂ€dten ein und laut OberbĂŒrgermeister*innen besteht hier der grĂ¶ĂŸte Handlungsbedarf. Die Ziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen auf Europa- und Bundesebene erfordern konkretes Handeln auf der lokalen Ebene. Bei der Raumordnung und -planung sind die „planetaren Grenzen“ zu berĂŒcksichtigen.

Landkreisen, kreisfreien StĂ€dten und Planungsregionen kommt bei der Transformation des Energiesystems eine wichtige Rolle zu, da hier die ZustĂ€ndigkeiten fĂŒr Raumordnung und -planung liegen. Eine zentrale Problematik ist dabei die Konkurrenz um die FlĂ€che. Es ergeben sich Nutzungskonkurrenzen, aber auch Ziel und Interessenskonflikte. Das neue Ziel der Bundesregierung, zwei Prozent der LandesflĂ€che fĂŒr Windkraft vorzusehen, ist fĂŒr die kommunale Ebene eine ebenso große Herausforderung wie die Planung von Infrastruktur wie Strom-, WĂ€rme- und Wasserstoffnetze, LadesĂ€ulen und Energiespeicher. FĂŒr diese Planungsaufgaben sind spezialisiertes Wissen und ein offener Diskurs unabdingbar. Die kommunalen Akteure werden „empowert“, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Dazu soll ein Überblick ĂŒber das Gesamtsystem gegeben, vorhandenes Wissen eingebunden und ggf. vorhandene WissenslĂŒcken gefĂŒllt werden.

Das Ziel des Projektes ist, durch modellgestĂŒtzte Vor-Ort- Workshops, die Transformation des Energiesystems auf der Regionalplanungsebene zu fördernn. Es wird ein Dialog der verschiedenen Akteure initiiert. In moderierten Workshops arbeiten die Stakeholder mit dem Simulationstool 100prosim und werden so in die Lage versetzt, einen Transformationspfad zu identifizieren, der sowohl die ĂŒbergeordneten nationalen und internationalen Vorgaben als auch die lokalen Besonderheiten berĂŒcksichtigt. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven innerhalb der Regionalplanung, zustĂ€ndigen Verwaltung und Lokalpolitik zusammenzubringen und das bestehende Wissen zu konkreten AnsĂ€tzen der Transformation in der Region zu einem Gesamtbild zusammenzufĂŒhren. WĂ€hrend bei den bisher etablierten ModellierungsansĂ€tzen in der Energiewirtschaft hĂ€ufig die Minimierung der Kosten im Fokus steht. wird im Rahmen dieses Projektes ein neuartiger Ansatz zur Minimierung der FlĂ€chennutzung von erneuerbaren Energien entwickelt.

Am Ende eines jeden Workshops steht ein geeintes Szenario, das dann als weitere Diskussionsgrundlage mit Verwaltung und Politik dient.

Als Ergebnis des Projektes steht eine Methodik fĂŒr alle Planungsregionen in Deutschland. Es werden ĂŒbertragbare LösungsansĂ€tze fĂŒr interessierte Kommunen/Regionen entwickelt. Das verwendete Tool sowie die Workshop-Materialien (FoliensĂ€tze etc.) und ein Workshop-Leitfaden werden offen zur VerfĂŒgung gestellt, damit Interessierte diese Workshops selbst durchfĂŒhren können.

Eine dauerhafte Nutzung der entwickelten Unterlagen und Software wird durch eine open Source Lizensierung der Unterlagen erreicht. Des Weiteren soll das Wissen am Ende der Projektlaufzeit geteilt werden, in dem ein exemplarischer „Train-the-Trainer“- Workshop mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen e.V. durchgefĂŒhrt wird.

Arbeitsschritte

Im Rahmen des Projektes wird ein Workshop-Konzept fĂŒr den Einsatz in Politik und Verwaltung entwickelt, angepasst und evaluiert.

In fĂŒnf Modellkommunen mit unterschiedlichem Charakter (Stadt/Land, geografische Lage) werden transdisziplinĂ€re Workshops nach der Szenario-Technik durchgefĂŒhrt. Charakteristisch ist dabei das Überschreiten von Disziplingrenzen sowie das Zusammenspiel von gesellschaftlich-politischen und wissenschaftlich-analytischen Entscheidungs- bzw. Problemlösungsprozessen. Demnach ist es von zentraler Bedeutung, verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit verschiedenen Zielgruppen zu bringen. Durch die interkommunalen Workshops können die Teilnehmer*innen ihre Erfahrungen und Vorgehensweisen weiterentwickeln. Durch den modellbasierten Ansatz können auch bereits erfahrene Verwaltungen, die sich schon im Rahmen von anderen Projekten mit dem Thema auseinandergesetzt haben, von den Workshops profitieren.

Im Arbeitspaket 1 des Projekts geht es um die Vorbereitung der Workshops. Dies beinhaltet die Entwicklung eines Workshopkonzeptes fĂŒr Politik & Verwaltung, die Individualisierung der Daten fĂŒr die jeweilige Region sowie die Weiterentwicklung des Tools und der Workshopunterlagen.

Arbeitspaket 2 beinhaltet die DurchfĂŒhrung von Workshops in fĂŒnf Modellkommunen (Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Landkreis Aurich, Landkreis Elbe-Elster, Lahn-Dill-Kreis und Landkreis Stade), bei denen jeweils eine Parametrisierung des Tools wĂ€hrend der Workshops stattfindet. Das Ziel eines jeden Workshops ist es, ein geeintes Zielszenario fĂŒr den jeweiligen Landkreis zu entwickeln.

Im Arbeitspaket 3 geht es um die Nachbereitung und Evaluation der Workshops sowie die integrierte Betrachtung. Am Ende der Workshops steht immer die Erstellung eines behördeninternen Vermerks. Außerdem sollen die Workshops qualitativ ausgewertet werden. Dazu ist noch eine geeignete Methode zu entwickeln. Die Ableitung gesellschaftlich akzeptierter Transformationspfade steht außerdem im Fokus.

Bei Arbeitspaket 4 geht es dann um die Veröffentlichung und Verbreitung. Es geht darum, eine Übertragbarkeit auf weitere Regionen zu erzielen. Des Weiteren werden energiewirtschaftliche Trends in das Tool eingearbeitet. Durch Veröffentlichungen auf der Projekt-Website werden die Partner (Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen e.V. und der Deutsche Landkreistag) sowie Interessierte auf dem Laufenden gehalten und ĂŒber den Projektfortschritt informiert. Auch die Ergebnisse werden dort zugĂ€nglich gemacht. Im Rahmen eines Train-the-Trainer Workshops wird am Ende des Projektes das Workshopkonzept weitervermittelt.

Übersicht

Fördersumme

120.000,00 €

Förderzeitraum

01.03.2023 - 01.09.2024

Bundesland

Niedersachsen

Schlagwörter