Projekt 37995/01

Planetary Health – Public Engagement für planetare Gesundheit

Projektdurchführung

Museum für Naturkunde Berlin Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung
Invalidenstr. 43
10115 Berlin

Zielsetzung

Die komplexen Wechselbeziehungen zwischen der Gesundheit der menschlichen Zivilisation und dem Zustand der natürlichen Systeme, von denen sie abhängt, werden von dem integrierten Gesundheitskonzept der Planetaren Gesundheit (engl. Planetary Health) in den Blick genommen und aus einer ganzheitlichen Perspektive adressiert. Da Ernährung nicht nur einen wesentlichen Einfluss auf die menschliche Gesundheit hat, sondern Ernährungssysteme einen der größten Hebel für globale Umweltveränderungen darstellen, ist gesunde und gleichzeitig nachhaltige Ernährung hier ein wichtiges Themenfeld. Denn bestehende Ernährungssysteme tragen nicht nur erheblich zu Ausdehnung und Beschleunigung von Umweltzerstörung bei – ihre Entwicklung wird zudem von einem komplexen Geflecht aus kulturellen, sozialen, politischen, ökonomischen, technologischen und demografischen Voraussetzungen bestimmt. Die Akzeptanz von, bzw. der Wille zu, notwendigen Anpassungen bestehender Ernährungsgewohnheiten und Ernährungssystemen kann deshalb nur im transdisziplinären Zusammenspiel zwischen diversen Akteur*innengruppen im Sinne kollaborativer Wissensproduktion und nur unter Einbezug von politischen Entscheidungsträger*innen gelingen. Kurzum: Wie kann Umweltzerstörung bekämpft und eine wachsende Weltbevölkerung mit gesunden und vor allem zugänglichen und erschwinglichen Lebensmittel langfristig ernährt werden? Eine Antwort darauf kann das Wissenschaftssystem allein nicht leisten.

Unser praxisorientiertes Forschungsprojekt nimmt sich dieser Herausforderungen an, wobei der Begriff „Public Engagement“ die Vielfalt an Aktivitäten und Methoden der dialog- und partizipationsorientierten Interaktion zwischen Forscher*innen und nichtakademischen Akteur*innen auf Augenhöhe bezeichnet. Wir erforschen, wie Public Engagement nachhaltige sozioökologische Transformationen entsprechend des Planetary Health-Ansatzes mit Fokus auf Ernährung bestärken und neue Wege dafür eröffnen kann. Ausgehend von dieser Frage verfolgt unser Projekt drei wesentliche Ziele:

a) Wir möchte das Gestaltungs- und Veränderungspotenzial von Public Engagement im Bereich Ernährung für planetare Gesundheit aufzeigen, indem wir die möglichen Outcomes und Vorteile entsprechender Aktivitäten herausstellen.

b) Zugleich wird unsere Arbeit neue Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten im Bereich Ernährung für planetare Gesundheit schaffen, indem wir lokale und regionale Netzwerke initiieren und einen Raum für dauerhafte Kollaborationen am Museum für Naturkunde etablieren.

c) Relevante Stakeholder*innen wie etwa politische Entscheidungsträger*innen, zivilgesellschaftliche Initiativen und Akteur*innen der Lebensmittelproduktion und -industrie sollen einen detaillierten Leitfaden erhalten, der eine Grundlage für die strategische Planung und praktische Umsetzung von Public Engagement-Aktivitäten für gesunde, nachhaltige Ernährung legt. Damit werden Akteur*innen in die Lage versetzt, gesellschaftlichen und politischen Rückhalt für Transformationsprozesse aufzubauen und zu festigen.

Das langfristig übergeordnete Ziel des Projekts ist eine gesunde menschliche Gesellschaft als Teil eines gesunden Planeten. Aufbauen auf den Ergebnissen unserer Arbeit können konkrete Public Engagement-Aktivitäten gemeinsame mit relevanten Stakeholder*innen ergebnisorientiert entwickelt und umgesetzt werden. Damit streben wir langfristig einen positiven Kulturwandel im Bereich Ernährung und Ernährungssysteme an.

Übersicht

Fördersumme

124.620,00 €

Förderzeitraum

01.07.2022 - 31.10.2024

Bundesland

Berlin

Schlagwörter

Umweltkommunikation