Projekt 37885/01

OptiKons – Eine optimierte Konservierung von archäologischen Nasshölzern mit Hilfe von 3D-Überwachung

Projektdurchführung

Denkmal3D GmbH & Co. KG
Am Südfeld 18
49377 Vechta

Zielsetzung

Nach seiner Bergung benötigt archäologisches Holz zwingend eine Konservierung, da sonst die Gefahr des Schrumpfens oder des allgemeinen Verfalls besteht. Solche Maßnahmen erfolgen durch eine Tränkung im Wasser und ein Konservierungsmittel (z.B. Polyethylene Glykol (PEG)). Obwohl Konservierungsmethoden erforscht sind, treten nach der Konservierung immer wieder dreidimensionale Verformungen auf. Da die Konservierung teuer ist und die Konservierungsmittel umweltschädlich sind, müssen die Maßnahmen maßgeschneidert werden.
Bislang wurden 3D-Technologien im Kultur- und Denkmalbereich vor allem für die Dokumentation von archäologischen Stätten und Funden sowie in der Baudenkmalpflege eingesetzt. Überwachungs- und Deformationsmessungen werden überwiegend in der Baudenkmalpflege eingesetzt, aber weniger für die Konservierung von Objekten. In Museen haben Photogrammetrie und andere 3D-Messverfahren bereits ihre Vorteile für die präventive Konservierung gezeigt (Bremer Kogge, Mary-Rose, Vasa, Oseberg). Die Idee dieses Projekts besteht darin, den entscheidenden Moment zu erkennen, in dem sich archäologische Nasshölzer verformen, um so die konservatorische Maßnahme frühzeitig anpassen zu können.

Arbeitsschritte

Um einen Transport und eine damit verbundene mögliche Verformung des Holzes zu vermeiden, ist es vorzuziehen, das Holz im Konservierungsbad zu belassen und die 3D-Erfasung im oder durch Wasser durchzuführen. Geplant sind dazu die Entwicklung und Erprobung eines mobilen unterwassertauglichen Photogrammetriesystems, das die Detektion von Verformungen von weniger als 1 mm ermöglicht. Dazu muss das Messsystem eine ca. 5-fach bessere Messgenauigkeit aufweisen, was mit heute verfügbaren Scanverfahren nicht möglich ist.
Durch diese Entwicklung wird weniger PEG verbraucht und entsorgt, was zusätzlich zu einer geringeren Umweltbelastung führt. Nach der Tränkung beginnt die Trocknung des Holzes. Basierend auf den gesammelten Datensätzen während der Tränkung kann die Trocknungsstrategie gezielt ausgewählt werden. Dazu gibt es zwei Optionen: entweder eine langsame kontrolliert Lufttrocknung oder eine Gefriertrocknung, die einen hoch Energieverbrauch hat. Das Holz wird während des gesamten Prozesses gemessen: Tränkung, Trocknung und kurz vor der endgültigen Lagerung, so dass der Erfolg der Konservierungsmaßnahme objektiv beurteilt werden kann.


Übersicht

Fördersumme

320.075,00 €

Förderzeitraum

01.04.2023 - 01.04.2026

Bundesland

Niedersachsen

Schlagwörter