Projekt 37786/01

Entwicklung einer umweltschonenden, autonomen Trinkwasseraufbereitungsanlage für den Luftabwurf in Katastrophenfällen mit ressourceneffizienten Filterkomponenten

Projektdurchführung

Universität Leipzig SEPT Kompetenzzentrum AG Disaster Relief Systems
Ritterstr. 9 - 13
04109 Leipzig

Zielsetzung

Die Anzahl der Naturkatastrophen, die zu einem Zusammenbrechen der gesellschaftlichen Infrastruktur einer Region oder eines ganzen Landes geführt hat, hat sich in den letzten zwanzig Jahren nahezu verdoppelt. Die Leistungsfähigkeit humanitärer Hilfe muss sich diesen steigenden Anforderungen stellen. Dies kann nur über ein Zusammenspiel von Menschen und Natur erfolgen. Doch werden auch in Zukunft durch unvorhergesehene Ereignisse die Menschen in lebensbedrohliche Notlagen geraten. Versagt der Katastrophenschutz auf ganzer Linie, sowohl präventiv als auch reaktiv, ist die soziale und wirtschaftliche Stabilität ganzer Länder gefährdet. Das umweltbewusste Handeln dieser Menschen wird dadurch stark beeinflusst.

Disaster Relief Systems (DRS) ist bestrebt, Entwicklungen im Katastrophen- und Zivilschutz voranzutreiben. Hinter diesem Ziel steht ein prozessualer Ansatz, der die strukturelle Verjüngung und Internationalisierung der Katastrophenhilfe in Hinblick auf eine nachhaltige Widerstandsfähigkeit integriert sowie die gezielte Entwicklung von technischen Lösungen zur Gefahrenabwehr. In nun mehr als fünf Jahren Erarbeitung wurde der Zustand technischer Ausrüstung internationaler Einsatzteams (THW SEEWA, B-Fast, ISAR, DRK, etc.) sowie lokaler Akteure und Institutionen evaluiert, Defizite herausgearbeitet und Entwicklungspotentiale konsolidiert. Das Ergebnis dieser Anstrengungen ist eine neuartige mobile Wasseraufbereitungsanlage.

Ihre Konstruktion erlaubt den Abwurf über dem Einsatzgebiet. Vor allem integriert das SAS-W2500 eine neuartige selbsttätige Filterreinigung, die das Gerät effizienter und zuverlässiger macht als vergleichbare Systeme.
Die Filtrationsleistung beträgt 2500 Liter pro Stunde Reinstwasser. Da es sich um eine Schnell-Einsatz-Anlage handelt, kommt das SAS-W2500 mit jeder nicht salzhaltigen Rohwasserquelle zurecht. Fünf Meter Ansaugschlauch machen das Gerät vollständig autonom. Es kann somit ohne weitere Hilfsmittel direkt an die Wasserquelle angeschlossen und gestartet werden. Die Filtration beginnt umgehend.

Von dem ersten Prototypen zur Einsatzfähigkeit eines Produktes liegen unzählige Tests und Erprobungen, besonders bei Geräten für Notsituationen. Das Ziel des Vorhabens ist daher die Herstellung und Testung einer Prototypenserie von mobilen Wasseraufbereitungsanalgen. Die Herstellung gliedert sich wiederum in Entwicklung und Produktion.

Arbeitsschritte

Entwicklung und Produktion
Die Produktentwicklung verfolgt ein Konzept der Kreislaufwirtschaft. Dieses Konzept impliziert die Neugestaltung des Produktionssystems auf verschiedenen Stufen, so dass der Wert von Produkten und Rohstoffen für einen längeren Zeitraum erhalten werden kann. Mit dieser Relevanz achtet DRS auf zirkuläre Prinzipien wie die Reduzierung der benötigten Rohstoffe, die Verwendung von wiederverwertbaren Komponenten, die Herstellung von Produkten, die haltbar und flexibel zerlegbar oder austauschbar sind, sowie die Anwendung von modularen Konzepten. Das Geschäftsmodell sowie die Produktentwicklung beinhalten Maßnahmen mit Bezug auf die 5 R-Strategien der Kreislaufwirtschaft (Reduce, Repair, Rethink, Recycle, Refurbish).

Testung
Ein essenzieller Bestandteil des Vorhabens ist das Testen der Prototypenserie entsprechend der vorher festgelegten Anforderungen. Diese Anforderungen gliedern sich wiederum in verschiedene Bereiche auf: Validierung des Umsetzungsgrades der Strategien zur Kreislaufwirtschaft, Validierung der Wiederverwendbarkeit und Reparierbarkeit von Komponenten und Baugruppen, Validierung der Filterleistungswiederherstellung der Filterreinigung sowie die Validierung des Flugabwurfs.

Öffentlichkeitsarbeit

Zwischenergebnisse wurden auf der Interschutz 2022 in Hannover vorgestellt. Ein Messestand hat über die Wasserfilteranlage SAS-W2500 und den hinter DRS liegenden Zielsetzungen informiert. Die Resonanz nationaler und internationaler Einsatzkräfte war über die sechs Tage der Veranstaltung konstant hoch und durchweg positiv. Die Resultate des konsistenten Entwicklungsansatzes und der generellen Zielsetzung stießen auf ausgedehntes Interesse. Es wurden mit verschiedenen humanitären Organisationen Vorstellungen der Anlage unter Einsatzbedingungen im Feld vereinbart.

Übersicht

Fördersumme

124.104,00 €

Förderzeitraum

06.12.2021 - 31.05.2024

Bundesland

Sachsen

Schlagwörter

Ressourcenschonung
Umwelttechnik