Universität Kassel
Fachgebiet Ressourcenmanagement
und Abfalltechnik
Mönchebergstr. 7
34125 Kassel
Aufbereitete Hausmüllverbrennungsasche (HMVA) kann als Ersatzstoff für natürliche Ge-steinskörnung und Bindemittel in Beton genutzt werden. Dadurch werden natürliche Ressourcen und Deponievolumina geschont sowie der Klimafußabdruck von Betonprodukten reduziert. Diese Erkenntnisse wurden unter anderem im Rahmen des Vorgängerprojektes HMV-Öko-Beton gewonnen, in dem die Nutzung von HMVA zur Substitution von natürlicher Ge-steinskörnung sowie als teilweiser Bindemittelersatz in Fertigbetonwaren untersucht wurde.
Das Projekt HMV-BOB hat das Ziel, basierend auf den Ergebnissen systematischer Analyse- und Aufbereitungsverfahren, ein Modell zur Nutzung unterschiedlicher HMVA als Bindemittelersatz für Betonanwendungen zu entwickeln und damit eine Grundlage zur Identifikation technisch und ökologisch optimaler Einsatzmöglichkeiten für verschiedene HMVA zu schaffen.
Im Rahmen des Projektes werden aufbereitete (metallreduzierte) HMVA-Fraktionen < 4 mm von 12 unterschiedlichen HMVA-Proben detailliert charakterisiert und auf ihre Eignung als Bindemittelsubstitut für Zement analysiert. Neben der Untersuchung effektiver Methoden zur mechanischen Aktivierung für unterschiedliche HMVA werden an einzelnen HMVA-Fraktionen auch Verfahren zur chemischen Aktivierung untersucht. Anhand der gewonnenen Daten wird ein Modell zur Zuordnung von HMVA zu geeigneten Aufberei-tungs- und Nutzungspfaden in Beton entwickelt und zur materialspezifischen ökologischen Bewertung (Ökobilanz, Schadstoffsenken und -flüsse) unterschiedlicher HMVA-Verwertungspfade eingesetzt. Ökologisch optimale Verfahren zur Verwertung der HMVA-Feinfraktion als Bindemittelsubstitut werden schließlich auch im Pilotmaßstab umgesetzt.