Projekt 35484/01

Entwicklung einer Methodik und Aufbau eines Benchmarks zur vergleichbaren Bewertung der Energie- und Ressourceneffizienz von Galvanikbetrieben

Projekttr├Ąger

Universit├Ąt Stuttgart Institut f├╝r Energieeffizienz in der Produktion
Nobelstr. 12
70569 Stuttgart
Telefon: +49 711 970 3624

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens


Die Kosten f├╝r Energie und Material sind in der Galvanotechnik sehr hoch und ihr Anteil an den Gesamtkosten wird zuk├╝nftig weiter steigen. Gleichzeitig sind die Potenziale zur Reduzierung des Energie- und Ressourceneinsatzes gro├č und werden bisher kaum ausgesch├Âpft. Studien gehen hier von 10 bis 20 Prozent aus. Auf dem Weg zur Klimaneutralit├Ąt ist die Ermittlung von Energie- und Ressourceneffizienzpotenzialen der erste wichtige Schritt. Daf├╝r m├╝ssen die Galvanikbetriebe zun├Ąchst wissen, wie hoch ihr Energie- und Ressourcenverbrauch im Vergleich ist und welche Ma├čnahmen zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz besonders geeignet sind.

Im Projekt ┬äBenchmark Galvanotechnik┬ô (BenG) wurde ein Energie- und Ressourceneffizienz Benchmark f├╝r die Galvanikbranche methodisch entwickelt und aufgebaut. Mit vielen Unternehmen aus unterschiedlichen Verfahrensklassen und Unternehmensgr├Â├čen wurden die Energieverbr├Ąuche und der Ressourceneinsatz sowohl auf Unternehmens-, als auch zum Teil auf Linienebne ermittelt, aufbereitet und ein quantifizierbarer Vergleich realisiert. In relevanten und aussagekr├Ąftigen Kennzahlen konnten die teilnehmenden Unternehmen aus der Galvanobranche miteinander verglichen werden. Daraus konnten zum Teil Ma├čnahmen abgeleitet werden, wie Blockheizkraftwerke (BHKWs), Erneuerung von ├Ąlteren Becken, PV-Anlagen, die nutzenbringend von einer Vielzahl von Unternehmen umgesetzt werden k├Ânnten, um die Energie- und Ressourceneffizienz zu erh├Âhen und zeitgleich den CO2-Fu├čabdruck zu reduzieren.




Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenPhase 1: Bestandsaufnahme
Die Erstellung einer soliden Datengrundlage ist beim Aufbau eines Benchmarks besonders wichtig. Zur Gew├Ąhrleistung der Vergleichbarkeit m├╝ssen die Unternehmen auf die gleichen, bzw. auf vergleichbare Datenstamms├Ątze zur├╝ckgreifen. Da allerdings die vorhandenen Datengrundlagen ┬ľ durch installierte Messsysteme, integrierte PPS-Systeme, oder ├Ąhnliche Produktionsplanungssysteme ┬ľ bei den KMU un-terschiedlich stark ausgepr├Ągt sind, wurde diese erste Phase dazu genutzt, um die vorhandenen Syste-me und Informationsquellen, wie Lastg├Ąnge, Messger├Ąte, Energierechnungen, Inventarlisten, Gleichzei-tigkeitsfaktoren, Hauptenergieverbrauchern in der Galvanotechnik und PPS-Systeme in Galvanikbetrie-ben zu bestimmen.
Dar├╝ber hinaus ergab die Auswertung des aktuellen Stands der Technik, dass momentan kein Bench-marking-Tool verf├╝gbar ist, welches die spezifischen Anforderungen f├╝r das Benchmarking von Galva-nikbetrieben vollumf├Ąnglich abbildet. Obwohl sich das Benchmarking als eines der zentralen Instrumente zur Potenzialaussch├Âpfung dieser ver├Ąnderten Rahmenbedingungen herausstellt, wird und kann dieses von Galvanikbetrieben momentan noch nicht angewendet werden. Somit wurde ein gro├čer Bedarf f├╝r ein Benchmarking-Tool identifiziert, mit dem sich Galvanikbetriebe anonym und leicht miteinander verglei-chen und ebendiese Potenziale mit aussagekr├Ąftigen Kennzahlen offenlegen k├Ânnen.

Phase 2: Methodikerstellung
In Vorbereitung der Methodikentwicklung wurde die Marktsituation und Struktur der Galvanoindustrie so-wie den Hauptenergieverbrauchern in der Galvanotechnik durchgef├╝hrt. Zudem wurden in der Literatur Methoden zur Gestaltung und Durchf├╝hrung von Benchmarks in der Galvanoindustrie und KMU- sowie galvanospezifische Probleme bei der Durchf├╝hrung von Benchmarkings identifiziert. Wichtig war das Li-teraturscreening zu aktuell verf├╝gbaren Benchmarking-Tools f├╝r die verarbeitende Industrie. Dabei wur-den die in den Tools genutzten Effizienzkennzahlen erl├Ąutert. Im letzten Schritt der Literatursichtung wur-den weitere in der Fachliteratur empfohlene Kennzahlen, die nicht in aktuellen Tools verwendet werden, identifiziert. Es wurden Anforderungen an die Benchmarking-Methodik sowohl durch die DIN EN 16231 als auch f├╝r KMU im Allgemeinen und f├╝r Galvanikbetriebe im Speziellen definiert, die aus der ausgewer-teten Literatur abgeleitet wurden. Anhand dieses Anforderungskatalogs wurde die Methodik schrittweise entwickelt, um den vorhandenen Mangel bisheriger Benchmarks hinsichtlich einer Eignung f├╝r die Galva-notechnik gerecht zu werden.

Der Kennzahlenkatalog bildet die Grundlage der entwickelten Benchmarking-Methodik. Als Anforderung wurde die theoretische, galvanikspezifische Eignung der Kennzahlen vorausgesetzt. ├ťblicherweise ver-wendete Kennzahlen wurden verdichtet, angepasst und um weitere Kennzahlen erg├Ąnzt. Der so theore-tisch entstandene Kennzahlenkatalog wurde anschlie├čend mithilfe der beiden assoziierten Lohnbeschich-tungsbetriebe auf dessen praktische Eignung hin bewertet und eingegrenzt. Um sowohl die ├ťbersicht-lichkeit der Benchmarking-Methodik als auch einfache Aussagen zu gew├Ąhrleisten wurden theoretisch verf├╝gbare Kennzahlen reduziert. Kennzahlen zur Energie- und Ressourceneffizienz stellen stets ein Ver-h├Ąltnis zwischen einem Aufwand, beispielsweise dem Energieeinsatz, und einem Nutzen, beispielsweise der beschichteten Oberfl├Ąche, dar. In einem ersten Schritt zur Verdichtung des Kennzahlenkatalogs wur-den daher nur Kennzahlen aufgenommen, die ein solches Verh├Ąltnis beschreiben. Ausgenommen hiervon wurden einige Kennzahlen f├╝r statistische Auswertungen wie Anteil Energieverbrauch aus Kraft-W├Ąrme-Kopplung [%] oder Anteil Energieverbrauch aus erneuerbaren Energiequellen [%].

Phase 3: Aufbau des Benchmarks

Das urspr├╝ngliche Vorgehen mit geplanten Messkampagnen musste aufgrund der COVID-Pandemie und der darauffolgenden Vorsicht der Unternehmen, nur noch f├╝r das Unternehmen elementare Besuche zu-zulassen, verworfen werden und es wurde auf den entwickelten Fragebogen zur├╝ckgegriffen. Das ur-spr├╝ngliche Vorgehen sah vor, dass als Grundlage ein Messkonzept erstellt wird. Dieses Messkonzept h├Ątte auch anderen KMU zur Verf├╝gung gestellt werden sollen, da viele Unternehmen nicht wissen, wo, wie und welche Messger├Ąte angeschlossen werden k├Ânnen, um Energieeffizienzpotenziale zu identifizie-ren. Die Entwicklung des Messkonzepts sollte unter der Beteiligung der beiden KMU erfolgen. Anschlie-├čend war es vorgesehen die entsprechenden Messungen bei den assoziierten Partnern und den Bench-mark-Teilnehmern durchzuf├╝hren. Durch die Pandemie wurde bereits in der Methodikerstellung auf einen Fragebogen als Tool der Datenerhebung zur├╝ckgegriffen und ein entsprechendes Template erstellt.

Durch die Mailingaktionen des Fraunhofer IPAs und des Zentralverbands f├╝r Oberfl├Ąchentechnik (ZVO) und deren vorhandene Datenbanken, die Platzierung in diverseren branchenspezifischen Newslettern und Webseiten (WOMAG, IPA, ZVO, etc.) konnten mehr als 1.000 Unternehmen aufgerufen werden am Benchmark teilzunehmen. Diesem Aufruf sind 40 Unternehmen gefolgt, wobei schlussendlich 17 Unter-nehmen/Standorte/Werke miteinander verglichen werden k├Ânnen. Dabei konnten 17 Unternehmen auf Un-ternehmens- und neun auf Linienebene verglichen werden. Die Hauptgr├╝nde, weshalb wenige R├╝ckl├Ąufer nach Versand der Fragebogen erhalten wurden, liegt vermutlich am hohen Zeitaufwand zur Bef├╝llung des Fragebogens, oder an der vorhandenen Datengrundlage des Unternehmens.


Ergebnisse und Diskussion

Im Gegensatz zu den 1985 und 2007 durchgef├╝hrten Benchmarks f├╝r die Galvanobranche wurden beim Benchmark des Projekts BenG vor allem energetische Verbrauchsdaten f├╝r die Bestimmung von Kenn-zahlen verwendet. Dabei wurden die Kennzahlen nicht, wie im ├Âsterreichischen Benchmark, auf die Mitar-beitenden, sondern auf Rohmaterialeinsatz, Betriebsstunden, Beschichtungsvolumen und -oberfl├Ąche sowie auf schichtmetallhaltiges Material bezogen. Weiterhin wurde zwischen dem elektrischen und ther-mischen Energieverbrauch unterschieden und die dadurch entstehenden CO2-Emissionen ber├╝cksichtigt.
Im Folgenden werden vor allem die Kennzahlen Energiebedarf pro beschichteter Oberfl├Ąche (kWh/m┬▓), Gesamt-CO2-Emissionen eines Unternehmens (tCO2) sowie CO2-Emissionen pro Gesamtenergiever-brauch (kgCO2/kWh) f├╝r ausgew├Ąhlte Unternehmen dargestellt und bewertet. Die Auswahl ergibt sich durch den Ausf├╝llungsgrad der Frageb├Âgen sowie die Vergleichbarkeit der Verfahren.
Am Benchmark haben insgesamt 17 Unternehmensstandorte mit verschiedenen Einzelschichten und Li-nien teilgenommen. Nicht alle haben den Fragebogen vollst├Ąndig ausgef├╝llt. Bei vielen Unternehmen ist eine exakte Aufschl├╝sselung der Daten, wie sie f├╝r die Bestimmung der Kennzahlen notwendig w├Ąre, nicht vollumf├Ąnglich m├Âglich gewesen. Aufgrund der hohen Heterogenit├Ąt und der relativ geringen Anzahl an Standorten konnten nur zwei Verfahren detaillierter untereinander verglichen werden. Diese sind Zink sowie Kupfer-Nickel-Chrom bei der Kunststoffbeschichtung.
Eines der wichtigsten Kennzahlen ist der ┬äEnergiebedarfe in Kilowattstunden pro beschichteter Oberfl├Ą-che┬ô von den Unternehmen auf Unternehmensebene. Die Kennzahl konnte aufgrund der entsprechenden Datenverf├╝gbarkeit bei 9 von 17 Unternehmen gebildet werden. Die Energiebedarfe sind jeweils in elektrischen und thermischen Energieverbrauch aufgeteilt. Auff├Ąllig ist, dass bei den Kunststoffgalvani-ken der Anteil des elektrischen Energieverbrauchs am Gesamtenergieverbrauch h├Âher ist als bei den Zink- und Kupfer-Nickel-Chrom-Verfahren. Bei der Betrachtung auf Unternehmensebene ist in diesem Bi-lanzrahmen allerdings nicht deutlich erkennbar, welche weiteren elektrischen Verbraucher mit in den Ver-brauch einflie├čen. Dies kann erst bei einer Betrachtung auf Linien oder Prozessebene schl├╝ssig interpre-tiert werden. ├ťber den gesamten Benchmark betr├Ągt der durchschnittliche Energiebedarf ungef├Ąhr 24 kWh/m┬▓ auf Unternehmensebene.

Die unterschiedlichen Verh├Ąltnisse von thermischem und elektrischem Energiebedarf entstehen durch die Heterogenit├Ąt der Verfahren. Jedes Beschichtungsverfahren erfordert eine Abfolge von Vorbehandlungs-, Beschichtungs- und Nachbehandlungsprozessen einschlie├člich Sp├╝lstufen. F├╝r die einzelnen Schritte sind je nach Verfahren spezifische Temperaturen notwendig, wodurch sich die Unterschiede beim ther-mischen Energiebedarf erkl├Ąren lassen. Das ist die Ursache f├╝r den h├Âheren thermischen Energiebedarf bei den Unternehmen, die chemisch Vernickeln. Im Gegensatz zum Verzinken erfolgt die chemische Ver-nicklung nicht bei Raumtemperatur, sondern bei Prozesstemperaturen von 85 bis 95┬░C. Wer ausschlie├č-lich Zinkverfahren anwendet, weist einen geringen Energieverbrauch auf. Die CO2-Emissionen sind bei Unternehmen mit dem deutschen Strommix im Mittel h├Âher als die mit ├ľkostrom. Die Emissionen wer-den weiter in Emissionen durch elektrischen und thermischen Verbrauch sowie durch Nutzung eines Blockheizkraftwerks (BHKW) unterteilt. Auff├Ąllig ist, dass Unternehmen mit geringen Energieverbr├Ąuchen keinen ├ľkostrom beziehen und sich die beiden S├Ąulen entsprechend nicht unterscheiden. ├ťberdurch-schnittlich hohe Emissionen sind bei den Unternehmen festzustellen, was zum Teil auf den h├Âheren Energieverbrauch schon auf Unternehmensebene zur├╝ckzuf├╝hren ist.

Das Ziel dieses Forschungsprojekts war es einen Energie- und Ressourcenbenchmark f├╝r die Galvanik-branche aufzubauen. Mit dem Benchmark verfolgt das Forschungsteam zwei Hauptziele:
Zum einen sollte mit diesem Benchmark Unternehmen aus der Galvanotechnik motiviert werden Energie- und Ressourceneffizienzprojekt umzusetzen. Die Galvanikbranche mit den unterschiedlichen Energiein-tensit├Ąten der eingesetzten Verfahren, Unternehmensgr├Â├če, Produktvielfalt und eingesetzten Technolo-gien l├Ąsst einen Vergleich nur bedingt zu. Dadurch haben die einzelnen Unternehmen keinen Vergleich, wie hoch die Energie- und Ressourceneffizienz und dadurch auch das Kostensenkungspotenzial sein kann. Dieser Umstand mindert die Bereitschaft in Effizienzma├čnahmen zu investieren.
Zum anderen sollte durch den erhobenen Benchmark Energie- und Ressourceneffizienzma├čnahmen ab-geleitet, quantifiziert und der Galvanikbranche als Ma├čnahmenkatalog zur Verf├╝gung gestellt werden. Durch die Bestimmung des Klassenbesten und die Ableitung und Darlegung der umgesetzten Ma├čnah-men zur Erreichung eines besseren Energie- und Ressourceneffizienzniveaus sollte Galvanikbetrieben ein Leitfaden dokumentiert werden.

Das Ziel des Aufbaus eines Benchmarks f├╝r Energie- und Ressourceneffizienz wurde erreicht. Auf Unter-nehmensebene k├Ânnen Unternehmen ihre Performance im Vergleich zu anderen Galvanikbetrieben in derselben Kategorie ├╝berpr├╝fen. Ein R├╝ckschluss, inwiefern ein Handlungsbedarf besteht, l├Ąsst der Benchmark zu und kann so Unternehmen aus der Galvanobranche motivieren ihren Energie- und Res-sourcenbezug zu optimieren und so Emissionen und Kosten einzusparen.
Auf Linienebene ist ein Vergleich nur bei einigen wenigen Verfahren und Clustern m├Âglich. Aufgrund der fehlenden Messinfrastruktur bei den Unternehmen und den nicht mehr durchzuf├╝hrenden Messkampag-nen konnte die Energie- und Ressourcenverbr├Ąuche nicht bei allen teilnehmenden Unternehmen ermittelt werden, sodass hier eine geringf├╝gige Abweichung vom Forschungsantrag festzustellen ist.
Ebenso war es ein Ziel ein Leitfaden und Ma├čnahmenkatalog f├╝r die teilnehmenden Unternehmen und al-len weiteren Unternehmen aus der Galvanikbranche zu erstellen. Aufgrund der fehlenden Messkampag-nen konnten hier die eingesetzten Technologien und Neuerungen nicht ermittelt und zusammengetragen werden. Aufgrund der Umstellung der Vorgehensweise auf eine auf Fragenkatalog-basierende Ermittlung der Energie- und Ressourceneins├Ątze konnte dieses Zielstellung nicht vollumf├Ąnglich abdeckt werden. In R├╝cksprache mit den assoziierten Partnern sollte der Fragenkatalog so gestalten werden, dass die H├╝r-de einer Teilnahme so gering wie m├Âglich sein sollte. Es sollten somit auch mit weniger Detailfragen ge-stellt werden. Der Benchmark muss eine bestimmte kritische Gr├Â├če erreichen, um zum einen die Anony-mit├Ąt zu gew├Ąhrleisten und zum anderen die relevante Aussagekraft auszuweisen. Bei zu wenigen Teil-nehmern w├Ąren beide Anforderungen nicht erf├╝llt worden, sodass hier ein Kompromiss aus Detaillie-rungsgrad und Aufwand zum Ausf├╝llen des Fragebogens eingegangen wurde. Dies f├╝hrte dazu, dass ei-nige wenige Ma├čnahmen zur Erh├Âhung der Energie- und Ressourceneffizienz und Reduzierung der Emis-sionen ermittelt wurden, bspw. Alter der Anlage, BHKW, PV-Anlage, Energiemanagementsystem, etc.




├ľffentlichkeitsarbeit und Pr├Ąsentation

Folgende Aufz├Ąhlung zeigt einen ├ťberblick ├╝ber die Aktivit├Ąten zur Verbreitung der Ergebnisse:

1. Die Ergebnisse wurden den teilnehmenden Unternehmen in einer Abschlusspr├Ąsentation vorgestellt. Hier konnten die Unternehmen sich anonym zuschalten, Fragen stellen und anschlie├čend bei den Pro-jektpartnern sich melden.

2. Dar├╝ber hinaus wurden die erzielten Ergebnisse einem Fachpublikum des ZVO (Zentralverband Ober-fl├Ąchentechnik) im Rahmen einer Messe/Fachkongress vorgestellt. Die Ergebnisse wurden von Stefan K├Âlle anschlie├čend mit interessierten Unternehmen diskutiert und es gibt relevante Ankn├╝pfungspunkte, dass weitere Unternehmen teilnehmen wollen. (https://oberflaechentage.zvo.org/rueckblick/nachbericht-2022)

3. Die Projektpartner vom EEP und IFF (Verena Lampret, Stefan K├Âlle, Ekrem K├Âse, Alexander Sauer) haben eine peer-reviewed Ver├Âffentlichung mit dem Titel ┬äBenchmarking in der Galvanotechnik - Ablei-tung relevanter Kennzahlen f├╝r Galvanobetriebe┬ô geschrieben. Das Paper wird in der Werkstatttechnik in der Ausgabe 02/23 ver├Âffentlich. Nachfolgend der Abstract des Papers:
┬äSteigende Energiekosten und ambitionierte Klimaschutzziele erh├Âhen den Handlungsbedarf, die Ener-gieeffizienz zu steigern. Um einen Vergleich und eine Entscheidungshilfe von Energieeffizienzma├čnah-men f├╝r die energieintensive Galvanobranche zu schaffen, wurde ein Energie- und Ressourceneffizienz-benchmark durchgef├╝hrt. Herausforderungen bei der Erhebung sind die Heterogenit├Ąt der Galvanobran-che sowie verschiedene Messinfrastrukturen. Dennoch ist es gelungen, einen Vergleich zu schaffen und Handlungsbedarfe sowie Ma├čnahmen zur Erh├Âhung der Energie- und Ressourceneffizienz zu identifizie-ren.┬ô

4. Das Projekt und auch die Ergebnisse werden auf der Homepage des EEP (https://www.eep.uni-stuttgart.de/forschung/projekte/), des Fraunhofer IPAs (https://www.ipa.fraunhofer.de /de/referenzprojekte/BenG.html) und der GalvanoFlex-Seite (https://www.galvanoflex-bw.de/) f├╝r weitere Unternehmen aus der Galvanobranche zur Verf├╝gung gestellt. Hier k├Ânnen interessierte Unternehmen die Unterlagen sichten und die Projektpartner kontaktieren.

5. Zur Verbreitung der Ergebnisse wurde ein Mailing mit den wichtigsten Erkenntnissen aufgesetzt. Hier hat das Fraunhofer IPA eine Mailingaktion gestartet und somit ca. 250 Unternehmen aus der Galva-nobranche erreicht.


Fazit

F├╝r das Projekt waren Messkampagnen bei teilnehmenden Unternehmen geplant, um identische Bilanz-rahmen f├╝r die Analyse der Verfahren zu gew├Ąhrleisten. Die Messkampagnen waren aufgrund der mit der COVID-Pandemie einhergehenden Kontaktbeschr├Ąnkungen nicht m├Âglich. Um dennoch die f├╝r einen Benchmark notwendigen Daten zu erhalten, wurde ein Fragebogen entwickelt. Dieser Fragebogen ermit-telt auf Unternehmens- und Linien-/Prozessebene die relevanten Daten zur Berechnung von Energie- und Ressourcenkennzahlen ab. Auf den Benchmark wurde per Mailing und auf Veranstaltungen wie den Oberfl├Ąchentagen hingewiesen. Zur Unterst├╝tzung beim Ausf├╝llen des Fragebogens, konnten teilneh-mende Unternehmen per Email R├╝ckfragen stellen oder bilaterale Gespr├Ąche f├╝hren.

Insgesamt haben 17 Unternehmensstandorte am Benchmark teilgenommen. Von diesen Unternehmen haben neun Unternehmen den Fragebogen nicht nur auf Unternehmensebene, sondern ebenfalls voll-st├Ąndig auf Linien- und Prozessebene ausgef├╝llt. So konnten die Kennzahlen dieser Unternehmen be-stimmt und miteinander verglichen werden. Weiterhin war hier eine Clusterung in Gruppen mit ├Ąhnlichen Verfahren m├Âglich. Die bestimmten Kennzahlen konnten mit Kennzahlen aus Literaturdaten verglichen werden. Durch die Heterogenit├Ąt der teilnehmenden Unternehmensstandorte und die geringe Stichpro-bengr├Â├če, waren nur wenige R├╝ckschl├╝sse auf den Mehrwert von Energieeffizienzma├čnahmen m├Âglich. Lediglich bei einem Unternehmen konnte eine alte mit einer neuen Linie verglichen werden und eine Ver-besserung der Energieeffizienz bei der neuen Linie im Vergleich zur alten festgestellt werden. Weiterhin konnte allgemein festgestellt werden, dass der Einsatz von BHKW einen Mehrwert f├╝r Unternehmen dar-stellt. Bezogen auf die Ressourceneffizienz waren aufgrund der wenigen zur Verf├╝gung gestellten Daten und der geringen Stichprobengr├Â├če kaum Aussagen m├Âglich.

Abschlie├čend lassen sich einige Handlungsempfehlungen f├╝r weitere Benchmarks identifizieren. Bezo-gen auf den Fragenkatalog sollte die Hemmschwelle f├╝r eine Teilnahme weiter gesenkt werden. Nach diesem ersten Benchmark ist nachvollziehbar, welche Daten bei Unternehmen vorliegen und welche Kennzahlen bestimmt werden k├Ânnen. Dadurch kann der Umfang des Fragenkatalogs verringert und auf wesentliche Daten beschr├Ąnkt werden. Die Bearbeitungsdauer des Fragebogens w├╝rde dadurch reduziert werden. Um einen identischen Bilanzrahmen bei teilnehmenden Unternehmen und eine identische Daten-struktur zu gew├Ąhrleisten, sollten bei einem weiteren Benchmark Messkampagnen durchgef├╝hrt werden. Dadurch wird gew├Ąhrleistet, dass nicht nur Daten aus ├╝bergeordneten Messz├Ąhlern genutzt werden k├Ân-nen, sondern alle notwendigen Daten auf Linien- und Prozessebene vorliegen. Die Wiederholung des Benchmarks k├Ânnte bei teilnehmenden Unternehmen zu einem internen Energie- und Ressourceneffi-zienztracking beitragen und den Mehrwert von umgesetzten Ma├čnahmen aufzeigen.

Als letzte Empfehlung sollte der Fragenkatalog auf einer Website implementiert werden. Teilnehmende Unternehmen k├Ânnten sich registrieren und direkt ihre Daten angeben. Die Daten werden auf Plausibilit├Ąt gepr├╝ft und automatisiert ausgewertet. Durch eine regelm├Ą├čige Datenerhebung und die Zuweisung zu ei-nem Profil f├╝r Unternehmen, kann das Unternehmen sich zeitnah den Mehrwert von Ma├čnahmen ausgeben lassen.

├ťbersicht

F├Ârdersumme

125.000,00 ÔéČ

F├Ârderzeitraum

01.03.2020 - 31.10.2022

Bundesland

Baden-W├╝rttemberg

Schlagw├Ârter

Klimaschutz
Ressourcenschonung
Umweltforschung
Umwelttechnik