Projekt 27158/01

Revitalisierung der Josefov-Wiesen in Tschechien

Projektträger

Naturschutzbund Deutschland (NABU) e. V. Michael-Otto-Institut im NABU (MOIN) Forschungs- und Bildungszentrum f√ľr Feuchtgebiete und Vogelschutz
Goosstroot 1
24861 Bergenhusen
Telefon: 04885-570

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Mit dem Projekt hatte die Tschechische ornithologische Gesellschaft/ BirdLife-Tschechien (?SO) das Ziel, ein Schutzgebiet aufzubauen, in dem optimale Lebensbedingungen f√ľr Vogelarten der Feuchtgebiete und der Feuchtwiesen geschaffen wurden. Es wird zudem f√ľr die Umweltbildung und das Naturerlebnis genutzt. Bei dem Schutzgebiet handelt es sich um das ehemalige W√§sserwiesengebiet Josefov-Wiesen in der N√§he der Stadt Jarom?? (Landkreis N√°chod, Bezirk Hradec Kr√°lov√©). Das gesamte Vorhaben wird als Ornithologischer Park Josefov-Wiesen bezeichnet. Die ?SO wurde bei der Umsetzung des Konzeptes durch das Michael-Otto-Institut im NABU fachlich unterst√ľtzt.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMit dem Projekt ist es geplant, auf einer Fl√§che (76 ha) artenreiche, regelm√§√üig bew√§sserte Wiesen (sog. W√§sserwiesen), zu schaffen, wie sie in der Aue des Flusses Metuje in der Vergangenheit pr√§gend waren. Das Gebiet ist als Brutplatz f√ľr bedrohte Vogelarten, sowie f√ľr das Vorkommen weiterer wertvoller Organismen sehr geeignet. In der Vergangenheit waren sog. W√§sserwiesen in der gesamten Region pr√§gend. Im Tal der beiden Fl√ľsse Metuje und √öpa befindet sich das technische Denkmal Wiesenw√§sserwehr Metuje mit einem System von Be- und Entw√§sserungsgr√§ben. Urspr√ľnglich diente dieses System zur Steigerung der landwirtschaftlichen Ertr√§ge. Mit der Wiederherstellung dieses Systems wurden ein optimaler Grundwasserspiegel, bzw. periodische √úberflutungen geschaffen, die positive Auswirkungen auf das √Ėkosystem der Feuchtwiesen haben.
Zu den Hauptinstrumenten bei der Renaturierung des Projektgebietes f√ľr den Ornithologischen Park Josefov-Wiesen z√§hlen:
- Rekonstruktion des Überflutungssystems mit Wiesenwässerwehr, Schiebern und Schleusen,
- Wiederherstellung eines angemessenen Grundwasserspiegels,
- Schaffung von kleinen T√ľmpeln,
- Einf√ľhrung einer traditionellen Bewirtschaftung der Wiesen - organisiert durch die ?SO. Finanzierung durch F√∂rderprogramme des Ministeriums f√ľr Landwirtschaft und des Ministeriums f√ľr Umwelt
- Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Umweltbildung. Das Projektgebiet soll von den Schulen zu Unterrichtszwecken (Unterricht im Gr√ľnen) sowie f√ľr Veranstaltungen f√ľr die √Ėffentlichkeit, genutzt werden. Der Zugang in den Park wird k√ľnftig ganzj√§hrig und geb√ľhrenfrei sein.


Ergebnisse und Diskussion

Nach detaillierten technischen Planungen und Dokumentationen konnten die wesentlichen Baumaßnahmen am Bewässerungssystem bis zum Dezember 2010 umgesetzt werden. Dazu wurde das Einlassbauwerk am Fluss Starà Metuje rekonstruiert. Weiterhin wurden 10 Schieber zur Wasserregulation am Überflutungssystem repariert oder vollkommen neu erstellt. Danach wurden dort wo notwendig die Verwallungen am Überflutungssystem erneuert.

Zur Erh√∂hung der Strukturvielfalt im Projektgebiet konnten insgesamt 18 Kleingew√§sser unterschiedlicher Ausgestaltung geschaffen werden. Die lebensraumverbessernden Ma√ünahmen wurden durch praktische Artenschutzma√ünahmen erg√§nzt. Dazu geh√∂rten der Bau einer Nisthilfe f√ľr den Wei√üstorch am Rande des Gebietes sowie der Bau von zwei Brutcontainern f√ľr den Eisvogel am Fluss Star√† Metuje.

Begleitend zu den technischen Ma√ünahmen wurde ein Monitoring von Brut- und Gastv√∂geln, Amphibien, Reptilien sowie umfangreiche Vegetationskartierungen vorgenommen. Da sich die technischen Ma√ünahmen zum Ende der Projektlaufzeit noch nicht voll auswirken konnten, wurden noch keine umfangreichen Bestandsver√§nderungen bei den erfassten Organismengruppen festgestellt. Die Ergebnisse stellen aber eine wichtige Grundlage f√ľr die Bewertung der weiteren Entwicklung im Gebiet dar.


√Ėffentlichkeitsarbeit und Pr√§sentation

Das Projekt wurde w√§hrend der gesamten Projektlaufzeit in der Region sehr beachtet. Daf√ľr war insbesondere die intensive Presse- und Medienarbeit durch die ?SO verantwortlich. Ein wichtiges Werkzeug f√ľr die √Ėffentlichkeitsarbeit stellte dabei die Website: www.josefovskelouky.cz dar. Au√üerdem wurde im Rahmen des Projektes ein Film erstellt, der den Ablauf des Projekts dokumentiert.

In allen Jahren w√§hrend der Projektlaufzeit konnten unterschiedliche Veranstaltungen in den Josefov-Wiesen f√ľr die √Ėffentlichkeit durchgef√ľhrt werden. Dazu geh√∂rten: Vogelstimmenwanderungen, Vogelfestivals und die sog. Nacht der Nachtigall. Bei diesen Veranstaltungen nahmen h√§ufig mehr als 50 Interessierte teil.

Zur Abstimmung mit Landnutzern, Beh√∂rden und Vertretern der ?SO wurde zu Projektbeginn und Projektende jeweils ein Statusseminar durchgef√ľhrt in dem wichtige Aspekte bei der Umsetzung der Ma√ünahmen diskutiert wurden.


Fazit

Mit dem Projekt Revitalisierung der Josefov-Wiesen in Tschechien ist es gelungen die technischen Grundlagen f√ľr die Wiederherstellung von sog. W√§sserwiesen zu schaffen. Durch die Gestaltung von Kleingew√§ssern im Gebiet konnte erstmals eine Zunahme der Best√§nde von verschiedenen Amphibienarten (Grasfrosch, Seefrosch) nachgewiesen werden. Das Bew√§sserungssystem wird w√§hrend der Vegetationsperiode 2012 in den geplanten Betrieb gehen und sich positiv auf den Wasserhaushalt im Gebiet auswirken k√∂nnen. Als erste positive Entwicklung kann der Brutnachweis des Kiebitzes im Gebiet. Der Kiebitz geh√∂rt zu den Arten, die im besonderen Focus bei der Gebietsentwicklung stehen.

Zuk√ľnftig soll das Gebiet intensiv f√ľr die Umweltbildung und √Ėffentlichkeitsarbeit genutzt und zu einem ornithologischen Park entwickelt werden. Dabei ist der Bau eines kleinen Besucherzentrums, sowie von Hides und Beobachtungst√ľrmen geplant.

Durch das Projekt entwickelte sich eine intensive Zusammenarbeit zwischen den beiden Projektpartnern ?SO und Michael-Otto-Institut im NABU, die f√ľr beide Seiten sehr bereichernd war. Diese Zusammenarbeit wird √ľber das Projektende hinausgehen, um das Management im Gebiet optimal zu gestalten.

√úbersicht

Fördersumme

110.381,00 ‚ā¨

Förderzeitraum

05.05.2009 - 11.06.2012

Bundesland

Grenz√ľberschreitend

Schlagwörter

Grenz√ľberschreitend
Internationale Aktivitäten
Landnutzung
Naturschutz
Ressourcenschonung
Umwelttechnik