Projekt 24127/01

Entwicklung eines Hindernisbefeuerungskonzeptes zur Minimierung der Lichtemissionen an On- und Offshore-Windenergieparks und -anlagen – Studie

ProjekttrÀger

Bundesverband WindEnergie (BWE) e. V. BundesgeschÀftsstelle
EUREF-Campus 16
10829 Berlin
Telefon: 05 41 - 3 50 60 - 41

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Windenergieanlagen (WEA) können unter bestimmten Bedingungen Verkehrshindernisse fĂŒr den Luftverkehr und fĂŒr den Seeverkehr darstellen. Als solche mĂŒssen sie zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffs- und Luftverkehrs gekennzeichnet werden. Das Vorhaben HiWUS hat zum Ziel, die maximalen Möglichkeiten zur Vermeidung und Verminderung der Kennzeichnung darzustellen. ZusĂ€tzlich sollen auf der Grundlage unabĂ€nderlicher Regelungen EntwĂŒrfe fĂŒr Befeuerungsdesigns fĂŒr die unterschiedlichen Bereiche entwickelt werden. Das Vorhaben soll dazu beitragen, durch eine maximale Reduzierung der als störend empfundenen Befeuerung die Akzeptanz dieser Technologie zu erhöhen.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der ersten Phase wurde der Status Quo der aktuellen nationalen und internationalen Regelungen fĂŒr die Bereiche Onshore-, Nearshore- und Offshore-Windenergieanlagen fĂŒr den Luftverkehr und fĂŒr den Seeverkehr erfasst. Bei dieser Erfassung geht es um die Befeuerung an sich und um die Anordnung der Feuer. Die zweite Phase hat die Feststellung des sich aus der Phase 1 ergebenden Handlungsbedarfs sowie die Feststellung der unabĂ€nderlichen Vorgaben zum Ziel.
In der dritten Phase wurden zusĂ€tzliche technische Möglichkeiten zur Optimierung der Befeuerung unter BerĂŒcksichtigung der Belange der Luft- und Schifffahrt untersucht. Hierbei wurden folgende Verfahren berĂŒcksichtigt:
o die Schaltung der Befeuerung ĂŒber Erfassung der Umgebungshelligkeit und Sichtweite
o die Schaltung der Befeuerung ĂŒber die Wahrnehmung von Luft- und Seefahrzeugen.
In den Phasen 3.4 und 3.5 erfuhr die Radartechnologie als Wahrnehmungssystem von Luftfahrzeugen noch eine besondere Konzentration. In der vierten Phase fanden die Anliegen des Naturschutzes, insbesondere des Schutzes der Zugvögel und FledermĂ€use ihren Einfluss. Diese Phase fand aufgrund ihrer Relevanz projektbegleitend ĂŒber die gesamte Vorhabensdauer statt.


Ergebnisse und Diskussion

Durch die Studie wurde verdeutlicht, dass sehr unterschiedliche und zum Teil sehr komplexe Empfehlungen und Regelungen fĂŒr die Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen in den einzelnen LĂ€ndern vorliegen. Die mit Abstand umfangreichsten Regelungen fĂŒr die Markierung und Befeuerung von WEA an Land existieren zurzeit in der Bundesrepublik Deutschland (siehe Kapitel 1.2).
Auch fĂŒr die Kennzeichnung von Offshore-WEA zeigt sich kein einheitliches Bild, obwohl hier im Gegensatz zu Onshore-WEA bereits eine internationale Empfehlung vorliegt (siehe Kapitel 1.6).
Im Rahmen der Diskussionen ĂŒber die Zwischenergebnisse der Studie wurde bestĂ€tigt, dass eine BeeintrĂ€chtigung der Anwohner durch die Tages- und Nachtkennzeichnung an WEA existiert. Da jedoch nicht eindeutig feststellbar war, welche Art der Kennzeichnung in welchem Maße als störend empfunden wird, wurde eine weitere Untersuchung dieses Bereichs als sinnvoll angesehen. Im Rahmen der HiWUS-Studie wurden daher eine Literaturstudie und eine Projektskizze fĂŒr eine empirische Untersuchung erstellt (siehe Kapitel 2.2).
Durch die Feldversuche zur Schaltung der Befeuerung ĂŒber Radarsysteme wurde festgestellt, dass eine Erfassung aller Luftfahrzeuge möglich ist (siehe Kapitel 3.4 und 3.5). In mehreren Tests an und um Windparks wurde die Schaltung ĂŒber den Empfang von Transpondersignalen und die Erfassung ĂŒber PrimĂ€rradar erfolgreich durchgefĂŒhrt. Die Ergebnisse zeigen, dass weitere Forschungen in diesem Bereich sinnvoll sind.
Die im Rahmen der HIWUS-Studie durchgefĂŒhrte Literaturstudie zum Einfluss der Befeuerung auf Vögel und FledermĂ€use hat bestĂ€tigt, dass eine negative Einwirkung besteht. Auch wenn davon auszugehen ist, dass der Einsatz von blinkenden Feuern mit einer geringen LichtintensitĂ€t nicht so störend wirkt, erscheint eine weitere Untersuchung sinnvoll. Auch hier wurde wie in Phase 3 eine Projektskizze fĂŒr eine empirische Untersuchung erstellt (siehe Kapitel 4.)


Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation

Über die Studie wurde in dem Verbandmagazin des Bundesverband WindEnergie e.V. (Neue Energie 08/2007), im Fachmagazin Erneuerbare Energien (09/2008) und im Unternehmensmagazin des Herstellers Enercon (Windblatt 02/2008) berichtet. Auf großes Interesse ist auch die Vorstellung der HiWUS-Studie bei einem deutsch/französischen Erfahrungsaustausch im November 2007 in Paris gestoßen (siehe www.wind-eole.com/de/node/508 ).
Die Ergebnisse der Studie wurden im Rahmen einer Abschlussveranstaltung am 20. Mai 2008 im Zentrum fĂŒr Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt öffentlich vorgestellt. Im Rahmen der PrĂ€sentation wurden die unterschiedlichen Befeuerungssysteme anhand eines Videos dargestellt. Am Vorabend der Veranstaltung im ZUK wurde einem Kreis von Vertretern aus Ministerien und Genehmigungsbehörden die Möglichkeit gegeben, sich unterschiedliche Befeuerungssysteme an einem Windpark im Emsland anzuschauen. Der Abschlussbericht wurde am 9. September 2008 auf der HusumWind vorgestellt.


Fazit

Um die Akzeptanz fĂŒr höhere WEA zu fördern, ist ein Interessenausgleich zwischen der Flugsicherung, der Seefahrt, des Naturschutzes und der Windbranche notwendig. Durch die Studie konnte gezeigt werden, dass es mit Einsatz neuer Techniken möglich scheint, die Wirkungen von Markierungen und Befeuerungen an WEA zu minimieren, ohne dass die Sicherheit des Flugverkehrs und der Seefahrt gefĂ€hrdet wird. Notwendig sind dafĂŒr einheitliche Empfehlungs- und Regelungskataloge auf nationaler und internationaler Ebene. FĂŒr die Erstellung solcher Regelwerke ist eine intensive Kommunikation zwischen Wirtschafts-, Ministerien- und Behördenvertretern erforderlich. Die Windbranche ist dabei gefordert, weitere innovative Ideen zur Kennzeichnung zu entwickeln und diese in Fachkreisen vorzustellen. Um Komplikationen zu vermeiden, mĂŒssen dabei rechzeitig die AnsprĂŒche der Sicherheit des Flugverkehrs und der Seefahrt berĂŒcksichtigt werden. Bei der Entwicklung neuer Systeme sollte ausreichend Zeit fĂŒr Pilotphasen eingeplant werden. Bereits in einer frĂŒhen Planungsphase sollten auch die Experten aus dem Naturschutzbereich einbezogen werden.

Übersicht

Fördersumme

124.918,00 €

Förderzeitraum

01.02.2007 - 01.05.2008

Bundesland

Niedersachsen

Schlagwörter

Klimaschutz
Ressourcenschonung
Umweltforschung
Umwelttechnik