Projekt 21697/01

Lehrerbildung im Kontext von Regionalentwicklung als Projekt nachhaltiger Entwicklung in Polen

ProjekttrÀger

UniversitĂ€t LĂŒneburg Fachbereich Erziehungswissenschaften Institut fĂŒr integrative Studien
Scharnhorststr. 1
21335 LĂŒneburg
Telefon: 04131/677-17 21

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Das Projekt verfolgt die Frage, wie Bildung und Regionalentwicklung unter der Zielsetzung einer nachhaltigen Entwicklung verbunden werden können. Ziel ist zum einen, die Lehrerbildung der Adam Mickiewicz UniversitĂ€t auf regionale Fragestellungen zu beziehen und dafĂŒr ein Konzept zu entwickeln, dass den Prozess einer nachhaltigen Regionalentwicklung als Erfahrungs-, Lern- und Gestaltungsort nutzt. Ziel ist zum anderen die Förderung einer nachhaltigen Regionalentwicklung selbst: durch BeitrĂ€ge der Studierenden und Lehrenden und durch die Entwicklung von Bildungsangeboten.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt beinhaltet die integrative Entwicklung dreier Initiativen zur Bildungs- und Regionalentwicklung:
1. Die Gestaltung der Lehrerbildung an der Adam Mickiewicz UniversitĂ€t im Sinne einer Bildung fĂŒr nachhaltige Entwicklung. Forschungs- und Entwicklungsaufgabe ist ein Studienkonzept, das theoretische Grundlagen mit der Arbeit in regionalen Praxisprojekten einer nachhaltigen Entwicklung verbindet. In Kooperation mit der BildungsstĂ€tte und mit der Projektgruppe zur Entwicklung der Vertriebsgesellschaft werden Inhalte, Methoden und Organisationsformen neuer Seminar- und Praktikumskonzepte sowie Curricula entwickelt und realisiert.
2. BildungsstĂ€tte fĂŒr nachhaltige Entwicklung der Region im Zusammenhang mit einem Bauernhof, der zu einem Modellprojekt ökologischen Landbaus in der Region entwickelt werden soll: FĂŒr die BildungsstĂ€tte und die Weiterentwicklung des Bauernhofs im Sinne ökologischen Landbaus wird eine Konzeption in Kooperation von UniversitĂ€t, Landwirtschaftsakademie und Ökonomischer Akademie und Vertretern des Marschallamts unter Beteiligung des Bauernhofs erarbeitet. Studierende aller drei Hochschulen als auch Studierende der UniversitĂ€t LĂŒneburg werden in die Konzeptentwicklung integriert.
3. Entwicklung einer Vertriebsgesellschaft fĂŒr qualitĂ€tsvolle regionale Produkte ist das zweite Praxisprojekt. Aufgabe einer entsprechenden Organisation soll neben der Vermarktung regionaler Erzeugnisse auch die Information und Kommunikation ĂŒber Bedeutung und Art der Produkte sowie ĂŒber nachhaltigen Konsum sein. Dieses Praxisprojekt dient den Studierenden ebenfalls als Erfahrungs- Lern- und Gestaltungsort im Sinne einer Bildung fĂŒr eine nachhaltige Entwicklung.


Ergebnisse und Diskussion

ZukĂŒnftig ist Bildung fĂŒr eine nachhaltige Entwicklung - im Sinne des erarbeiteten VerstĂ€ndnisses - in den Curriculua der drei UniversitĂ€ten in Poznan strukturell verankert und damit ausgewiesenes Thema in einzelnen Lehrveranstaltungen. Die BildungsstĂ€tte fĂŒr nachhaltige Entwicklung in der Region wird diese Initiativen durch entsprechende Angebote - Fort- und Weiterbildungen fĂŒr LehrkrĂ€fte, SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sowie andere Akteure der Region und als PraxisstĂ€tte fĂŒr die Studierenden der drei Hochschulen - maßgeblich unterstĂŒtzen.
Ein neuer Masterstudiengang Specialisation: Education for Sustainable Development wurde im Kontext des Wielkopolska-Projekts entwickelt und soll zum Wintersemester 2008/2009, das erste Mal angeboten werden. Der Major ist angesiedelt an der FakultĂ€t fĂŒr Erziehungswissenschaften und richtet sich an Personen aus der Bildungspolitik, Umweltbildung, lokalen und regionalen Verwaltung, Lehrerinnen und Lehrern, Schulleitungen, Förster, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regionaler und lokaler Umweltbildungszentren sowie Landwirte ökologischer Betriebe.
Entworfen und geplant wurde das Vorhaben als trans- und interdisziplinĂ€res Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das die Zusammenarbeit von vier Hochschulen mit regionalen Akteuren voraussetzte. Insbesondere fĂŒr die polnischen Partner war diese Arbeitsweise neu: gemeinsam mit den Fachleuten anderer Disziplinen an einem gemeinsamen Problem bzw. einer gemeinsamen Aufgabe zu arbeiten. Im Nachhinein wurde diese Arbeitsweise jedoch von allen als Ă€ußert effektiv und fruchtbar empfunden, die auch ĂŒber die Projektlaufzeit hinaus aufrechterhalten und sogar ausgebaut werden soll. Ausdruck findet dies z. B. in den gemeinsamen Vorhaben zur strukturellen Verankerung einer Bildung fĂŒr eine nachhaltige Entwicklung in der Erwachsenen- und Weiterbildung und außerschulischen Bildung (insbesondere durch FortfĂŒhrung der im Rahmen des Projekts errichteten regionalen BildungsstĂ€tte) in Wielkopolska.


Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation

Das Projekt verfĂŒgt ĂŒber eine eigene Internetseite (www.wielkopolska-org.de), auf der ĂŒber die Konzeption und den Projektverlauf berichtet wurde. Als Informations- und Kommunikationsmedium wurde ein Flyer erstellt, der ĂŒber die Idee und das Vorhaben des Projekts aufklĂ€rt. Die DBU hat das Projekt durch einen eigenen Flyer als beispielhaftes fĂŒr ihren Förderschwerpunkt Umweltbildung kommuniziert. Im wissenschaftlichen Kontext wurde das Projekt vorgestellt und diskutiert durch: AufsĂ€tze, Tagungen, Publikation Innovation und Tradition (im Erscheinen)


Fazit

Insgesamt konnte das Wielkopolska-Projekt einen wichtigen Beitrag zum deutsch-polnischen Dialog und zur praktischen Entwicklung der Infrastruktur ĂŒber eine (Bildung fĂŒr) nachhaltige Entwicklung leisten und wurde u. a. deswegen als offizielles Weltdekade-Projekt 2006/ 2007 der Deutschen UNESCO-Kommission ausgezeichnet

Übersicht

Fördersumme

124.940,00 €

Förderzeitraum

10.01.2005 - 10.01.2007

Internet

www.leuphana.de

Bundesland

GrenzĂŒberschreitend

Schlagwörter

,GrenzĂŒberschreitend
Umweltkommunikation