Projekt 17919/01

Modellhafte Restaurierung hochwertiger, umweltgeschÀdigter Epitaphien unter Erprobung eines innovativen Datenbankschemas

ProjekttrÀger

Kirchenkreis Egeln und HalberstadtKirchliches Verwaltungsamt Halberstadt
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38804 HalberstadtZielsetzung und Anlass des Vorhabens Gegenstand des Projektes bilden zwei Epitaphen in den Kirchen Ampfurth und Harbke (S.-A., Bördekreis). Die ĂŒberregionale kunsthistorische hochrangigen AusstattungsstĂŒcke zeichnen sich besonders durch ihre herausragenden bildhauerischen Arbeiten unter Verwendung verschiedener Gesteinsvarianten aus. An den AusstattungstĂŒcken sind massive SchĂ€digungen zu detektieren. Die beobachteten SchadensphĂ€nomene lassen sich ursĂ€chlich auf die Einwirkung anthropogener UmwelteinflĂŒsse zurĂŒckfĂŒhren. Der progressive Schadensverlauf erfordert die rasche Sicherung der Objekte, wobei es zu den Gesteinsvarianten modellhaft die Vorgehensweise zu erproben ist. Im Zuge der ProjektdurchfĂŒhrung soll neben der modellhaften Restaurierung an den Epitaphen, gleichzeitig ein Datenbanksystem erprobt werden, welches zur Inventarisierung von Kunstgut entwickelt und bisher nur hierfĂŒr angewendet wurde. Aus den Erkenntnissen der Untersuchungen und restauratorischen TĂ€tigkeiten werden weiterfĂŒhrende RĂŒckschlĂŒsse und HandlungssĂ€tze zur Sicherung der anderen, in diesen Kirchen befindlichen Epitaphen, als auch fĂŒr die im nĂ€heren Umfeld zu findenden, erwartet. FĂŒr die Kunstguterfassung erwartet man sich einen Lösungsansatz fĂŒr das HinzufĂŒgen von Daten in eine in sich abgeschlossene Erfassung. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEpitaph des Asche v. d. Asseburg (1582) in der Dorfkirche in AmpfurthDas Epitaph war stark verschmutzt und auf den diversen Stein- und Alabasterarten lag eine Gipsverkrustung, Fugen waren schadhaft oder bei frĂŒheren Maßnahmen unsachgemĂ€ĂŸ gekittet worden. Im Sockelbereich des Epitaph fanden sich massive Verluste im Bereich des gelben Sandsteines durch Absandung im Bereich des Kalksteines, sowie des grauen Sandsteines, durch sich dick aufwerfende Gipskrusten. Zur Dokumentation und Bearbeitung wurde ein fotogrammetrisches Aufmass angefertigt. Als Ursache fĂŒr die Durchfeuchtung, bzw. Krustenbildung, wird die Durchfeuchtung des Außenmauerwerkes und Kondenswasserbildung auf der EpitaphoberflĂ€che (50-100% Raumfeuchtigkeit im Jahresverlauf), festgestellt. Die Mörtel- und Gesteinsuntersuchung ergab, dass das Epitaph aus 6 verschiedenen Gesteinsarten (Sand- und Schaumkalkstein, Alabaster und Schiefer) zusammengesetzt ist. FĂŒr das Schließen der Fugen und zum Versatz wurde Gipsmörtel verwendet. Nach Vorlage aller naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und in Absprache mit dem Landesamt f. Denkmalpflege in Halle, wurden alle schadhaften und unsachgemĂ€ĂŸ ausgefĂŒhrten Fugen und Gipskrusten soweit wie möglich entfernt, die OberflĂ€chen des Alabaster gereinigt und Steinkonsolidierende Maßnahmen durchgefĂŒhrt. Lose Sandsteinpartien wurden durch Anböschung gesichert. Die Schiefer-Inschriftentafel wurde ausgebaut und zur Stabilisierung auf eine PolyethyltrĂ€gerplatte appliziert. Im Zuge der Untersuchung und Bearbeitung des Epitaphs wurde deutlich, dass fĂŒr sein Gesamtbauwerk statische Probleme bestehen. Die EinschĂ€tzung eines Statikers, ergibt jedoch noch nicht die Notwendigkeit, es vollstĂ€ndig abzubauen, sondern er empfiehlt lediglich die VerstĂ€rkung der RĂŒckverankerung an der Außenwand. Diese Sicherungsmaßnahme ist noch nicht realisiert worden. Des weiteren ist die Sicherung der Reliefgrabplatte, unmittelbar vor dem Epitaph im Fußboden liegend, noch nicht realisiert worden. Epitaph der Tochter des H. v. BĂŒlow in Harbke Neben starker Verschmutzung auf der EpitaphoberflĂ€che, zeigte sich bei allen Sandsteinpartien Substanzverluste in Form von Absandung, Aufschiefern und Bröckelzerfall. Zur restauratorischen Maßnahme wurde entschieden, dass StĂŒck auszubauen, was eine entsprechende Voruntersuchung und Dokumentation voraussetzte. Die Untersuchung an den Steinen ergab eine erhebliche Belastung mit bauschĂ€dlichen Salzen, so dass salzreduzierende und steinkonsolidierende Maßnahmen erforderlich wurden. Die Alabasterbereiche zeigten keine Verwitterungserscheinungen und brauchten daher nur gereinigt werden. Das Epitaph wurde bei seiner Errichtung in eine Nische unter ein Nordseitenfenster eingebaut. Das Problem, der mit Feuchtigkeit und Salzen belasteten Außenwand, konnte im Zusammenhang dieser Maßnahme nicht gelöst werden, daher wurde das Epitaph beim Wiedereinbau durch Bleibleche gegen unmittelbaren Wandkontakt isoliert. Ergebnisse und Diskussion Zum Epitaph des Asche von der Asseburg (1582) in der Dorfkirche zu Ampfurth - Die Sicherung der OberflĂ€chen ist abgeschlossen. - Die konstruktive Sicherung des gesamten Epitaphs ist dringend erforderlich. - Eine Überwachung der Salzbildung und restauratorische Nachbehandlungen sind erforderlich. - Unklar ist geblieben, ob die ursprĂŒngliche monochrome Überfassung auch als OberflĂ€chenschutz gedacht war. - Problematisch bleiben die raumklimatischen VerhĂ€ltnisse (Tauwasserbildung) Zum Epitaph der Tochter des Heinrich von BĂŒlow in Harbke - Die Sicherung der OberflĂ€chen ist abgeschlossen. - Eine Überwachung der Salzbildung und restauratorische Nachbehandlungen sind erforderlich. - Die tatsĂ€chliche, nicht vom Raumklima abhĂ€ngende Feuchtigkeitsbelastung der Außenwand, bleibt umstritten. Wahrscheinlich ist die Tauwasserbildung auf der EpitaphoberflĂ€che das eigentliche Problem. Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation - Artikel in der Volksstimme(Ausgabe fĂŒr den Bördekreis) im Juli und Oktober 2001 und am 11.Juli 2002 - AbschlussgesprĂ€ch ĂŒber die Arbeiten mit dem Landesamt fĂŒr Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde des Bördekreises am 10.07.2002 Fazit - Epitaphen aus Stein werden in ihrer OberflĂ€che in Folge von Salzablagerungen stĂ€rker durch raum-klimatische Bedingungen als durch in das Bauwerk eindringende Feuchtigkeit, geschĂ€digt. - Der Verzicht auf eine gesamte Überfassung begĂŒnstigt die OberflĂ€chenbeschĂ€digung, wenn auch umstritten bleibt, weshalb eine solche Überfassung (Schutz oder Ă€sthetisches Problem) erfolgte. Die bei der Bearbeitung gewonnenen Erkenntnisse, Daten, usw. lassen sich in das vorhandenen System der Kunstguterfassung nicht einordnen.

Übersicht

Telefon

03941/6986-34

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Bundesland

Sachsen-Anhalt

Fördersumme

52.963,19 €

Förderzeitraum

31.07.2000 - 31.07.2002