Projekt 11976/01

Zukunftsfähiges umweltorientiertes Wirtschaften in den neuen Bundesländern

Projektdurchführung

Haus der Umwelt e. V.
Torgauer Str. 76
04318 Leipzig

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Mit diesem Projekt soll ein Modell angearbeitet werden, das die Spezifik ostdeutscher Unternehmen
berücksichtigt und neben der Durchsetzung von Umweltmanagementsystemen über die Unternehmensleitung das Potential der Mitarbeiter zur Berücksichtigung umweltrelevanter Verhaltensweise und aktiver Mitgestaltung im Unternehmen selbst beinhaltet. Durch die aktive Einbeziehung der Mitarbeiter in die Gestaltung einer ökologischen Unternehmenskultur sollen sie langfristig als Multiplikatoren für ein ökologisches Verhalten auch außerhalb des Unternehmens wirken.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Erarbeitung des methodischen Instrumentariums sowie die inhaltliche Begleitung des Projektes erfolgte in Kooperation mit dem Umweltforschungszentrum und zwei, auf dem Gebiet des betrieblichen Umweltschutzes, tätigen Ingenieurbüros. Das Instrumentarium wurde bei sechs Unternehmen der Region Leipzig, unterschiedlicher Größe und Branche, angewendet.
Dabei wurde in folgenden Arbeitschritten vorgegangen:

1. Analyse der Unternehmen hinsichtlich seiner Organisationsstruktur und Aufgabenverteilung unter umweltrelevanten Gesichtspunkten.
2. Erarbeitung eines Befragungsinstrumentariums für ausgewählte Mitarbeiter sowie aller Unternehmensmitarbeiter zur Ermittlung ihrer umweltrelevanten Einstellung und Verhaltensweisen.
3. Durchführung und Auswertung der Befragungen. Diskussion der Ergebnisse in den Unternehmen.
4. Ableitung von Instrumentarien zur Einbindung regionaler Unternehmen in Netzwerkstrukturen für ein zukunftsfähiges umweltorientiertes Wirtschaften.


Ergebnisse und Diskussion

Die Projektergebnisse belegen, dass bei der überwiegenden Anzahl der Mitarbeiter in den untersuchten Unternehmen eine hohe Bereitschaft zur Mitarbeit an der Lösung von Problemen des betrieblichen Umweltschutzes vorhanden ist. Unterschiede zwischen den Unternehmen resultieren aus der Branchenspezifik und der sozialen Struktur der Belegschaft.
Die Mitarbeiterbefragung hat ebenso deutlich gemacht, dass ein großes Interesse an weiterer Umweltbildung, die über das gesetzlich definierte Maß (z.B. Beauftragtenschulung) hinaus geht, besteht. Dazu sind zukünftig spezifische Inhalte und Lernformen, zugeschnitten auf die Bedürfnisseder überwiegend kleinen Firmen, zu entwickeln.
Die Diskussion der Befragungsergebnisse mit den Unternehmensführungen zeigte, dass einige Aussagen auch für die Geschäftsführung überraschend und neu waren. Das vorhandene Mitarbeiterpotential wurde bisher oft unterschätzt.
Das Projekt hat gezeigt, dass die Orientierung der Wirtschaft zu einem zukunftsfähigen umweltorientierten Wirtschaften ein sehr zeitaufwendiger und von Vertrauen geprägter Prozess ist.
Die Einführung eines betrieblichen Umweltmanagements, unter Nutzung der eigenen betrieblichen Potenzen, zugeschnitten auf die realen Möglichkeiten der überwiegend kleinen Betriebe, ist Hauptaufgabe der nächsten Jahre.
Die dazu notwendige Sensibilisierung der Unternehmen erfordert, unter den wirtschaftlichen Bedingungen der neuen Bundesländer, eine sehr direkte und persönliche Kommunikation.
Mit der Einrichtung bestimmter Kommunikationsformen (Umweltstammtische), thematischer Arbeitskreise aus Vertretern der Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft sowie kontinuierlicher Unternehmensan-sprachen hat sich das Haus der Umwelt e.V. in der Region Leipzig für diese Aufgabe empfohlen.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Das Projekt mit seinen Ergebnissen wurde im Rahmen der Agenda 21 im Arbeitskreis Leipziger Agenda 21 und Öko-Audit präsentiert.
In Anerkennung seiner Arbeit, insbesondere der Kommunikation mit regionalen Unternehmen, der Verwaltung und wissenschaftlichen Einrichtungen, wurde dem Haus der Umwelt e.V. mit Beginn des Jahres 2000 die Leitung und Koordinierung dieses Arbeitskreises übertragen.


Fazit

Das Haus der Umwelt e.V. nimmt die Ergebnisse des Projektes zum Anlass, die Umweltkommunikation
für die Region Leipzig weiter auszubauen. Es sind weitere Unternehmen anzusprechen, ihre Bedürfnisse aufzunehmen und über geeignete Strukturen umzusetzen.
Der Aufbau eines Kompetenzzentrums Nachhaltiges Wirtschaften in Leipzig, das die Kompetenzen
der Partner aus der Stadtverwaltung, der Wirtschaft und den Wissenschaften so verbindet, dass die Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung erreicht werden kann, ist Herausforderung und Aufgabe der nächsten Jahre.

Übersicht

Fördersumme

100.785,86 €

Förderzeitraum

01.07.1998 - 30.11.2000

Bundesland

Neue Bundesländer

Schlagwörter

Neue Bundesländer
Umweltkommunikation