Projekt 11707/01

Einrichtung einer Umweltkommunikationsagentur f√ľr den Stadtteil Hannover Kronsberg im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000

Projektträger

KUKA GmbH i.L.c/o Werner Jesse
Liebigstr. 38
30163 HannoverZielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000 hat die Landeshauptstadt Hannover einen neuen Stadtteil Kronsberg geplant, der unter √∂kologischen, st√§dtebaulichen und sozialplanerischen Gesichtspunkten vorbildlich entwickelt und realisiert wurde. Bei der Gestaltung der neuen Siedlung Kronsberg mit ihren geplanten 6.000 Wohnungen wurde ein neuer, f√ľr die Entwicklung von Baugebieten Beispiel gebender Weg zur vorbildlichen Erf√ľllung der wichtigen Aufgaben wie Naturschutz, Klimaschutz, Abfallentsorgung, Wasser- und Bodenschutz aufgezeigt und beschritten. Um die vielf√§ltigen Ideen und zeitgleichen Bau- und Planungsvorhaben unter √∂kologischen Gesichtspunkten effektiv zu realisieren, bedurfte es einer umfassenden Umweltkommunikation. Allein die Vielzahl der Akteure und Nutzer erforderte eine vern√ľnftige Abstimmung zwischen den vielf√§ltigen √∂kologisch vorbildlichen Aktivit√§ten. Die Kronsberg-Umwelt-Kommunikations-Agentur GmbH (KUKA) wurde gegr√ľndet, um diese Abstimmung vorzunehmen und die verschiedenen Einzelaktivit√§ten zu einer Gesamtkonzeption zusammen zu f√ľhren. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm den neuen Stadtteil im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erfolgreich realisieren zu k√∂nnen, muss-ten Kommunikationsstrukturen geschaffen werden, um die unterschiedlichen Akteure und Nutzer im und um den Stadtteil in den Stand zu versetzen, den neuen oder ver√§nderten Anforderungen, die das nachhaltige Bauen und Wohnen mit sich bringen, gerecht zu werden. Dabei ging es in der ersten Phase darum, den √∂kologischen Stand der Technik und des Wissens aufzuarbeiten, zu analysieren und den einzelnen Akteuren verf√ľgbar zu machen. Der Arbeitsschwerpunkt der KUKA w√§hrend der Planung und des Baues der ersten Geb√§ude auf dem Kronsberg lag in der Entwicklung und Umsetzung eines detaillierten und in sich schl√ľssigen Qualifizierungskonzeptes f√ľr Bautr√§ger und Bauausf√ľhrende sowie f√ľr die Bewohner im Bereich Energetische Optimierung und √Ėkologisches Bauen/ √∂kologische Baustoffe/umweltvertr√§gliche Baumaterialien. Ein umfassendes Pr√§sentationskonzept f√ľr die Besucher der Weltausstellung wurde erstellt. Dar√ľber hinaus definierten das Umweltkommunikationskonzept, das F√ľhrungskonzept und das Umweltbildungskonzept wesentliche Arbeitsbereiche der KUKA. Ergebnisse und Diskussion Die KUKA hat in ihrer 4 ¬Ĺ - j√§hrigen Projektlaufzeit zahlreiche Projekte initiiert, innovative Kommunikationsinstrumente f√ľr die am Bau Beteiligten und die Bewohnerinnen und Bewohner eines Stadtteils entwickelt und umgesetzt. Dar√ľber hinaus hat sie wesentlich dazu beigetragen, dass Hannovers neuer Stadtteil Kronsberg auch weit √ľber die Stadtgrenzen Hannovers als Modellprojekt f√ľr das ressourcenschonende Bauen im 21. Jahrhundert bekannt geworden ist. Die wichtigsten Zielgruppen der KUKA waren anfangs die Planer und Architekten des Stadtteils, sp√§ter die Bauausf√ľhrenden und schlie√ülich die gro√üe und wichtige Gruppe der Bewohnerinnen und Bewohner. F√ľr diese sehr unterschiedlichen Gruppen hat die KUKA nicht nur bew√§hrte Instrumente und Methoden der Kommunikation und Information eingesetzt, sondern auch ganz neue entwickelt. Besonders erw√§h-nenswert sind die Baustellengespr√§che f√ľr Handwerker, die Energie-Coaching-Seminare f√ľr die Mieter und der Kronsberg-Ordner als Nachschlage- und Informationsmedium, der regelm√§√üig aktualisiert wurde und dauerhaft in den Haushalten bleibt. Auch die sehr gut besuchten Fachkongresse am 4./5. Mai 2000 und 22./23. November 2001 haben sich intensiv mit den Kommunikationsprozessen befasst. Am von der DBU gef√∂rderten Qualifizierungsmodell der KUKA als wesentlicher Baustein des Kommunikationskonzeptes haben mehr als 3.500 Personen teilgenommen. √Ėffentlichkeitsarbeit und Pr√§sentation √Ėffentlichkeitsarbeit in und √ľber den Stadtteil Kronsberg und √ľber ihre eigene Arbeit sowie die Pr√§sentation des Projekts √Ėkologische Optimierung Kronsberg war eine wesentliche Aufgabe der KUKA. Nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner wurden regelm√§√üig mit dem Umweltmagazin Kronsberg life, dem Kronsberg-Ordner und Veranstaltungen √ľber ihren Stadtteil informiert. Auch externe Besucher und Fachleute hatten die M√∂glichkeit, sich auf F√ľhrungen, Veranstaltungen, der Ausstellung im Stadtteilzentrum w√§hrend der EXPO 2000 und schlie√ülich auch auf dem Weltausstellungsgel√§nde selbst (im Themenpark Umwelt: Landschaft, Klima) ein Bild vom Stadtteil und der Arbeit der KUKA zu machen. Neben intensiver und fruchtbarer regionaler wie √ľberregionaler (Fach-)Pressearbeit trugen vor allem die beiden Fachkongresse der KUKA zur nachhaltigen Stadtentwicklung dazu bei, dass der Kronsberg als zukunftsweisendes Modell nachhaltiger Stadtentwicklung weit √ľber die Grenzen Hannovers bekannt geworden ist. Auch in zahlreichen Vortr√§gen im In- und Ausland wurde das Modell KUKA pr√§sentiert und erfuhr gro√üe Anerkennung. Fazit Die wissenschaftliche Begleitung des Instituts f√ľr Umweltkommunikation der Universit√§t L√ľneburg ist auf Basis von drei Bewohnerbefragungen in den Jahren 1999, 2000, 2001 sowie weiteren begleitenden Erhebungen zu einer sehr positiven Einsch√§tzung der KUKA-Aktivit√§ten gekommen. Bereits die Qualifizierung f√ľr die Beteiligten des Bauprozesses war immens wichtig f√ľr die Qualit√§t der Bauausf√ľhrung, aber auch f√ľr die Akzeptanz und Identifikation der Akteure mit den hohen energetischen Anforderungen. F√ľr die Bewohner stellte die KUKA nach Einsch√§tzung der Universit√§t L√ľneburg von Beginn an eine wichtige Anlaufstelle dar. Neben den am Kronsberg umgesetzten innovativen Konzepten und den dadurch erforderlichen Verhaltensweisen, die √ľber die KUKA vermittelt wurden, kommunizierte die KUKA auch bundesweit die Philosophie des nachhaltigen Stadtteils und damit auch der gesamten nachhaltigen Stadtteilentwicklung. Als unabh√§ngige Einrichtung besa√ü sie laut Universit√§t L√ľneburg ein hohes Ma√ü an Glaubw√ľrdigkeit. Die Akzeptanz der Bewohnerinnen und Bewohner gegen√ľber den Informationen der KUKA war entsprechend gro√ü. Nicht nur der PR-Preis Klimaschutz und der Energy Globe Award zeigen, dass die Arbeit der KUKA nicht nur in Hannover wahrgenommen wurde und viel Anerkennung erfahren hat. Die KUKA hat bewiesen, wie wichtig und nachweisbar wirkungsvoll Umweltkommunikation in einem klar definierten Handlungsfeld wie der nachhaltigen Stadtentwicklung ist. Mit der KUKA d√ľrfte ein erster Meilenstein in der Umweltkommunikation im nachhaltigen St√§dtebau gesetzt worden sein. Schlie√ülich sollte auch nicht unerw√§hnt bleiben, dass gerade durch die sehr offensiven Aktivit√§ten der KUKA in der Fachwelt der Begriff Umweltkommunikation bundesweit weiter ins Bewusstsein ger√ľckt und nicht zuletzt durch die vielen good-practice-Beispiele am Kronsberg greifbarer geworden ist.

√úbersicht

Telefon

0511/120-6716

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Bundesland

Niedersachsen

Fördersumme

1.196.934,29 ‚ā¨

Förderzeitraum

01.07.1997 - 31.12.2001