Projekt 11519/01

Trocknung von wasserlöslichen Lacken mit trockener Luft

Projektträger

Schlierbach GmbH
Felsweg 6 a
35435 WettenbergZielsetzung und Anlass des Vorhabens Zur Zeit werden wasserl√∂sliche Lacke mit einem hohen Energieaufwand bei Temperaturen zwischen ca. 60 und 150¬įC getrocknet. Um diesen Energieaufwand zu reduzieren, soll die Trocknung dieser Lacke mit trockener Luft erfolgen. Dazu sind die abs. Feuchte und Temperatur der Trocknungsluft und die Trocknungszeiten theoretisch sowie auch in Versuchen zu ermitteln. Es soll eine Versuchsanlage entwickelt werden, mit der dieses Trocknungsverfahren unter Produktionsbedingungen durchgef√ľhrt werden kann. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden- Zur Durchf√ľhrung des Vorhabens m√ľssen verschiedene theoretische Grundlagen erarbeitet werden. - Die von Lackherstellern und Anlagenbauern gestellten Anforderungen an die Lacktrocknung sind zu kl√§ren. Auf Basis dieser Anforderungen soll der Trocknungsproze√ü festgelegt werden. - Parallel ist eine Laboranlage zu berechnen, zu konstruieren und zu bauen. √úber einen Zeitraum von ca. 5 Monaten werden Trocknungsversuche durchgef√ľhrt. Dabei sollen Auslegungskenngr√∂√üen ermittelt und die theoretischen Grundlagen best√§tigt werden. Es sollen die Einfl√ľsse verschiedener Fakten wie z.B. Luftfeuchte, Temperatur, Luftgeschwindigkeit, Qualit√§t und Trocknungszeiten untersucht werden, um sie f√ľr sp√§tere Anlagenauslegungen zugrunde legen zu k√∂nnen. Diese Versuche sind mit verschiedenen Lackmaterialien durchzuf√ľhren. Die Ergebnisse sind jeweils mit Lackherstellern und Anlagenbauern zu diskutieren. Ergebnisse und Diskussion Das neuentwickelte Trocknungsverfahren weist gegen√ľber dem Stand der Technik folgende Vorteile auf: - Geringere Investitions- und Betriebskosten: Nach Bewertungen der Investitionskosten, auch von Seiten unabh√§ngiger Anlagenbauer ergeben sich Reduzierungen um bis zu 40 % sowie eine Reduzierung der Betriebs- und Energiekosten von bis zu 70 %. - Reduzierung der Trockenzeiten und Anlagenl√§ngen: Die Reduzierung der reinen Trockenzeit ist unwesentlich. Beim Vergleich der Anlagenl√§ngen (konventionelles System mit K√ľhlzone zu Hygro-System ohne K√ľhlzone) ergibt sich jedoch eine Reduzierung um ca. 20 %. - Keine K√ľhlstrecke: Durch die niedrigen Temperaturen kann eine K√ľhlzone komplett entfallen. Allein hieraus resultieren erhebliche Einsparungen an Energie (K√ľhlzonenventilatoren und K√ľhlregister entfallen). - Kein Aufheizen des Trocknungsgutes: Durch das Entfeuchten der Luft wird der Dampfpartialdruck der Umluft gesenkt, ein Aufheizen der Umluft und somit des Trockengutes ist nicht erforderlich. Hieraus resultiert eine erhebliche Einsparung von Energie (Materialaufw√§rmung, Transmissionsverlust, Schleusenverlust, Aufheizen der Frischluft). - Keine √úberhitzungsgefahr des Trockengutes: Durch die niedrige Trockentemperatur (20 -40 ¬ļ C) besteht keine Gefahr der √úberhitzung des Trockengutes bei einem eventuellen F√∂rderstillstand. - Unproblematisches Trocknen von temperaturempfindlichen Teilen: Durch die niedrige Trockentemperatur ist es unproblematisch, temperaturempfindliche Teile (Kunststoff, fertig montierte Teile mit Schmierstoffen und Dichtungen usw.) zu trocknen. - Keine Kondensatbildung: Durch ein Kleinklima mit definierter Feuchte ist sichergestellt, da√ü die Unterschreitung der Taupunkttemperatur im Trocknertunnel nicht erfolgen kann und somit Kondensatbildung ausgeschlossen ist. - Stabile Trockenverh√§ltnisse: Durch das geregelte Kleinklima im Trockentunnel ist das Verfahren vollkommen unabh√§ngig von der witterungsabh√§ngigen Feuchte der Hallen- oder Umgebungsluft. - Die L√∂semittelemission bzw. L√∂semittelbelastung der Umwelt kann bei einem geeigneten Verfahren zum Trennen der Restl√∂semittel aus dem ausgetragenen Kondensat nahezu g√§nzlich entfallen. Allerdings sind hier noch Langzeitversuche unter Produktionsbedingungen erforderlich. - Festgestellt wurde, da√ü der Lackaufbau bei dem Hygro-Trockenverfahren mit wesentlich geringeren L√∂semittelmengen auskommen kann. Angeregt durch unsere Trockenversuche widmen sich bereits einige Lackhersteller dieser Aufgabenstellung. √Ėffentlichkeitsarbeit und Pr√§sentation - Gezielte Information von Anlagenbetreibern, Anlagenbauern und Lacklieferanten, um die neue Technik vorzustellen. - Versuche mit Anwendern. - Zur European Coating Show 99 in N√ľrnberg wurde ein Prospekt aufgelegt. - Publikation in I-Lack 9/99. Fazit Aus technischer Sicht sind die Projektergebnisse positiv zu bewerten. Die gesteckten Ziele wurden erreicht. Hinsichtlich der zuk√ľnftigen Vermarktung des neuen Trockenverfahrens sind aber noch wesentliche Aufwendungen erforderlich.

√úbersicht

Telefon

0641/982240

Telefon

0641/982240

Bundesland

Hessen

Fördersumme

56.489,57 ‚ā¨

Förderzeitraum

11.11.1997 - 03.11.1999