Projekt 11411/01

Veredlung von gemischtem Altpapier mittels Störstoffentlastung

ProjekttrÀger

Moritz J. Weig GmbH & Co. KG
Polcherstr. 113
56727 MayenZielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens war Entwicklung eines Verfahrens im Technikums- und Pilotmaßstab zur Aufbereitung von gemischtem Altpapier. Dabei waren die Einhaltung der ProduktivitĂ€tsparameter und der Festigkeitseigenschaften fĂŒr Faltschachtelkarton wesentliche Voraussetzungen. Mit dem Verfahren soll nachgewiesen werden, dass die im Altpapier enthaltenen, fĂŒr das Endprodukt kritischen Kontaminenten, wirksam reduziert werden können. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Verfahren wurde projektseitig wie geplant realisiert und durch praxisorientierte Tests im technischen Maßstab auf seine grundsĂ€tzliche Machbarkeit ĂŒberprĂŒft. Ergebnisse und Diskussion Der Einsatz der klassischen Deinking-Chemikalien wurde völlig aufgegeben. Im Gegensatz zum Deinkingverfahren wurde die Flotationszelle nicht mit Altpapier beschickt, das im Hochkonsistenzpulper gelöst wurde, sondern es wurde auf die Kurzfaserkomponente zurĂŒckgegriffen, die bei der Aufbereitung von gemischtem Altpapier fĂŒr die Einlage des Kartons anfĂ€llt. In dieser Komponente ist bereits eine Aufkonzentration des Anteils an alten Pigmenten erfolgt. Die speziellen Eigenschaften der MAC-Zelle von Lamort gestatten, anders als in den klassischen Flotationszellen, eine Austragung dieser Pigmente zusammen mit FaserbruchstĂŒcken, die fĂŒr die Festigkeitsbildung nicht mehr so wichtig sind. Im Zusammenhang mit der großen spezifischen OberflĂ€che, die auf diese Weise abgefĂŒhrt wird, werden auch große Anteile der Kontaminenten abgefĂŒhrt. Dieses Problem muss weiter quantifiziert und optimiert werden. Als Erfolg ist die Sicherstellung der Maschinengeschwindigkeit anzusehen. DarĂŒber hinaus wurde durch gezielte VerĂ€nderungen in der WasserkreislauffĂŒhrung ein Anstieg des Weißgrades im Rohkarton erreicht. Der Weißgradanstieg des flotierten Stoffes reicht aber nicht aus, um damit die teureren Rohstoffe in der Schonschicht zu ersetzen. Der flotierte Stoff wurde in der RĂŒckseite des Kartons eingesetzt. Damit wurde eine Leistungssteigerung der Maschine erreicht. Gleichzeitig konnte der Gehalt an Makroklebern in der RĂŒckseite des Kartons auf etwa 50 % reduziert werden. Damit lassen sich beim nachgelagerten Druckprozess die Waschintervalle in der Druckmaschine erweitern. Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation Hausinterne Symposien; Darstellung der Ergebnisse in technischen AusschĂŒssen des Fachverbandes; Ergebnisse werden in der Arbeitsgruppen zur Reduzierung der Störstoffanteile im Karton ausgewertet. Fazit Die Störstoffreduzierung in gemischtem Altpapier ist durch Nutzung der Flotation als Grundverfahren prinzipiell möglich. Die Struktur- und Festigkeitsparameter des so aufbereiteten Altpapiers Ă€ndern sich erheb-lich und fĂŒhren insgesamt zu einer QualitĂ€tsverbesserung des Kartons. Die Störstoffreduzierung (Pentachlorphenole, polychlorierte Biphenyle, Diisopropylnaphtaline, Amine) als Hauptziel des Verfahrens konnte mit ĂŒber 50% gegenĂŒber dem klassischen Deinkingverfahren verbessert werden. Nicht ausreichend ist offensichtlich die erreichte ProzessstabilitĂ€t und ProduktivitĂ€t der Kartonmaschine. Setzt man ein entsprechend aufbereitetes Altpapier nur in der RĂŒckseite des Kartons ein, so ergibt sich unter Ă€hnlichen Bedingungen wie bei WEIG ein leichter ProduktivitĂ€tsanstieg. Wird jedoch der ge-samte Anteil des Kartons unter der Decklage derart behandelt, besteht die Gefahr der Leistungsreduzierung. Die Projektziele wurden auf Grund der genannten ProduktivitĂ€ts und QualitĂ€tsprobleme nur teilweise erreicht. Gleichwohl hat das Unternehmen zusĂ€tzliche Investitionen zur Umsetzung der verfahrenstechni-schen Erkenntnisse getĂ€tigt. In welchem Maße der Anteil eines nach diesem Verfahren von Störstoffen entlasteten Altpapiers bei der Kartonherstellung fĂŒr Verpackungen in der Lebensmittelindustrie wirtschaftlich vertretbar gesteigert werden kann, muss in weiteren Untersuchungen (ohne Fördermittel) vom Unternehmen bzw. in der Branche geklĂ€rt werden. Eine Multiplikatorwirkung wurde mit dem Förderprojekt erreicht.

Übersicht

Telefon

02651/84288

Telefon

02651/84288

Bundesland

Rheinland-Pfalz

Fördersumme

248.610,56 €

Förderzeitraum

07.11.1997 - 05.04.2001