Projekt 11289/01

Entwicklung von Methoden zur Produktionssteuerung bei der manuellen Entfertigung elektronischer AltgerÀte

ProjekttrÀger

ELPRO, Elektronik-Produkt-Recycling GmbH
Hannoversche Str. 66 a
38116 BraunschweigZielsetzung und Anlass des Vorhabens Manuelle Zerlegung ist aufgrund der Tatsache, daß die Freisetzung von Schadstoffen durch Schadstoffentfrachtung verhindert wird, sowie weiterhin der sehr guten Ausbeute an SekundĂ€rrohstoffen ein Verfahren, das der Schreddertechnologie als alternatives Verwertungsverfahren unter ökologischen Aspekten weit ĂŒberlegen ist. Die ExistenzfĂ€higkeit des umweltfreundlichen Verwertungsverfahrens hĂ€ngt entscheidend davon ab, daß die Zerlegetiefe der Struktur des jeweiligen AltgerĂ€tes und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepaßt ist. Zur Verbesserung wird ein Verfahren entwickelt, das es erlaubt, bei der manuellen Zerlegung von verschiedenartigen elektrischen und elektronischen AltgerĂ€ten die Zerlegetiefe fĂŒr die individuellen GerĂ€te abhĂ€ngig von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so zu steuern, daß grĂ¶ĂŸtmögliche Wertschöpfung erreicht wird. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Vorhaben wurde in enger Kooperation mit der UniversitĂ€t Braunschweig durchgefĂŒhrt. Im Vorhaben wurde zunĂ€chst die Ist-Stand-Analyse durchgefĂŒhrt. Dabei wurde die betriebliche Struktur, die Art der Auftragsabwicklung und der Produktionsprozeß einer manuellen Demontage analysiert. Mit einem Diagramm konnten sowohl ArbeitsablĂ€ufe als auch Produktströme verdeutlicht werden. Hierbei wurden Schwachpunkte ermittelt und VerbesserungsansĂ€tze herausgearbeitet z. B. Möglichkeiten einer Effizienzsteigerung durch das Vorsortieren des Eingangsmaterials, um die außerordentliche Typenvielfalt elektronischer AltgerĂ€te in ihren zeitlichen Belastungen auf den Demontageprozeß einzudĂ€mmen. Die zuvor untersuchten Rahmenbedingungen wurden dokumentiert und erörtert, um als Hauptziel des Vorhabens ein Verfahren zur Optimierung der Zerlegetiefe bei der manuellen Entfertigung von AltgerĂ€ten zu entwickeln. Bei der Analyse des Arbeitsgangs Feinzerlegung wurde neben der prinzipiellen Vorgehensweise wesentliche Aspekte einer Entscheidungsfindung des Werkers hinsichtlich der optimalen oder noch zulĂ€ssigen Demontagetiefe untersucht. Nachdem die Auffindung einer optimalen Zerlegetiefe sowie Ausschlußkriterien fĂŒr eine Zerlegung oder eine Wertstoffgewinnung diskutiert wurden, sind im nĂ€chsten Projektabschnitt Verfahren zur Produktionssteuerung bei der Feinzerlegung abgeleitet worden. Es werden wichtige Voraussetzungen und Möglichkeiten ihrer praktischen Umsetzung aufgelistet und auch Maßnahmen im Vorlauf und im Nachlauf von Zerlegeoperationen einbezogen. Ergebnisse und Diskussion Mit den vorstehend beschriebenen Untersuchungen wurden detaillierte Kenntnisse ĂŒber den Zerlegebetrieb, die zu behandelnden Materialien und die ArbeitsablĂ€ufe gewonnen, die gezielte Maßnahmen zur QualitĂ€tssicherung und Effizienzsteigerung weit ĂŒber das ĂŒbliche Maß bei kleinen und mittelstĂ€ndischen Betrieben hinaus ermöglichen, die sich sonst meist auf punktuelle Einzelmaßnahme beschrĂ€nken. Die Vorgehensweise lĂ€ĂŸt sich auch vom Einsatzzweck Elektronikschrottzerlegung abstrahieren und in andere Recyclingbereiche ĂŒbertragen. Es konnte unabhĂ€ngig von Änderungen bei Fa. ELPRO GmbH grundlegende Ergebnisse erarbeitet werden z. B. eine unter kontrollierten, nachvollziehbaren Bedingungen erarbeitete Aufstellung zu den Fraktionen einer Elektronikschrottzerlegung mit Angaben zu typischen QualitĂ€tsanforderungen und Massenanteilen, wobei neben Metallen und Edelmetallen auch Abfallfraktionen wie Kunststoff, Bauschutt, (aus Elektroöfen und Waschmaschinen) Papier und Pappe sowie sonstige Reststoffe enthalten sind. Auch ty-pische SonderabfĂ€lle werden aufgelistet. Es werden allgemeingĂŒltige Beschreibungen zur Wirtschaftlichkeit der Zerlegung und zur Festlegung der Zerlegetiefe erstellt. An konkreten Einzelbeispielen wird die Problematik einer Entscheidung zur Zerlegung erörtert und unter Einbeziehung von Erlösen, Aufwand und auch subjektiven Faktoren, Erfahrungswerten und dem typischen Handeln des Werkers betrachtet. Bei Untersuchungen zur Feinzerlegung werden typische Zerlegezeiten, Werkzeugwechselzeiten und sonstige Aufwendungen benannt und diskutiert. Die Problematik einer fundierten Entscheidungsfindung wird diskutiert. Der Aufwand hierfĂŒr muß der Aufgabe angemessen sein. Subjektive Entscheidungsfindungen mĂŒssen auf eine bessere Basis gestellt und möglichst durch ein formales Vorgabeverfahren ersetzt werden. Der Werker soll nicht mehr mental ĂŒberschlĂ€gige AbschĂ€tzungen vornehmen, sondern alle notwendigen Angaben quantitativ ermitteln und anschließend auswerten. Hierzu wurde z. B. der Einsatz intelligenter Wiegesysteme erprobt, die den enthaltenen Wertstoffanteil anzeigen und zugleich eine Grenzzeit fĂŒr den höchstzulĂ€ssigen Demontageaufwand angeben. ZusĂ€tzlich wird der Werker ĂŒber den Erlös informiert. Hierbei kann auch auf schwankende Wertstofferlöse eingegangen werden. Auch einfachere Hilfsmittel zur Visualisierung von Entscheidungskriterien werden vorgestellt. Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation Die Ergebnisse wurden bereits in der Presse und auf VortrĂ€gen vorgestellt. Die ELPRO GmbH ist eines von acht Partnerunternehmen im Systemverbund der von Roll MBB Recycling GmbH. Diese und auch weitere Unternehmen, die kommerzielle (d. h. nicht kommunal oder von anderen TrĂ€gern geförderte) manuelle Zerlegung von Elektronikschrott betreiben, mĂŒssen die Wirtschaftlichkeit ihrer Zerlegeprozesse steigern, um sich am Markt gegenĂŒber den Schredderbetrieben behaupten zu können. Hier ist die primĂ€re Zielgruppe fĂŒr die Verbreitung der Projektergebnisse zu sehen. Kontaktadressen: ELPRO, Elektronik-Produkt-Recycling GmbH, Hannoversche Str. 66 a, 38116 Braunschweig, Technische UniversitĂ€t Braunschweig, Institut fĂŒr Fertigungsautomatisierung und Handhabungstechnik IFH (jetzt Institut fĂŒr Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik), Gaußstr. 17, 38106 Braun-schweig, Professor Dr. Hesselbach, Dipl.-Ing. Christoph Hermann. Fazit Das Vorhaben wird als erfolgreich durchgefĂŒhrt eingeschĂ€tzt. Bei Fa. ELPRO GmbH handelt es sich um einen sehr kleinen Zerlegebetrieb, der auch ĂŒberregional Elektronikschrott akquiriert, bei der Demontage gezielte Wertstoffe rĂŒckgewinnt und Weiterverarbeitern wieder zur VerfĂŒgung stellt. Es konnte mit diesem Vorhaben ĂŒber den bisherigen, fĂŒr den Branche bereits vorbildlichen Stand hinaus moderne Tech-niken und Verfahren in einen kleinen Zerlegebetrieb hineingebracht werden. Methoden des Produktionsmanagements wurden erprobt und angewandt, was fĂŒr Betriebe dieser GrĂ¶ĂŸenordnung, insbesondere im Entsorgungs- und Recyclingbereich, durchaus nicht ĂŒblich ist. Das Vorhaben war geprĂ€gt durch das persönliche Engagement des Firmeninhabers, Herrn Dr. Schöps. Er ist zugleich Motor fĂŒr die weitere Verbreitung der Projektergebnisse, die ĂŒber seine Mitwirkung in FirmenverbĂŒnden und Organisationen erleichtert wird. Über die Kooperation mit der UniversitĂ€t Braunschweig wirkte das Projekt auch in den Bereich Forschung und Lehre und vermittelte dort Einsichten in besondere Belange und Anforderungen kleiner und mittelstĂ€ndischer Unternehmen.

Übersicht

Telefon

0531/59001-11

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Bundesland

Niedersachsen

Fördersumme

76.693,78 €

Förderzeitraum

21.03.1997 - 19.10.1999