Projekt 10647/01

Weiterbildung örtlicher Handwerker und arbeitsloser Arbeitskräfte an dem beispielhaften Erhalt eines umweltgeschädigten Fachwerkgebäudes im Muskauer Park

Projektdurchführung

Stiftung "Fürst-Pückler-Park Bad Muskau" Orangerie
Parkverwaltung
02953 Bad Muskau

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Modellhafter Wiederaufbau des durch Umwelteinflüsse geschädigten Pückler´schen Gartengerätehauses; das Fachwerkgebäude gilt nach der Pückler´schen Konzeption für den Orangeriehof und das Schloßvorwerk als prägend; Erhalt der städtebaulichen Struktur; Weiterbildung von Langzeitarbeitslosen am Objekt, Restauratorenausbildung; Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte zur Gewinnung von Baumaterial.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach der Notsicherung der Tragkonstruktion erfolgt die Bergung der alten Dachziegel sowie die Planüberdeckung des gesamten Denkmals. Die Reparatur der Ziegelaußenwände erfolgt ebenfalls in den ersten 2 Monaten sowie die Sperrung des Bauwerkes gegen aufsteigende Nässe. Die Fachwerkaußen wände werden ausgebaut und auf einem Schnürboden ausgebessert und ergänzt, ebenso die Fachwerk- innenwände (bis 5/97). Benötigtes Baumaterial (Holz, Ziegel) wird generell aus Abrissen anderer Bauten gewonnen. Nach Richten der Fachwerkwände, der Deckenlagen und des Tragwerkes ist die Dacheindeckung für Juli 1997 vorgesehen. Nach Abschluß der Ausfachungen ist für November die Gestaltung der Außenanlagen mit Entwässerung geplant. Mit Erstellen einer Dokumentation soll das Projekt im Januar 1998 abgeschlossen werden. Die praktischen Arbeiten in den einzelnen Gewerken werden generell durch eine theoretische Ausbildung untersetzt. An den Fachwerkinnenwänden erfolgt außerdem eine Schulung zu weiteren historischen Bauweisen und Techniken der Ausfachung.


Ergebnisse und Diskussion

Alle im Park befindlichen Denkmäler weisen erhebliche Schäden durch Umweltbelastung auf, welche auf die gestaffelte Entfernung früherer Emissionsquellen zurückzuführen sind. Am häufigsten sind Säuren der Schwefel- und der Kohlenstoffverbindung niedergegangen. Potenziert wurde die Schädigung durch organische Verbindungen wie z. B. Phenole und benzolartige Derivate und andere Kohlendestillate. Nach Freilegen der Holzkonstruktion wurde ein erheblicher Grad an Fäulnis durch dauerhafte Feuchtigkeit festgestellt. Dies ist auf den oft steigenden Grundwasserstand, welcher durch den ca. 200 Meter entfernten Fluß Neiße verursacht wird, zurückzuführen. Um einer neuen Durchfeuchtung entgegenzuwirken, war es notwendig geworden, die neißeseitige Längswand in ihren Urzustand zurückzubauen. Es wurden alle Mauerwerksdurchbrüche unter 1,50 Meter Höhe fachgerecht ausgesetzt. Unter den Fachwerkkonstruktionen wurde auf dem Sockelmauerwerk als Horizontalsperre besandete Dach- pappe ausgelegt. Unter den Hölzern, welche auf der Dachpappe liegen oder stehen, wurde eine 2 cm starke Lehm-Kalkmischung druckgleich verteilt. Die Mischung dient dazu, gefährdete Bauteile vor Wasseransammlungen zu schützen sowie den Feuchtigkeitshaushalt des Holzes mit zu regulieren. Die Wiederverwendung von Altmaterial wie Holz, Ziegel und Dachsteine waren an dieser Stelle wichtige Grundlagen für die Gestaltung des Ortsbildes. Es war ebenso eine Herausforderung der Handwerker, alte Techniken mit schon verwendeten Baumaterialien kostengleich oder günstiger fachgerecht auszuführen. Oberflächen wurden nach historisch bewährten Handwerkstechniken sowie mit ökologischen Baustoffen ergänzt und behandelt.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Bürgergespräche und Präsentationen wurden besonders intensiv am Tag des offenen Denkmals durchgeführt. Desweiteren konnten zukünftige Restauratoren im Handwerk sich mit möglichen Sanierungskonzepten und -rezepten am Projekt auseinandersetzen.


Fazit

Abschließend kann gesagt werden, daß das Projekt Sanierung des Fachwerkgerätehauses im Fürst- Pückler-Park Bad Muskau einen verbesserten modellhaften Umweltschutz in sich birgt.

Übersicht

Fördersumme

60.815,10 €

Förderzeitraum

03.09.1996 - 08.05.1998

Bundesland

Sachsen

Schlagwörter

Ressourcenschonung
Umweltkommunikation