Projekt 10620/01

Umweltberatung f√ľr kleine und mittlere Unternehmen der Textilindustrie in Tschechien, Polen und Deutschland

Projektträger

SEQUAStiftung f√ľr Wirtschaftliche Entwicklungund Berufliche Qualifizierung
Alexanderstr. 10
53111 BonnZielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt zielt darauf ab, das Umweltmanagement in Textilbetrieben Tschechiens und Polens zu verbessern. Hauptzielgruppe sind Mitarbeiter von kleinen und mittleren Textilbetrieben dieser L√§nder, die f√ľr betriebliche Umweltprobleme und L√∂sungsm√∂glichkeiten sensibilisiert werden sollen. Hintergrund des Vorhabens sind die starken Umweltbeeintr√§chtigungen im Drei-L√§nder-Eck Tschechien / Polen / Deutschland (Sachsen), an der die Textilindustrie in erheblichem Ma√üe beteiligt ist. Ein besonders gro√ües Problem stellt die Abwasserverschmutzung durch tschechische und polnische Textilbetriebe dar. Im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf die angestrebte Mitgliedschaft in der EU wird der enorme Anpassungsaufwand der tschechischen und polnischen Textilindustrie an das (west)europ√§ische Niveau des Umweltschutzes deutlich. Neben den materiellen Voraussetzungen fehlt es vor allem den Klein- und Mittelbetrieben am erforderlichen Know-how, um diese Anpassung zu bew√§ltigen. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Erreichung des o. g. Ziels sollen spezifisch auf die Textilindustrie zugeschnittene Schulungs- und Beratungsma√ünahmen zugunsten ausgew√§hlter Betriebe in Tschechien und Polen durchgef√ľhrt werden. Erfahrungen s√§chsischer Textilbetriebe bei der Anpassung an deutsche und EU-Umweltnormen sollen modellhaft tschechischen und polnischen Textilbetriebe vermittelt werden. Im ersten Projektabschnitt werden durch Vorbereitungsworkshops und Seminare tschechische und polnische Teilnehmer ausgew√§hlter Betriebe √ľber grundlegende branchenspezifische Inhalte zu Umweltschutz und Umweltmanagement in der Textilindustrie informiert und in die Identifizierung und Bearbeitung von Umweltproblemen in den einzelnen Unternehmen eingewiesen. Schlie√ülich sollen die Teilnehmer konkrete Projektvorschl√§ge f√ľr die Umweltschutzberatung in ihren Betrieben erarbeiten. Wenn von mindestens je drei Unternehmen aus Tschechien und Polen solche Vorschl√§ge vorgelegt werden, wird das Projekt fortgesetzt. Aufbauend auf den erarbeiteten Beratungsprofilen startet dann der zweite Projektabschnitt, in dem detaillierte Beratungsfahrpl√§ne f√ľr die Unternehmen erstellt und unter Einsatz deutscher Kurzzeitexperten einzelbetriebliche Beratungen durchgef√ľhrt werden. Zum Abschluss des Projektes ist vorgesehen, die Beratungsergebnisse zu dokumentieren und bei einer √ľber den Kreis der Projektteilnehmer hinausgehenden Zahl von Unternehmen der Textilbranche bekannt zu machen, u. a. in Form eines Abschlusssymposiums in Liberec/Tschechien. Dadurch soll √ľber L√§ndergrenzen hinweg ein umfassender Erfahrungsaustausch f√ľr die L√∂sung von Umweltproblemen innerhalb einer Branche angeregt werden. Ergebnisse und Diskussion Urspr√ľnglich war das am 01.01.1999 gestartete Projekt auf die Umweltberatung der Textilindustrie in Polen und Tschechien ausgerichtet. Vor dem Hintergrund der besonders schwierigen √∂konomischen Situation der tschechischen Textilindustrie stie√ü das Beratungsangebot des Projektes bei dortigen Betrieben nur auf geringe Resonanz. Mit Einverst√§ndnis der DBU wurde daher entschieden, das Projekt nur mit polnischen Partnern durchzuf√ľhren. Durch diese Startschwierigkeiten und die Neuausrichtung des Projektes traten Verz√∂gerungen ein, die zu seiner Verl√§ngerung bis zum 30.06.2001 f√ľhrten. Zur Realisierung des Projektziels, das Umweltmanagement in Textilbetrieben Polens zu verbessern, wurden folgende Ergebnisse angestrebt: - Mitarbeiter von KMU sowie Verbandsvertreter aus dem Textilsektor Polens sind f√ľr die Umweltprobleme ihrer Branche sensibilisiert worden und haben einschl√§gige Kenntnisse √ľber L√∂sungsm√∂glichkeiten erworben. - Mindestens 3 ausgew√§hlte Textilunternehmen Polens sind modellhaft beraten und in die Lage versetzt worden, selbst√§ndig Konzepte zur L√∂sung spezieller Umweltprobleme im eigenen Betrieb zu entwickeln. Diese Ergebnisse konnten durch einen Vorbereitungsworkshop in Polen, 2 Umweltseminare in Sachsen, modellhafte intensive Beratung von 4 Firmen und ein Abschlusssymposium in Polen erreicht werden. Bei den Betriebsberatungen wurden als Kernprobleme M√§ngel bei der Abwasserreinigung sowie ein hoher Wasser- und Energieverbrauch identifiziert. Mit allen 4 Firmen konnten technische L√∂sungsm√∂glichkeiten in diesen Bereichen erarbeitet werden, die von den Firmenleitungen unterst√ľtzt werden. Bei ihrer Implementierung ist mit einer erheblich geringeren Verschmutzung der betrieblichen Abw√§sser und einer signifikanten Senkung des Wasser- und Energieverbrauchs der Firmen zu rechnen. Insbesondere bei der Abwasserreinigung ist von einer deutlich verringerten Schadstoffbelastung mit Farbr√ľckst√§nden und Chemikalien auszugehen, die in die Fl√ľsse und schlie√ülich in die Ostsee gelangen. Hinzu kommen Kostenvorteile in der Produktion durch geringeren Verbrauch von Wasser und Energie. Bei den Beratungen wurden auch Empfehlungen zur Einbindung der L√∂sungskonzepte in den gesamten betrieblichen Ablauf entwickelt. Bei einer beratenen Firma, die bereits nach DIN ISO 9001 zertifiziert ist, k√∂nnen die gefunden L√∂sungen in ein bereits vorhandenes Umweltmanagementsystem integriert werden. Die dabei gewonnenen Erfahrungen k√∂nnen f√ľr andere polnische Textilbetriebe nutzbar gemacht werden. Durch die Umweltseminare und das Abschlusssymposium wurden unmittelbar 15 polnische Textilbetriebe vom Projekt erreicht. Eine weitere Verbreitung der aus dem Projekt gezogenen Erkenntnisse ist vor allem √ľber den polnischen Kooperationspartner, das Textilinstitut TRICOTEXTIL in Lodz, m√∂glich. Wichtiges Instrument daf√ľr ist der Leitfaden Umweltmanagement in der Textilindustrie, der im Rahmen eines von der DBU gef√∂rderten Projektes der s√§chsischen Textilindustrie 1994 erarbeitet wurde. Dieser Leitfaden wurde unter Anpassung an die polnischen Bedingungen ins Polnische √ľbersetzt und steht prinzipiell allen Textilunternehmen in Polen zur Verf√ľgung. √Ėffentlichkeitsarbeit und Pr√§sentation √Ėffentlichkeitsarbeit war kein ausgewiesener Arbeitsbereich des Projektes. Dennoch konnten mit dem Abschlusssymposium in Lodz (27.-28.06.01), an dem 37 Personen teilnahmen, √ľber 30 Vertreter aus der polnischen Textilbranche erreicht und somit eine gewisse √Ėffentlichkeitswirkung in Fachkreisen erreicht werden. Alle Teilnehmer erhielten die polnische Fassung des o. g. Umweltleitfadens. Dar√ľber hinaus wurden die Materialien des Symposiums in einem Tagungsband zusammengefasst. Fazit Die angestrebten Ergebnisse des Vorhabens wurden voll erreicht. Multiplikatorwirkung und Nachhaltigkeit des Projektes k√∂nnen insbesondere √ľber die polnische Partnereinrichtung TRICOTEXTIL sichergestellt werden. In der Projektdurchf√ľhrung hat sich die Vorgehensweise bew√§hrt, in Seminaren die Vermittlung theoretischen Wissens mit Praxisteilen (Besuche von Textilbetrieben und -facheinrichtungen in Deutschland) zu koppeln und aus den Seminaren heraus intensive einzelbetriebliche Beratungsma√ünahmen zu entwickeln und vorzunehmen. W√ľnschenswert w√§re, wenn sich mit Unterst√ľtzung der DBU eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der polnischen Textilindustrie zur vertieften Behandlung von Schwerpunktthemen des Projektes realisieren lie√üe. Ausgehend von den Erkenntnissen der durchgef√ľhrten Beratungen w√§re das Thema rationeller Energie- und Wassereinsatz - Vergleich und Optimierung der Verbrauchswerte polnischer und deutscher Textilbetriebe ein Ansatzpunkt.

√úbersicht

Telefon

0228/98238-0

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Bundesland

Grenz√ľberschreitend

Fördersumme

103.867,92 ‚ā¨

Förderzeitraum

01.01.1999 - 30.06.2001