Projekt 10238/01

Erstmalige Anwendung eines vorgefertigten Solardaches

Projektträger

Landeshauptstadt StuttgartEigenbetrieb Leben & Wohnen
Zamenhofstr. 32
70197 StuttgartZielsetzung und Anlass des Vorhabens F√ľr gro√üe zusammenh√§ngende Kollektorfl√§chen wurden vorgefertigte Solard√§cher (Solar Roof) entwickelt. Das Solar Roof enth√§lt in einem Bauteil die tragende Dachkonstruktion, die W√§rmed√§mmung und den Solarkollektor, der zugleich die dichte Dachhaut bildet. Gegen√ľber der konventionellen Bauweise ergeben sich eine Reihe von Vorteilen: 1. Kostenreduktion um ca. 20 - 30% 2. Einsparung an Material, insbesondere energieintensiven Metallen und Ersatz durch Holz 3. Geringerer Abstimmungsaufwand w√§hrend der Planung 4. Zuverl√§ssigere Dachabdichtung durch bew√§hrte Technik aus Glasdachbau Das Projekt soll zeigen, da√ü die Technik leistungsf√§hig und das Produkt ausgereift ist. Es soll ferner aufzeigen, da√ü eine ansprechende architektonische Integration m√∂glich ist. Dadurch wird die Markteinf√ľhrung der Solarenergie beg√ľnstigt und die Akzeptanz verbessert. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Entwicklung des Solardachs wurde von der DBU gef√∂rdert, das Produkt soll in diesem Projekt zum ersten Mal eingesetzt werden. Das Projekt gliedert sich in folgende Arbeitsschritte: 1. Dimensionierung der Kollektorfl√§chen und Berechnung der W√§rmelieferung, Vergleich mit herk√∂mmlichen Systemen. 2. Integration der Kollektorfl√§chen in die Architektur des Geb√§udes in Zusammenarbeit mit dem Architekten, Erarbeitung von Ausf√ľhrungsdetails. 3. Ausschreibung der Fl√§chen an Fachfirmen, um eine marktgerechte Preisbildung zu erzielen wird alternativ ein konventionelles Kollektorfeld ausgeschrieben. 4. Vergleich der Angebote bez√ľglich Kosten/Nutzen, Auswahl einer Firma f√ľr die Ausf√ľhrung 5. Installation und Inbetriebnahme 6. Optimierung des Betriebs in der Inbetriebnahmephase 7. Messung der W√§rmelieferung der Anlage und Vergleich mit den Planungsdaten Ergebnisse und Diskussion Das Kollektordach wurde im Oktober 1998 innerhalb einer sehr kurzen Montagezeit installiert. Die Kollektormodule wurden innerhalb eines Arbeitstags auf das Dach transportiert und dort auf einer vorbereiteten Stahl-Unterkonstruktion montiert. F√ľr die Verrohrung des Kollektorfeldes wurden zwei Arbeitstage ben√∂tigt. Die Absorberfl√§che des Kollektorfeldes betr√§gt 161 m¬≤. Es wurden zw√∂lf Einzelmodule verwendet Die Erwartungen an die rationelle Montage des Solardachsystems wurden v√∂llig erf√ľllt. Die Aufst√§nderung auf einer Stahl-Unterkonstruktion kann jedoch nur eine Probe f√ľr den Einsatz als Komplettdach darstellen. Aufgrund der einfachen Montage ist das Kollektordachsystem vor allem geeignet f√ľr den Einsatz als Komplettdach in Neubauvorhaben. Dachrinnen, Schneefanggitter und Absturzsicherungen k√∂nnen zus√§tzlich montiert werden. Das System zeichnet sich durch sehr einfach gestaltete Schnittstellen aus. Als Auflage wird nur eine First- und eine Traufpfette ben√∂tigt. Durch die Lieferung des Dachs mit allen Zubeh√∂rteilen aus einer Hand ist eine einfache Trennung der Gewerke und Gew√§hrleistungszust√§ndigkeiten m√∂glich. Da die Feldverrohrung am First gef√ľhrt werden kann, weist das Solar Roof eine gute bis sehr gute Fl√§chenausnutzung von bis zu 90% auf. Die Hydraulik ist sehr √ľbersichtlich. Dadurch kann in den meisten F√§llen auf einen feldinternen hydraulischen Abgleich und Armaturen hierf√ľr verzichtet werden. Der Einsatz von bew√§hrten Dichtleisten mit EPDM-Dichtungen erlaubt einen flexiblen Einsatz im g√§ngigen Neigungsbereich von Schr√§gd√§chern und damit eine einfache Einbindung in das Gestaltungskonzept verschiedenster Geb√§udetypen. In Hinsicht auf die energetische Effektivit√§t ist selbstverst√§ndlich eine Neigung von √ľber 30¬į w√ľnschenswert, was jedoch nicht immer realisiert werden kann. F√ľr ein Komplettdach k√∂nnen Kosten von DM 500,- bis 600,- DM pro Quadratmeter Dachfl√§che angesetzt werden. Die Einsparung f√ľr die Dacheindeckung in H√∂he von DM 150,- bis 200,- pro Quadratmeter Dachfl√§che kann zus√§tzlich in Abzug gebracht werden. So ergibt sich ein Preis von ca. 400,- DM pro Quadratmeter. Die Anlage ist seit Mai 1998 in Betrieb. Bis 05.10.1998 wurden 38 MWh Solarw√§rme erzeugt. Das entspricht nur einer Ausbeute von 236 kWh/m¬≤. Dies ist darauf zur√ľckzuf√ľhren, da√ü der Bezug der Wohnungen im Seniorenwohnheim erst ab Mai 1998 begann, bis Oktober 1998 waren nur ca. 65 bis 70% der Wohnungen belegt. Dadurch ergibt sich ein deutlich geringerer Warmwasserverbrauch als bei Vollbelegung. Zur energetischen Effektivit√§t k√∂nnen derzeit noch keine belastbaren Aussagen gemacht werden. √Ėffentlichkeitsarbeit und Pr√§sentation Die W√§rmeversorgungsanlage, insbesondere die Solaranlage und die W√§rmepumpenanlage mit Erdw√§rmesonden wurden der √Ėffentlichkeit und der Presse durch mehrere Pr√§sentationsveranstaltungen 1997 und 1998 vorgestellt. Fazit Das Solardach-System stellt einen Fortschritt in der Solartechnik dar, sowohl in Bezug auf rationelle Montagebedingungen als auch bez√ľglich der Flexibilit√§t der Abmessungen, einer guten Fl√§chenausnutzung, einer √ľbersichtlichen Hydraulik, einer verl√§√ülichen Dachabdichtung und einer einfache Gewerketrennung.

√úbersicht

Telefon

0711/216-2976

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Bundesland

Baden-W√ľrttemberg

Fördersumme

52.624,21 ‚ā¨

Förderzeitraum

25.03.1997 - 15.12.1999