Projekt 09851/01

Beseitigung von UmweltschÀden am Ziegelmauerwerk des 19. Jahrhunderts der Kirche in Brodowin/Brandenburg (Pilotobjekt: Ostgiebel)

ProjekttrÀger

Gemeindekirchenrat Brodowin
Dorfstr. 11
16230 BrodowinZielsetzung und Anlass des Vorhabens Pilotsanierung des Ostgiebels der Kirche in der Dorfgemeinde Brodowin. Insbesondere auf die SchĂ€digung des neugotischen Backsteinmauerwerkes und seiner ergĂ€nzenden Elemente durch die WitterungseinflĂŒsse des heutigen Klimas. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Maßnahme wird durchgefĂŒhrt unter Begleitung durch das Landesdenkmalamt und die Untere Denkmalbehörde. Nach einer studienhaften VoreinschĂ€tzung des Umfanges und der SchĂ€den , wurde ein Steinrestaurator (Herr Thomas Schubert) hinzugezogen. Durch Ihn werden die physikalischen Kennwerte von Mauerstein, Mörtel und Betonanteilen ermittelt, Rezepturen und Sanierungsrichtlinien erarbeitet auf deren Basis Leistungsausschreibungen durch das PlanungsbĂŒro erstellt werden. Durch geeignete Firmen wird dann die Sanierung ausgefĂŒhrt. Dabei ist die Zielstellung nicht nur eine weitgehende Herstellung des Originalzustandes, sondern die Erarbeitung und AusfĂŒhrung eines Schutz- und Konservierungskonzeptes, das einen Gesamterhalt des Mauerwerkes gewĂ€hrleistet. Damit wird gleichzeitig eine Modellsanierung fĂŒr Mauerwerk gleicher Entstehungszeit erarbeitet. Durch den Dipl. Restaurator Th. Schubert Berlin wurde eine Voruntersuchung erstellt und in einem Bericht zusammengefasst. Hier wurden Schadensbild, Ursachen und Sanierungsziele formuliert. Das auf Grund der Untersuchungsergebnisse erstellte Konzept sah eine Reihe von Maßnahmen vor, die an unserer Probeachse, dem Ostgiebel der Dorfkirche zu Brodowin, durchgefĂŒhrt wurden. Dazu gehörten eine schonende Reinigung mittels Heißdampf, das manuelle Entfernen des desolaten Fugenmaterials und dessen Ersatz, eine vorsichtige Demontage der Abdeckung, nachdem die wiederverwendbaren Teile nummeriert wurden, um sie hernach erneut einsetzen zu können. Ergebnisse und Diskussion Das Abtragen der Giebelabdeckung erwies sich als unbedingt erforderlich, da sich darunter völlig desolate BiberschwĂ€nze befanden. Nur auf diese Art und Weise war eine schonende Sanierung dieses Berei-ches möglich. Es mussten außerdem Gesimssteine neu angefertigt u. Ziegel ersetzt werden. Des weiteren wurden neue Kreuzblumen u Krabben als Ersatz fĂŒr die Fehlenden modelliert u. an den entsprechenden Fehlstellen montiert. Letztere mussten z. T., wenn sie lose od. Gesimssteine sehr desolat waren, nur demontiert u. nach den erforderlichen Eingriffen montiert werden. Der Materialersatz erforderte einige vorangehende Versuche. So musste die durch den Brennprozess zu erzielende Farbigkeit ermittelt werden, was das Herstellen v. Brennproben erforderte. Aus jener Musterpalette wurden verbindliche StĂŒcke ausgewĂ€hlt. Nach diesen Vorbildern wurden die ErsatzstĂŒcke gefertigt. Nach Abschluss der Arbeiten wurde ein Abschlussbericht erstellt. Dieser konstatierte den Erfolg der durchgefĂŒhrten Sanierung u. enthĂ€lt Hinweise zur Optimierung der SteinqualitĂ€t u. der Mörtelzusammensetzung bei der weiteren Sanierung. Frau Dr. Arnold vom Landesamt fĂŒr Denkmalpflege wurde zu Beginn der Leistung zur Abstimmung der Ziele der Sanierung eingebunden, erhielt stĂ€ndig Zwischenberichte und fertigten. Schlussbegehung am 21.8.98 einen auf den Erkenntnissen des Schlussberichtes d. Restaurators fassendes Schreiben. Die Dokumentation fĂŒr die Monufakt Datenbank wurde ebenfalls erstellt. Am Westgiebel der Kirche konnten die Arbeiten im FrĂŒhjahr 2000 weitergefĂŒhrt werden. Bei den ausgefĂŒhrten Arbeiten konnte auf die bei der Baumaßnahme am Ostgiebel gemachten Erfahrungen zurĂŒckgegriffen werden. Dies war um so erfolgreicher, da dieselben Firmen wie am Ostgiebel an der BauausfĂŒhrung beteiligt waren. Auch bzgl. der Herangehensweise konnten die am Ostgiebel gemachten Erfahrungen genutzt werden. Sie erfolgte auf die gleiche Weise wie am Ostgiebel, d. h. nach dem EinrĂŒsten wurden die einzelnen Schritte mit den Firmen festgelegt. Zuerst wurden zu entfernende Ziegel festgelegt, danach, welche Ziegel u. Gesimssteine erneut zu verwenden sind. Die hierbei gemachten Festlegungen erfolgten immer unter dem Aspekt der maximalen Erhaltung des noch vorhandenen Bestands. Im Vergleich zu den Arbeiten am Ostgiebel waren die Ziegel der Golem Formziegel GbR Sieversdorf in ihrer Farbigkeit und ihren physikalischen Eigen-schaften qualitativ besser. Die GbR hatte zunĂ€chst verschiedene Ziegelmuster vorgelegt, die sie auf der Grundlage einer Vorabsprache mit dem Dipl.-Rest. Th. Schubert anfertigte. Die Vorabsprache erfolgte direkt am Bauwerk. Der GbR wurden Beispiele von Ziegeln mit verschiedener Farbigkeit am Bauwerk-angezeigt, die die Grundlage fĂŒr entsprechende Muster bildeten. Dann wurden konkrete Ziegelmuster aussortiert bzw. als zu verwenden klassifiziert. Bei der spĂ€teren Lieferung der Ziegel zeigte sich, dass die geforderte QualitĂ€t eingehalten und die gestellten Anforderungen somit gut unterstĂŒtzt wurden. Die Denk-malpflege GmbH Prenzlau war wiederum fĂŒr die BauausfĂŒhrung verantwortlich und hat als solche die Demontage der Giebelabdeckungen u. der dazugehörigen Gesimse vorgenommen. Die Arbeiten erfolgten unter Einhaltung grĂ¶ĂŸter Vorsichtsmaßnahmen. Das Herausnehmen der Fugen verlief ohne BeschĂ€digung der Ziegel bzw. der Ziegelflanken. Bei dem Verbau der Ziegel und der Montage der Gesimse wurde die originale Situation vollstĂ€ndig zufriedenstellend beachtet. Dem Verfugen ging ein vorheriges Anlegen von Proben voraus. Es wurden dabei verschiedene Produkte mit entspr. EinfĂ€rbung getestet. Die Auswahl erfolgte auf der Grundlage der in Voruntersuchungen festgestellten Anforderungen an das Produkt. Das dann im Ergebnis angewandte Produkt entspricht in seiner Körnigkeit, FĂ€rbung u. AusfĂŒhrung der originalen Verfugung. Im Ergebnis kann festgestellt werden der Teilabschnitt Westgiebel des Bauwerks in seiner Gesamtheit Ă€sthetischen AnsprĂŒchen wieder gerecht wird u. die dabei verwendeten Materialien sich dem alten Ziegelbestand in ihren physikalischen Eigenschaften anpassen.

Übersicht

Telefon

033362/423

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Bundesland

Brandenburg

Fördersumme

88.604,33 €

Förderzeitraum

05.01.1997 - 10.07.2001