Projekt 09571/01

Demonstration regenerativer Energien im Gymnasium

ProjekttrÀger

Gymnasium Herrnhut
Zittauer Str. 2
02747 HerrnhutZielsetzung und Anlass des Vorhabens Aufbau eines Anlagenkomplexes bestehend aus einer Photovoltaikanlage, einem Windgenerator, einer Wetterstation, einer METEOSAT - Anlage und Herstellen einer Verbindung mit der bereits bestehenden Holzhackschnitzelheizung und der Thermosolaranlage zum Zwecke der komplexen Datengewinnung und Auswertung mittels Rechentechnik, Schaffung der Grundlagen fĂŒr wissenschaftspropĂ€deutische Arbeit von SchĂŒlergruppen, Projekten und Arbeitsgemeinschaften und Demonstration der EffektivitĂ€t von Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien durch Veröffentlichung der Ergebnisse. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn enger Kooperation mit SchĂŒlergruppen aus dem Gymnasium Herrnhut wird durch die Firma UES Kirschau beginnend im September 1997 der gesamte Anlagenkomplex errichtet. Dabei ist wesentlich, daß die SchĂŒler Einblicke in das Funktionsprinzip der Anlagenteile erhalten und selbst mitarbeiten können. Der Aufbau der Windkraft- und Photovoltaikanlage wurde Mitte Oktober 1997 vollstĂ€ndig abge-schlossen. Bei der Übernahme der Daten aus den bereits bestehenden Anlagen (Thermosolaranlage und Heizung) traten unvorhersehbare Schwierigkeiten auf, so daß erst im MĂ€rz die Anlagenteile ĂŒber den Rechner verknĂŒpft und die Visualisation mittels Monitor und die alphanumerische Großanzeige abgeschlossen werden konnte. Damit verzögerte sich die offizielle Inbetriebnahme des gesamten Anlagenkomplexes bis zum FrĂŒhjahr 1998. Bis zum Beginn der Sommerferien wurden durch SchĂŒlergruppen deshalb nur einzelne Messungen vorgenommen. Die Vorbereitung der Übergabe der Daten in das Internet steht kurz vor dem Abschluß. Die Amateurfunkmailbox ist installiert und konfiguriert, die Genehmigung des Betriebes durch die Regulierungsbehörde fĂŒr Post und Telekommunikation steht nach eineinhalbjĂ€hriger Wartezeit gegenwĂ€rtig noch aus. Der Rechner fĂŒr die Umwelttechnik wurde ins Schulnetz integriert und stellt damit die Daten fĂŒr die Arbeit im Unterricht und in Arbeitsgemeinschaften zur VerfĂŒgung. Ergebnisse und Diskussion Der Aufbau des Gesamtkomplexes konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Die Sammlung, Auswertung und Visualisierung der gewonnenen Daten wurde bisher durch einige Havarien behindert. So zerstörte ein Blitzschlag in der NĂ€he der Schule die Wechselrichter der Photovoltaikanlage, mehrere unangekĂŒndigte Netzabschaltungen brachten den Rechner zum Absturz, die Software mußte mehrfach ĂŒberarbeitet und angepaßt werden. Mittlerweile lĂ€uft das Datenerfassungssystem stabil und die ersten ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum durchgĂ€ngig erfaßten Daten liegen vor. Deshalb wird die Übergabe in das Internet gegenwĂ€rtig durch eine Arbeitsgemeinschaft vorbereitet. Der fachĂŒbergreifende Wahlgrundkurs fĂŒr die Jahrgangsstufe 11 Meteorologie und Umwelttechnik wurde durch das Kultusministerium genehmigt und der Unterricht mit 25 SchĂŒlern im Schuljahr 1998/99 begonnen. Die Arbeitsgemeinschaften Meteorologie und Amateurfunk arbeiten mit den Anlagen und den gewonnen Daten. Erste Versuche der unterrichtlichen Einbeziehung des Anlagenkomplexes wurden in verschiedenen FĂ€chern (Astronomie, Physik, Geographie) erfolgreich praktiziert. Nach-fragen von BĂŒrgern und GĂ€sten der Stadt Herrnhut sowie Firmen und privaten Investoren aus der Region verdeutlichen ein reges Interesse an den Anlagen sowie den gewonnen Daten und sind Ergebnis einer erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit. Insgesamt stellte sich die Installation des Anlagenkomplexes, besonders die Computererfassung und Auswertung der Daten, als komplizierter und langwieriger dar als erwartet, so daß die unterrichtliche und außerunterrichtliche Nutzung ebenso wie die Realisierung der automatische DatenĂŒbergabe in die Rechnernetze zeitlich und inhaltlich gegenwĂ€rtig noch hinter den Zielvorstellungen zurĂŒck bleibt. Es ist jedoch abzusehen, daß die gestellten Ziele vollstĂ€ndig in einem ĂŒberschaubaren Zeitraum von 1 bis 2 Jahren erreicht werden können. Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation Die gewonnen Daten werden ĂŒber eine alphanumerische Großanzeige an der Giebelwand des SchulgebĂ€udes der Öffentlichkeit zugĂ€nglich gemacht, durch eine Anschauungstafel werden der Anlagenkomplex und die angezeigten Werte erlĂ€utert. Innerhalb der Schule kann jeder SchĂŒler, Lehrer und Gast die aktuellen Daten, Diagramme u.a. ĂŒber einen 23 Monitor im Flur abrufen. Die Bedienung ist sehr einfach ĂŒber ein Mousepad, welches jederzeit zugĂ€nglich ist, möglich. Außerdem erfolgt die Veröffentlichung von Ergebnissen aus den Arbeitsgemeinschaften und der Projektarbeit in SchaukĂ€sten. Über die Internetseite des Gymnasiums Herrnhut sowie im Schulprospekt wird auf das Projekt und dessen Ergebnisse hingewiesen. Durch zwei Interviews mit Lehrern und SchĂŒler der Gymnasiums Herrnhut wurde ĂŒber den Hörfunk des Mitteldeutschen Rundfunks auch ein grĂ¶ĂŸerer Personenkreis erreicht. In regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden werden in den AmtsblĂ€ttern der Gemeinden der Region Herrnhut sowie der SĂ€chsischen Zeitung Ergebnisse der Wetterbeobachtung und der Energiegewinnung publiziert. DarĂŒber hinaus wurde der Anlagenkomplex bisher beim Solartag der ESAG in Dresden sowie am Tag der erneuerbaren Energien und in der regionalen Presse vorgestellt. In der Dezemberausgabe 1998 des ESAG-Magazins wird die Stadt Herrnhut vorgestellt und in diesem Zusammenhang auch auf die An-lagen zur Nutzung regenerativer Energien am Gymnasium hingewiesen. Fazit Durch die Förderung der Errichtung dieses Anlagenkomplexes, der Datenerfassungssysteme sowie deren Visualisierung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt wurde dem Gymnasium Herrnhut die Möglichkeit der Profilierung zu einem Zentrum fĂŒr die Demonstration der Nutzung regenerativer Energien in der Oberlausitz gegeben. Die SchĂŒler können so frĂŒhzeitig im Unterricht direkt mit neuen Möglichkeiten der Energiegewinnung im BerĂŒhrung kommen und darĂŒber hinaus in Arbeitsgemeinschaften Projektgruppen usw. eigene Erfahrungen sammeln. Die geschaffenen Voraussetzungen sind somit hervorragend, die Erschließung aller Anwendungs- und Nutzungsmöglichkeiten fĂŒr und mit den SchĂŒlern wird Aufgabe der Schule in den nĂ€chsten Jahren sein.

Übersicht

Telefon

035873/4810

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Bundesland

Sachsen

Fördersumme

30.191,79 €

Förderzeitraum

17.07.1997 - 11.03.1999