Projekt 09248/01

Umweltfreundliche Entzunderung und Beschichtung von Drahtvormaterial

ProjekttrÀger

GSG Maschinen + ZubehörfĂŒr die Draht- und Kaltwalzindustrie
Auf der Hofestatt 7
58239 SchwerteZielsetzung und Anlass des Vorhabens Üblicherweise wird Drahtvormaterial vor dem Ziehen in BĂ€dern aus MineralsĂ€uren, z. B. SchwefelsĂ€ure, SalzsĂ€ure, PhosphorsĂ€ure oder SalpetersĂ€ure, entzundert und in Lösungsmitteln entfettet. Anschließend wird die OberflĂ€che fĂŒr die nachfolgenden Umformverfahren in TauchbĂ€dern mit SchmiermitteltrĂ€gerstoffen beschichtet. Diese herkömmlichen naßchemischen Verfahren sind nicht nur wegen des hohen Energie- und SpĂŒlwasserbedarfs umweltbelastend, sondern auch wegen der großen Mengen an SonderabfĂ€llen bei der Entsorgung von Beizen, SchmiermittelrĂŒckstĂ€nden und NeutralisationsschlĂ€mmen. Zielsetzung des Entwicklungsvorhabens war deshalb, die naßchemische Vorbehandlung durch eine trockene mechanische Entzunderung im Durchlauf zu substitutieren. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Vorhaben wurde in 2 Phasen durchgefĂŒhrt: Phase 1: Entwicklung des Verfahrens Phase 2: Umsetzung bei einem Pilotanwender Die Entwicklung erfolgte in folgenden Arbeitsschritten: - Aufbau eines Versuchsfeldes - Entwicklung der einzelnen Teilbehandlungsschritte fĂŒr die Drahtvorbehandlung - Versuche zur Drahtumformung im Durchlauf im Versuchsfeld Umsetzung beim Pilotanwender Fa. Drahtwerk Finsterwalde: Beim Pilotanwender wurde eine Bearbeitungslinie im Hinblick auf die technischen Anforderungen des Durchlaufverfahrens umgebaut und unter produktionsgerechten Bedingungen getestet. Ergebnisse und Diskussion Die Ziele des Vorhabens konnten unter Produktionsbedingungen beim Pilotanwender erfolgreich umgesetzt werden. Bezogen auf die QualitĂ€tsstufe Kaltstauchdraht ist die mechanische Entzunderung der herkömmlichen chemischen Entzunderung in qualitativer Hinsicht gleichwertig, so dass am fertig gezogenen Draht keine QualitĂ€tsunterschiede mehr nachweisbar sind. Dieser Erfolg wird auch dadurch dokumentiert, dass der Pilotanwender die mechanische Entzunderung zukĂŒnftig bei der Vorbehandlung von Kaltstauchmaterial konsequent einsetzen will. Die bestehenden Produktionslinien sollen entsprechend umgerĂŒstet werden. Die Reinigungsergebnisse werden als so erfolgversprechend eingestuft, dass die mechanische Entzunderung auch fĂŒr die Vorbehandlung höherwertiger DrahtqualitĂ€ten weiterentwickelt werden soll. Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation Die mechanische Vorbehandlung wurde auf Symposien und Workshops der Drahtindustrie als umweltfreundliches und zukunftstrĂ€chtiges Verfahren vorgestellt und fand bei Experten und Praktikern großes Interesse. Weiterhin wurde die neue Technologie auf einem Gemeinschaftsstand der Bundesstiftung Umwelt auf der ENVITEC 98 vorgestellt. Die Teilnahme an den fĂŒhrenden Fachmessen der Drahtindustrie ist fest eingeplant. Fazit Nachdem die mechanische Entzunderung unter produktionsnahen Bedingungen erfolgreich erprobt wurde, lĂ€sst sich feststellen, dass die Entwicklungsziele des Vorhabens voll erfĂŒllt wurden. Bei der Vorbehandlung von Kaltstauchdraht ist die mechanische Entzunderung der herkömmlichen chemischen Entzunderung gleichwertig. Am fertig gezogenen Draht sind praktisch keine QualitĂ€tsunterschiede mehr nachweisbar. Aufgrund der ausgezeichneten Reinigungsergebnisse mit dem optimierten Anlagenkonzept ZwillingsbĂŒrste in Modulbauweise soll nun die mechanische Entzunderung auch fĂŒr die Vorbehandlung höherwertiger DrahtqualitĂ€ten anwendbar gemacht werden. Deshalb ist die zielgerichtete Weiterentwicklung des Verfahrens in einem Nachfolgeprojekt geplant. Hierzu soll erneut eine Zuwendung der Bundesstiftung Umwelt beantragt werden. Die Anwendung der mechanischen Entzunderung bei Rohren oder BĂ€ndern erscheint aussichtsreich. Praktische Versuche wurden bereits an profilierten Drahtquerschnitten erfolgreich durchgefĂŒhrt. Die Entwicklung eines technisch leistungsfĂ€higen und wirtschaftlichen Verfahrens soll geprĂŒft und bei hinreichender Erfolgswahrscheinlichkeit gemeinsam mit einem geeigneten Pilotanwender durchgefĂŒhrt wer-den.

Übersicht

Telefon

02304/968100

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Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Fördersumme

243.211,32 €

Förderzeitraum

31.05.1996 - 12.08.1999