Projekt 09014/01

Transfer umweltorientierter UnternehmensfĂŒhrungskonzepte in der Euroregion Neisse – Umweltschutzpotentiale in kleinen und mittleren Unternehmen

ProjekttrÀger

Technische UniversitĂ€t DresdenInternationales Hochschulinstitut ZittauLehrstuhl fĂŒr Betriebswirtschaftslehre
Markt 23 Haus IV-H 003
02763 ZittauZielsetzung und Anlass des Vorhabens Durch die Auswertung ökonomischen Zahlenmaterials mit umweltpolitischer Relevanz ĂŒber die Euroregion Neiße wurde deutlich, daß bezĂŒglich innovativer, interregionaler und interdisziplinĂ€rer Projekte noch erheblicher Nachholbedarf besteht. Dieses Defizit bzw. die Anforderungen fĂŒr gemeinsame AktivitĂ€ten werden noch erhöht, wenn man die umweltrelevanten AktivitĂ€ten der mittelstĂ€ndischen Wirtschaft in den Vordergrund der internationalen BemĂŒhungen stellt. Zur kurzfristigen Nutzung und Aktivierung von Umweltschutzpotentialen sollten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen motiviert werden. Unter BerĂŒcksichtigung der Erfahrungen in Westdeutschland zu Fragestellungen des Umweltmanagements besteht der besondere Anspruch und die Herausforderung in diesem Projekt darin, die prioritĂ€r wirtschaftlichen Interessen der in der Euroregion Neiße ansĂ€ssigen mittelstĂ€ndischen Unternehmen mit den Restriktionen fĂŒr eine umweltschonende Entwicklung vertrĂ€glich und nachhaltig zu organisieren. Bei der Auswahl verlĂ€ĂŸlicher Kooperationspartner ist zu berĂŒcksichtigen, inwieweit durch die ProjektaktivitĂ€ten noch ein bemerkenswerter Umweltnutzen erreicht werden kann. Ziel ist es, den Mitteleinsatz fĂŒr das Projekt in AbhĂ€ngigkeit von dem zu erzielenden Umweltgrenznutzen zu steuern. Es sollen insbesondere solche Unternehmen aktiviert werden, bei denen eine hohe Umweltentlastung mit einem geringstmöglichen Mitteleinsatz erreicht werden kann (Ökonomisches Prinzip). Durch diese Vorgehensweise sind Ergebnisse zu erwarten, die durch ihren reprĂ€sentativen und unmittelbar umsetzungsfĂ€higen Charakter kurzfristige und nachhaltige Effekte bewirken werden. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Projektablauf erfolgte in zwei Schritten: 1. Am Beispiel von fĂŒr die Umweltschutzproblematik reprĂ€sentativen Branchen in Polen und Tschechien war zu prĂŒfen, inwieweit der Umweltschutz bereits gegenwĂ€rtig ein strategischer Faktor bei unternehmerischen Entscheidungen ist. Es sollten Branchen und reprĂ€sentative Unternehmen benannt werden, in denen eine Aktivierung umweltentlastender Potenziale mittelfristig sowohl betriebswirtschaftlich als auch umweltrelevant Vorteile bringen könnte. Es sollten ideelle Kooperationen zwischen deutschen, polnischen und tschechischen Unternehmen entwickelt werden, um Ansatzpunkte fĂŒr einen Know-How-Transfer im Sinne von Potenzialen und Defiziten zu finden. 2. Deutsche, polnische und tschechische Unternehmen waren dann fĂŒr einen gemeinsamen Erfahrungsaustausch zu motivieren, um Methoden und Anforderungen zur IntegrationsfĂ€higkeit des Umweltschutzes in die betriebliche Entscheidungsfindung zu formulieren. Die Projektkoordination hatte so zu erfolgen, dass sich zum Abschluss des Vorhabens mittelstĂ€ndische Unternehmen reprĂ€sentativer Branchen der Euroregion Neisse verbindlich bereit erklĂ€ren, die Einsatzmöglichkeiten innovativer Umweltschutztechnik, -verfahren und -konzepte zu erproben Ergebnisse und Diskussion Zu 1.) Auf Basis einer fĂŒr Deutschland, Polen, Tschechien sowie die jeweiligen Teile der Euroregion Neisse durchgefĂŒhrten Wirtschaftsbereichs- und Branchenstrukturanalyse wurden ökonomisch maßgebliche Branchen von nicht maßgeblichen Branchen im internationalen Vergleich abgegrenzt. In den erarbeiteten ökonomisch maßgeblichen Branchen wurden in 20 deutschen, 21 tschechischen und 19 polnischen Unternehmen Interviews zum Anwendungsstandard der umweltorientierten UnternehmensfĂŒhrung durchgefĂŒhrt. Untersuchungsziel dieser Pilotstudie war es, erste Tendenzen, Bedingungen, Chancen und Risiken der umweltorientierten UnternehmensfĂŒhrung in regionalen deutschen, tschechischen und polnischen Unternehmen zu ermitteln. Auf dieser Basis kam es zu einem Austausch zwischen den Erfahrungen deutscher, polnischer und tschechischer Unternehmen, da die Unternehmen jeweils zu den Befragungsergebnissen informiert wurden. Aus den Kennzeichen des Umsetzungsstandes der umweltorientierten UnternehmensfĂŒhrung wurden folgende Handlungsbereiche fĂŒr einen internationalen Know-How-Transfer abgeleitet: § Konkretisierung des Transferpotenzials durch branchenbezogene Marktanalysen. § EinfĂŒhrung von Umweltmanagementsystemen, v. a. in polnischen und tschechischen Unternehmen. § Schaffung der Grundlagen fĂŒr eine Umweltkostenrechnung. Zu 2.) Es wurden nachfolgende ProjektgruppeneinsĂ€tze in Unternehmen reprĂ€sentativer Branchen durchgefĂŒhrt. Die Themen lehnten sich dabei an die bei den Interviewbefragungen erarbeiteten Bereiche fĂŒr einen internationalen Know-How-Transfer an: 1. Konkretisierung des Transferpotenzials durch branchenbezogene Marktanalysen (DurchfĂŒhrung einer Marktanalyse zur Erarbeitung von Transfermöglichkeiten umweltorientierten Know-Hows fĂŒr die Errichtung von Tankstellen in Polen. 2. EinfĂŒhrung von Umweltmanagementsystemen in polnischen und tschechischen Unternehmen (PROJEKT A: DurchfĂŒhrung des Öko-Audits am polnischen Standort zur Vorbereitung auf die EinfĂŒhrung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS; PROJEKT B: DurchfĂŒhrung interner Audits zur Schaffung der Voraussetzungen fĂŒr eine Zertifizierung nach ISO 14001). 3. Schaffung der Grundlagen fĂŒr eine Umweltkostenrechnung (Schaffung der Voraussetzungen fĂŒr die EinfĂŒhrung der Ökobilanzierung). Aufgrund der im Rahmen der Projektbearbeitung gesammelten Erfahrungen kann festgestellt werden, dass die Projektidee der Transformation von umweltorientiertem Know-How von deutschen, polnischen und tschechischen Unternehmen gleichermaßen sehr positiv aufgenommen wurde. Die GrĂŒnde dafĂŒr sind einerseits ein bestehendes Defizit an Umweltmanagementwissen sowie andererseits fehlende Erfahrungen bei der VerknĂŒpfung von ökonomischen und ökologischen Interessen. Im Rahmen der ProjektgruppeneinsĂ€tze wurde neben Zustandsbeschreibungen auch MaßnahmenvorschlĂ€ge zur Umsetzung einer umweltorientierten UnternehmensfĂŒhrung erarbeitet, durch die es gelungen ist, die Unternehmen zur Umsetzung einer umweltorientierten UnternehmensfĂŒhrung zu motivieren. Die Ausdehnung der ĂŒberregionalen Betrachtungsweise ergab sich aufgrund der Erfordernis, grĂ¶ĂŸtmögliche Effekte fĂŒr den Know-How-Transfer zu erzielen. Aufgrund der wirtschaftlichen Umstrukturierungsprozesse in Polen und Tschechien sind gegenwĂ€rtig, v. a. bezogen auf die GrĂ¶ĂŸenstrukturen der Unternehmen, keine vergleichbaren Bedingungen wie in gewachsenen Marktwirtschaften (z. B. Westdeutschland) vorhanden. Es dominieren Großunternehmen, die sich immer noch in einer Umstrukturierungsphase befinden. Im Rahmen der Projektlaufzeit wurden enge Kooperationen zu Multiplikatoren v. a. in Polen und Tschechien geknĂŒpft (z. B. Cleaner Production Centren in Prag und Wroclaw, Czech Environmental Management Centre Prag und IHK/AHKs), die in die Projektumsetzung eingebunden wurden. Die Projektergebnisse wurden regelmĂ€ĂŸig in Publikationen aufbereitet, auf verschiedenen Tagungen prĂ€sentiert und den Multiplikatoren zur VerfĂŒgung gestellt. Über diese Multiplikatoren ist eine Verbreitung der Projektergebnisse in kleine und mittelstĂ€ndische Unternehmen der Euroregion Neisse gewĂ€hrleistet.

Übersicht

Telefon

03583/619729

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Bundesland

GrenzĂŒberschreitend

Fördersumme

97.145,46 €

Förderzeitraum

11.07.1995 - 31.12.2000

Internet

www.ihi-zittau.de