Projekt 07984/01

Analytische Schnellbestimmung von gesundheitsgefÀhrdenden Azofarbstoffen in Textilien

ProjekttrÀger

ecb ONLINE Analysentechnik GmbH
Hennemannstr. 8
19061 SchwerinZielsetzung und Anlass des Vorhabens Erarbeitung eines schnellen Analyseverfahrens zur quantitativen Bestimmung von Aminen der Gefahrenklassen MAK III A1 und A2 mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie. Ziel ist der Nachweis von Azofarbstoffen in BedarfgegenstĂ€nden mit einem schnellen und kostengĂŒnstigen Analyseverfahren. Das Verfahren soll im Hinblick auf eine weltweite Verbreitung, d.h. Anwendung in Textil-Erzeugerstaaten einfach und umweltvertrĂ€glich durchzufĂŒhren sein. Es ist ergĂ€nzend zu biologischen Tests zur Identifizierung bioaktiver und allergener Textilhilfsstoffe einzusetzen, d.h. einfaches Screening auf TextilausrĂŒstung wie z.B. Carrier, Flammschutz und antimikrobielle ZuschlĂ€ge. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach der Beschaffung von Referenzaterialien, Standardsubstanzen, Farbstoffen und Pigmenten wird eine einfache und schnelle Probenvorbereitungsmethode auf Basis einer SchĂŒttelextraktion erarbeitet. Besonderes geachtet wird auf einen verminderten Materialeinsatz und eine VerkĂŒrzung der Extraktionsschritte. FĂŒr gesetzlich und toxikologisch relevante Stoffe wird eine chromatographische Stofftrennung erarbeitet und GC-Retentionsindices erstellt. Zur chromatographischen und massenspektrometrischen QualitĂ€tssicherung werden interne Standards eingesetzt. Bei unvollstĂ€ndiger chromatographischer Trennung von Amin-Isomeren werden zusĂ€tzlich Arylaminisotope als interne Standards eingesetzt. Eine vollautomatische Substanzidentifizierung und Quantifizierung wird erarbeitet. Mit der neuen Methode werden am Markt verfĂŒgbare BedarfsgegenstĂ€nde und Textilien, die im Keratinozytentest auffĂ€llig waren auf toxische Inhaltsstoffe untersucht und die Ergebnisse dokumentiert. Eine Korrelation zu amtlichen PrĂŒfverfahren wird hergestellt. Ergebnisse und Diskussion In der vorliegenden Arbeit wurde ein Schnellverfahren zur Bewertung von Bedarfs-gegenstĂ€nden erarbeitet. Die Probenaufbereitung ist schnell und einfach. Der Energie-, Material und Lösungsmittelaufwand ist gering. Der Abfallanfall minimal. Die Identifizierung und Quantifizierung der Zielverbindungen erfolgt automatisch. Mit einer Ionenspur-auswertung können die automatisch erstellten Ergebnisse innerhalb von 1-10 Minuten ĂŒberprĂŒft werden. Durch diese Makroprogrammierung können 20 frei wĂ€hlbare Zielverbindungen in retentionszeitvariablen Fenstern am Bildschirm dargestellt werden. Nach diesem System wurden Auswerteschablonen fĂŒr aromatische Amine, Carrier, Kosmetika und chlorierte Phenole erstellt. Die Auswertung erfordert kein Expertenwissen, so daß kostengĂŒnstig und resourcenschonend Ergebnisse mit hoher PrĂ€zission erbracht werden können. Es wurde gezeigt, daß massenspektrometrische Spezialverfahren wie Chemische Ionisierung und MSMS-Techniken eingesetzt werden können, um die Ergebnisse der vorgestellten Methode zu ergĂ€nzen und spektrometrische Forschung zu betreiben. Da die entwickelte Methode einfach und flexibel ist kann die Palette der zu ĂŒberwachenden Stoffe schnell erweitert werden. Damit eignet sie sich zu einem non Target-Screening auf toxikologisch relevante Stoffe, d.h. als Kombinationsmethode fĂŒr biologische Testverfahren um bioaktive Komponenten zu identifizieren. Fazit Die vorgestellten Ergebnisse zeigen, daß Gaschromatographie-Massenspektroskopie die Methode der Wahl ist Kleidung und GegenstĂ€nde des tĂ€glichen Bedarfs schnell, kostengĂŒnstig und zuverlĂ€ssig auf toxische Inhaltsstoffe zu untersuchen. Diese Technik ist einfach zu beherrschen, die GerĂ€te sind ausgereift und weltweit verbreitet. Sie steht daher auch den Erzeugerstaaten zur Überwachung ihrer Exporte zur VerfĂŒgung. Bei der Entwicklung der Analysenmethode wurde daher besonders auf die Minimierung des Material und Lösemittelbedarfs geachtet, um Entsorgungsprobleme in diesen LĂ€ndern zu verringern. Es wurde gezeigt, daß die in diesem Projekt entwickelte GCMS-Screening-Technik auch als Kombinationsmethode fĂŒr Biotests eingesetzt werden kann. Erstmals wurde die CI / MSMS-Technik eingesetzt um BedarfsgegenstĂ€nde toxikologisch zu bewerten. Dabei stellte sich heraus, daß diese massen-spektrometrischen Spezialverfahren derzeit noch nicht fĂŒr den Routinebetrieb geeignet sind um die Bedarfsgegen-stĂ€ndeĂŒberwachung zu vereinfachen. Eine Korellation zwischen der vorliegenden Methode und der amtlichen Methode zur Untersuchung von BedarfsgegenstĂ€nden nach § 35LMBG B- 82.02-2 wurde hergestellt.

Übersicht

Telefon

0385/39537-0

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Bundesland

Mecklenburg-Vorpommern

Fördersumme

40.519,88 €

Förderzeitraum

01.04.1996 - 30.09.1996