Projekt 07937/01

Modellprojekt Umweltmanagement in der Stadtverwaltung Wuppertal

ProjekttrÀger

Stadtverwaltung WuppertalGeschÀftsbereich Natur Raum BaumUmweltmanagement
Wegnerstr. 7
42269 WuppertalZielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Stadt Wuppertal hat im Rahmen einer grundlegenden Verwaltungsreform das Amt fĂŒr Umweltschutz und Umweltdezernat zu Gunsten einer Organisationslösung Umweltschutz als Gemeinschaftsaufgabe in Verbindung mit der EinfĂŒhrung eines Umweltmanagementsystems (UMS) aufgelöst. Das angestrebte und z.T. eingerichtete UMS entspricht in GrundzĂŒgen den Anforderungen der EMAS-VO und der DIN/ISO Serie 14000. Die Umsetzung und Wirkungsweise des neu eingefĂŒhrten UMS soll im Rahmen des Modellvorhabens analog zu den Vorgaben der EMAS-VO und DIN/ISO 14000 geprĂŒft und festgestellte Schwachstellen behoben werden. Das UMS soll mit DurchfĂŒhrung des Vorhabens fĂŒr die gesamte Stadtverwaltung transparenter gemacht und dessen Verankerung in alle Bereiche des Verwaltungshandelns mittel- und langfristig sichergestellt werden. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Audit wird exemplarisch fĂŒr den Verwaltungsbetrieb an zwei ausgewĂ€hlten Ressorts / Stadtbetrieben (internes Audit) und fĂŒr den Bereich der kommunalen Aufgaben (externes Audit) anhand ausgewĂ€hlter Aufgabenbereiche (Bauleitplanung, Bodenschutz und FließgewĂ€sserschutz) durchgefĂŒhrt. ZunĂ€chst werden fĂŒr das externe und interne Audit der genaue Ablauf und die Schwerpunktsetzungen des Audits geplant. Die Umweltwirkungen der ausgewĂ€hlten Verwaltungsbereiche werden mit Fragebögen und in Workshops mit den BeschĂ€ftigten erfaßt und mit rechtlichen Anforderungen und Beispielen aus anderen StĂ€dten verglichen (UmweltprĂŒfung). Die bisher existierenden Organisationsformen und Zielsetzungen in den ausgewĂ€hlten internen/externen Verwaltungsbereichen werden mit den Anforderungen der EMAS-VO und DIN/ISO 14001 verglichen und entsprechend weiterentwickelt. Die Ergebnisse werden in einem Managementprogramm dargestellt. Das Umweltmanagementsystem und insbesondere die Aufbau und Ablauforganisation in den internen/externen Bereichen werden in einem Managementhandbuch zusammengefaßt. In Arbeitssitzungen wird die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Verwaltungsbereiche der Stadt Wuppertal und andere Kommunen geprĂŒft. Die (Teil-)Ergebnisse des Vorhabens werden mit einem externen Informationsnetzwerk abgestimmt, welches sich aus Vertretern anderer StĂ€dte zusammensetzt, und in einem Praxisratgeber fĂŒr andere Kommunen aufbereitet. Ergebnisse und Diskussion Wesentliches Ziel des Modellvorhabens war die ÜberprĂŒfung und Weiterentwicklung des (im Zuge einer Strukturreform geschaffenen) Umweltmanagementsystems gemĂ€ĂŸ den Anforderungen der EG-Öko-Audit-Verordnung und der DIN EN ISO 14001 (Umweltmanagementsysteme - Spezifikationen mit Anleitung zur Anwendung). Dabei konnte speziell in Wuppertal auf konkrete Erfahrungen mit zur EMAS analogen Syste-melementen zurĂŒckgegriffen werden, die im Zuge der Verwaltungsstrukturreform eingefĂŒhrt wurden. Besonders hervorzuheben sind hier fĂŒr den Bereich des betrieblichen Umweltschutzes (Verwaltungsbetrieb) die Existenz von LeitfĂ€den in den Bereichen § umweltfreundliche Beschaffung, § betriebliche Abfallwirtschaft, § ökologisches Bauen und Sanieren, § Energieeinsparung und § betriebsinduzierter Verkehr (Verkehrsaufkommen durch BeschĂ€ftigte). Parallel zur Erarbeitung und Verabschiedung dieser LeitfĂ€den wurde an der Entwicklung eines Controllingsystems gearbeitet. Die zum Projektstart wesentlichen identifizierten Systemschwachstellen lagen in der unzureichenden Kommunikation ĂŒber Ziele und Anforderungen der LeitfĂ€den und der darin enthaltenen Zielsetzungen und in der unzureichenden Datenlage zu den einzelnen Wirkungsbereichen. Außerdem bestanden Motivationsprobleme bei der Umsetzung der bis dahin entwickelten Ziele und Maßnahmen und Unklarheiten bei Verantwortlichkeiten fĂŒr die Umsetzung. Weiterhin wurde ein Defizit in den unzureichende Steuerungsmöglicheiten durch z.T. fehlende MeßgrĂ¶ĂŸen und Kennziffern gesehen. In dem Projekt wurden basierend auf den o.g. Schwachstellen folgende wesentliche Weiterentwicklungen des Managementsystems erreicht: § MeßgrĂ¶ĂŸen fĂŒr Abfall- und Energiewirtschaft, Beschaffung und betriebsinduzierten Verkehr § Übersicht ĂŒber rechtliche Grundlagen und Bewertung der Umsetzung fĂŒr ausgewĂ€hlte Bereiche der Verwaltung § Zusammenstellung und Weiterentwicklung vorhandener Ziele in ausgewĂ€hlten Dienstleistungsbereichen § Verfahrensbeschreibungen im Verwaltungsbetrieb § Beispielhafte Verfahrensbeschreibung fĂŒr die Entwicklung von umweltbezogenen Zielen und Maßnahmen und deren Abstimmung mit der Politik (Bereiche Bauleitplanung und GewĂ€sserschutz) in einem Managementhandbuch Wesentliche schriftliche Ergebnisse sind § chronologische Dokumentation des Projekts § Praxisratgeber zur Entwicklung kommunaler Umweltmanagementsysteme § Managementhandbuch § Bericht zu den Ergebnissen der UmweltprĂŒfung § Zusammenstellung der rechtlichen Anforderungen in ausgewĂ€hlten Verwaltungsbereichen Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation FachaufsĂ€tze: § Bloser, Marcus/ Gleim, Christian: Modellvorhaben Umweltmanagement der Stadtverwaltung Wuppertal, in: UVP-Report, Nr. 4+5/ 1997, S. 199ff. § Bloser, Marcus/ Gleim, Christian: Modellvorhaben Umweltmanagement, in: Kommunale Ökologische Briefe, Nr.18/ 03.09.1997, S. Iff. Veranstaltungen: § Vortrag im April 1997 auf einem hausinternen Seminar der Stadt Rostock zum kommunalen Öko-Audit § Vortrag im April 1997 auf den 10. Herner UmweltgesprĂ€chen zur Vorstellung des Projekts § Workshop mit externen StĂ€dtevertretern bei der Stadt Wuppertal am 04.06.1997 zur Diskussion der Vorgehensweise und der Ergebnisse der UmweltprĂŒfung § Workshop mit externen StĂ€dtevertretern bei der Stadt Wuppertal am 27.01.1998 zur Abstimmung des Praxisratgebers und zur Diskussion der Projektergebnisse § geplant: Vortrag am 28.05.1998 zu den Projektergebnissen auf einer Tagung des Umweltinstituts Offenbach zum Thema Kommunales Öko-Audit Fazit Folgende wesentliche Erkenntnisse konnten aus dem Modellvorhaben abgeleitet werden: § Das ManagementverstĂ€ndnis der EMAS und der DIN ISO 14001 ist neu fĂŒr Kommunalverwaltungen. Hier sind insbesondere Probleme bei der EinfĂŒhrung transparenter und zielbezogener Steuerungssysteme erkennbar. § Die EMAS ist grundsĂ€tzlich auf Kommunen ĂŒbertragbar. Problematisch ist jedoch die bisher enge Definition des Standortbegriffs der EMAS, der fĂŒr jeden Verwaltungsstandort eigene Managementsysteme verlangt. Dies wĂŒrde zu einem nicht leistbaren Aufwand bei grĂ¶ĂŸeren Kommunen fĂŒhren. Die interne Kommunikation und Information ĂŒber Philosophie und Anforderungen von Managementsystemen und deren Anpassung an existerende VerwaltungsablĂ€ufe ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der EinfĂŒhrung von Managementsystemen. Nicht so sehr die Strukturen, sondern vielmehr eine gemeinsam akzeptierte Zielorientierung und die Schaffung entsprechend klarer Verbindlichkeiten fĂŒr die Umsetzung, auch in Abstimmung mit der Politik, sind aus unserer Sicht weiter wichtige Umsetzungsvoraussetzungen fĂŒr ein effektives Umweltmanagement. Nachdem im Februar 1998 die Erweiterungsverordnung zum Umwelt-Audit-Gesetz (UAG) gĂŒltig wurde, ist jetzt eine Zertifizierung von kommunalen Verwaltungen nach EMAS möglich. Daurch wird das Interessen in Kommunen an der Entwicklung von UMweltmanagmentsystemen zunehmen. In der BRD laufen parallel zu dem hier vorgestellten Projekt AktivitĂ€ten zur Entwicklung kommunaler Umweltmanagmentsysteme in anderen Kommunen (Hannover, Rostock, NĂŒrnberg, Erlangen, Modellprojekt in Baden-WĂŒrttemberg und Hessen u.a.) Bisher fehlt eine synoptische Auswertung der dort gemachten Erfahrungen und eine Analyse der Übertragbarkeit. Weiterhin ist ein Mangel an Erfahrungsaustausch mit dem Ziel der Erstellung von ĂŒbertragbaren Empfehlungen an andere Kommunen feststellbar

Übersicht

Telefon

0202/563-5945

Telefon

0202/563-5945

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Fördersumme

88.197,85 €

Förderzeitraum

01.10.1996 - 31.08.1998