Projekt 07091/02

Aufbau der Neuen Artenschutzschule in Metelen (Nordrhein-Westfalen)

Projektträger

Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW
Leibnizstr. 10
45659 Recklinghausen
Telefon: 02361/305-1

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Mit dem Projekt Aufbau der Neuen Artenschutzschule Metelen soll ein auf Dauer regelm√§√üiges, bundesweit angebotenes Fortbildungsprogramm mit der thematischen Ausrichtung auf artenschutzrechtliche und -fachliche Fragestellungen installiert werden. Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Fortf√ľhrungsverpflichtung der ehemaligen Bundesweiten Artenschutzschule des Ende 2004 aufgel√∂sten Biologischen Instituts Metelen (BIM) gegen√ľber dem Projekttr√§ger Bundesstiftung Umwelt (DBU) √ľbernommen. Diese Tatsache sowie die unmittelbare r√§umliche N√§he zur nordrhein-westf√§lischen Auffangstation f√ľr beschlagnahmte, gesch√ľtzte Tierarten und die nach wie vor bestehende Marktl√ľcke im bundesweiten Umweltbildungsangebot waren dabei Anl√§sse, den inhaltlichen Schwerpunkt der Fortbildungsveranstaltungen auf den Vollzug zum nationalen und internationalen Artenschutz zu legen.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVorbereitungsrecherchen (Internet, Gespr√§che) zum Umweltbildungsangebot und zum Erfahrungshintergrund des Artenschutzvollzugs im Bundesgebiet dienten der Identifizierung von Zielgruppen f√ľr Fortbildungen in Metelen. Auf Basis dieser Vorbereitungsrecherchen sowie sp√§ter durch Anregungen von Teilnehmern und Referenten lie√üen sich Ideen und Skizzen f√ľr m√∂gliche Themen und Kursabl√§ufe herausfiltern. Mit der Anfrage bei geeigneten Vortragenden wurden die einzelnen Kurse inhaltlich und termindetailliert konturiert. Einladungen wurden brieflich anhand einer Adressdatenliste (1000 Adressaten im Bundesgebiet) sowie kurz vor den Veranstaltungen als Erinnerungsmails an einen weniger umfangreichen E-Mail Verteiler versendet. Die √ľberwiegend eint√§gigen, gelegentlich zweit√§gigen Kurse wurden im Veranstaltungstrakt des Artenschutzzentrums Metelen durchgef√ľhrt. W√§hrend und nach einer Veranstaltung erhielten die Kursteilnehmer pers√∂nlich zu nutzende Unterlagen. Bei der Themen- und Referentensuche sowie bei der Hintergrundorganisation und Moderation der Kurse wurde der Projektnehmer von einer beauftragten, im Themenfeld Internationaler Artenschutz erfahrenen B√ľrofirma unterst√ľtzt. Zur Optimierung der Schulungen und zur Findung weiterer Zielgruppen und Fortbildungsbedarfe wurden die Angaben in den Bewertungsb√∂gen der Teilnehmer sowie die Eindr√ľcke von Moderatorenseite herangezogen.


Ergebnisse und Diskussion

An den 18 Fortbildungsveranstaltungen in der 2-j√§hrigen anschubfinanzierten Projektf√∂rderphase Neue Artenschutzschule Metelen vom 01. November 2005 bis 31. Oktober 2007 nahmen insgesamt 419 Teilnehmer teil. 10 Kurse fielen auf das Jahr 2006, 10 weitere auf das Jahr 2007, wovon 8 noch im F√∂rderzeitraum lagen. Die durchschnittliche Teilnehmerzahl der 18 Schulungen lag in beiden Jahren der Durchf√ľhrung, n√§mlich 2006 und 2007, bei 23 Personen. Dabei kam der weit √ľberwiegende Teil der Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen. W√§hrend an den 10 Veranstaltungen im 1. Veranstaltungsjahr 2006 17 % der Teilnehmer aus unmittelbar an Nordrhein-Westfalen angrenzenden Bundesl√§ndern wie Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz stammten, konnte bereits bei den 8 Kursen im 2. Veranstaltungsjahr 2007 eine Steigerung in der Herkunft der Teilnehmer au√üerhalb von Nordrhein-Westfalen auf 37 % sowie eine breitere Streuung festgestellt werden. Einzelne, teilweise regelm√§√üige Teilnehmer kamen aus fast allen Bundesl√§ndern angereist. Die r√§umliche Randlage im Bundesgebiet, fehlende geeignete √úbernachtungsm√∂glichkeiten im fu√ül√§ufigen Umfeld und die au√üerordentlich schlechte √ĖPNV-Anbindung des Tagungsortes Metelen erforderten von den Interessierten einen hohen zeitlichen und organisatorischen Aufwand f√ľr An- und Abreise. Dass dennoch etliche Teilnehmer von weiter her kamen, liegt sicherlich auch an den dank der Projektf√∂rderung g√ľnstigen, in der Regel von den Arbeitgebern, meist Artenschutzbeh√∂rden, als Dienstreisekosten zu tragenden Kursgeb√ľhren.
Nach den vorbereitenden Recherchen hatten sich zwei Hauptzielgruppen f√ľr Artenschutzveranstaltungen in Metelen herauskristallisiert: 1. Vertreter von Beh√∂rden des Artenschutzvollzugs auf L√§nderebene insbesondere zur Kontrolle von Besitz und Vermarktung von Exemplaren gesch√ľtzter Tier- und Pflanzenarten und 2. Vertreter von Auffangstationen. Diese beiden Zielgruppen sind durch die angebotenen Veranstaltungen erreicht worden: 67 % aller Teilnehmer in 2006 bzw. 62% in 2007 waren Vertreter von Vollzugsbeh√∂rden im Artenschutz und ca. ein Viertel bzw. 28 % kamen von Auffangstationen. Hinzu kamen weitere Teilnehmer wie beispielsweise Mitglieder von Fachorganisationen. Je passgenauer die Seminarthemen auf diese beiden Zielgruppen ausgerichtet waren, desto h√∂her waren auch deren Teilnahmeanteile.
Es hat erste Versuche zur Ausrichtung von Veranstaltungen auf speziellere Zielgruppen z.B. Zoofachhandlungen oder Richter und Staatanw√§lte gegeben. Die Teilnahme dieser Teilnehmerkreise war noch nicht befriedigend und bedarf noch passgenauerer Vorbereitung. Eine weitere Zielgruppe n√§mlich 3. freiberufliche und beh√∂rdliche Artenschutzgutachter in Eingriffsplanungen soll k√ľnftig mit ber√ľcksichtigt werden, da diese wegen der j√ľngsten ma√ügeblichen √Ąnderungen im Artenschutzrecht (¬ß 42 BNatSchG) voraussichtlich gro√üen Bedarf haben wird.
Bei den Fortbildungen reichte das Angebot von Vortragsveranstaltungen mit Fallbeispielen zum Artenschutzrecht √ľber Kurse mit Bestimmungs√ľbungen zur Artenkenntnis bis hin zu Schulungen mit praxisorientierten Hinweisen zur artgerechten Haltung gesch√ľtzter Tiere. Befragungen der Teilnehmer ergaben, dass sie mit den Fortbildungen durchweg zufrieden waren. Auch der berufliche Nutzen der vermittelten Inhalte wurde √ľberwiegend als hoch bis mittel eingestuft.


√Ėffentlichkeitsarbeit und Pr√§sentation

In den L√ĖBF-Mitteilungen 4/2006 wurden in einem Artikel Ziele, Arbeitsweise und erste Bilanz der Artenschutzschulungen in Metelen vorgestellt. Zweimal gab es in der Lokalpresse Berichte √ľber Einzelkurse.


Fazit

Da die organisatorische und fachliche Gestaltung der Veranstaltungen Anklang gefunden haben, kann das Projekt Aufbau der Neuen Artenschutzschule Metelen als gelungen betrachtet werden. Mit dem Besucheraufkommen, den gezielten Anfragen nach Schulungsunterlagen und den Anregungen Interessierter hat sich im Projekt die vermutete Nachfrage an Fortbildungen im Themenbereich Internationaler Artenschutz insbesondere zum Schutz handelsrelevanter Arten best√§tigt. Das Zusammenkommen der Teilnehmer aus unterschiedlichen Einrichtungen und Organisationen bzw. Bundesl√§ndern f√ľhrte zum Aufbau eines ersten Kontakt-Netzwerkes, in dem ein z. T. l√§nder√ľbergreifender Erfahrungsaustausch auf kurzen Wegen erfolgen kann. Dies erleichterte bereits in Einzelf√§llen die Kooperation von Akteuren in strafrechtlich relevanten Verfahren des Artenschutzes. Aufgrund neuer Kontakte zu (potentiell) geeigneten Dauervermittlungsstellen f√ľr eingezogene Tiere zog zudem die auf dem selben Grundst√ľck der Artenschutzschule gelegene Auffangstation des Projektnehmers unmittelbar Nutzen aus den dort stattfindenden Veranstaltungen. Nach der projektgef√∂rderten Aufbauphase soll das Veranstaltungsangebot im LANUV-Artenschutzzentrum Metelen konsolidiert werden: auf der Basis der gemachten Erfahrungen k√∂nnen bei den Kursen organisatorische Verbesserungen und fachliche Vertiefungen erfolgen.

√úbersicht

Fördersumme

60.360,00 ‚ā¨

Förderzeitraum

11.07.2005 - 11.07.2007

Internet

www.loebf.nrw.de

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Schlagwörter

Umweltkommunikation