Projekt 05978/01

Aufbau des Arbeitsbereiches Elektrorecycling

ProjekttrÀger

Lebenshilfe Oder-Neisse WerkstÀtten e. V.
Ringstr. 7
15890 EisenhĂŒttenstadtZielsetzung und Anlass des Vorhabens Es soll eine Demontagelinie fĂŒr das manuelle Zerlegen von Elektronik-AltgerĂ€ten installiert werden, die die Arbeitsbedingungen der behinderten Mitarbeiter entschieden verbessert und effektiviert und gleichzeitig allen umweltrelevanten Gesichtspunkten bei diesen TĂ€tigkeiten Rechnung trĂ€gt. Das Demontagesystem mit 12 ArbeitsplĂ€tzen erfĂŒllt alle geforderten QualitĂ€ts- und Umweltaspekte (z.B. TÜV-GS-Zeichen, CE-Zeichen, BIA-Filter fĂŒr Absauganlage usw.) und entspricht den gĂŒltigen Vorschriften bzw. Sicherheitsvorschriften. Beginnend mit der GerĂ€teanlieferung bis hin zum Abtransport der recyclinggerecht demontierten Bauteile sind alle wichtigen Aspekte des Materialflußes, der Arbeitsplatzgestaltung und Arbeitssicherheit berĂŒcksichtigt. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie zu demontierenden AltgerĂ€te werden im Aufgabenbereich der Demontagelinie in Gitterboxen, auf Paletten oder geordnet mit einem GerĂ€tewagen bereitgestellt. Zur Erleichterung der GerĂ€teaufgabe dient ein Scherenhubtisch, welcher auch fĂŒr die Grobfraktionierung von GroßgerĂ€ten genutzt werden kann. Nach Entfernung von GehĂ€use bzw. RĂŒckwand erfolgt in der geschlossenen Reinigungskabine die grĂŒndliche Entstaubung des GerĂ€tes oder der Baugruppe bei gleichzeitiger Staubabsaugung, sowie bei BildschirmgerĂ€ten vorab die BelĂŒftung der Bildröhre. Nach diesem Arbeitsschritt wird das GerĂ€t mittels des WerkstĂŒcktrĂ€gers auf der Rollenbahn zu den Fraktionier-WerkbĂ€nken geschoben. Werden in AltgerĂ€ten schadstoffhaltige Bauteile wie z.B. Quecksilber vermutet, welche bei BeschĂ€digung des BauteilgehĂ€uses unkontrolliert am Arbeitsplatz austreten könnten, so werden diese AltgerĂ€te an einem Schadstoff-Arbeitsplatz zerlegt. Der Schadstoff-Arbeitsplatz ist mit einer auf der Tischplatte befestigten Edelstahlwanne ausgestattet, so daß bei Austreten von schadstoffhaltigen Stoffen (FlĂŒssigkeiten) diese zunĂ€chst kontrolliert in der Wanne erfaßt sind und z. B. bei Quecksilber mit dem Absorptionsset sicher entfernt werden können. An Fraktionier-WerkbĂ€nken werden die AltgerĂ€te mit entsprechenden Werkzeugen in Grobfraktionen zerlegt. Das bedeutet beispielhaft fĂŒr FernsehgerĂ€te das Entfernen des GehĂ€uses, der Bildröhre und das Ablegen weiterzufraktionierender Bauteile in einem seitlich auf der Rollenbahn bereitgestellten Kunststoffkasten. Die GehĂ€useteile und Bildröhren werden direkt in Gitterboxen oder entsprechenden Containern abgelegt, welche unmittelbar im Arbeitsplatzbereich plaziert sind. Die weiterzufraktionierenden Bauteile gelangen mittels der Wagen zu den nachfolgenden Feinfraktionier-Arbeitsplatz. Recyclinggerecht demontierte Bauteile werden geordnet und getrennt in entsprechende BehĂ€ltnisse am Arbeitsplatz abgelegt. Die Abnahme von entsorgungspflichtigen sowie recyclingfĂ€higen Reststoffen ĂŒber zertifizierte Verwerter/ Entsorger ist jederzeit gewĂ€hrleistet. Ergebnisse und Diskussion Am 26.05.97 konnte in der Einrichtung die vorgesehene moderne Recyclinganlage fĂŒr Elektro- und Elektronik-AltgerĂ€te in Betrieb genommen werden. In Vorbereitung dessen wurde vor allem durch Einbeziehung der GemeinnĂŒtzigen Auftragsbeschaffungs- und Vertriebsgesellschaft der WerkstĂ€tten fĂŒr Behinderte im Land Brandenburg (GAV) die Zerlegetiefe der AltgerĂ€te auf die technisch und ökonomisch bedingten Verwertungsmöglichkeiten und auf Schadstoffaspekte abgestimmt und die Anlagenkonfiguration und der geeignetste Anbieter ausgewĂ€hlt. Vor allem aus Eigenmitteln innerhalb des Gesamtfinanzierungskonzeptes wurde der entsprechende WerkstĂ€ttenbereich hierfĂŒr in Übereinstimmung mit den baurechtlichen und umweltrechtlichen Bestimmungen so modernisiert, daß den Anforderungen an eine sachgerechte Zerlegung ohne unkontrollierte Schadstofffreisetzung und GefĂ€hrdung der Mitarbeiter und Dritter entsprochen wird. In diesem Zusammenhang wurde ein Konzept fĂŒr die Erfassung, Getrennthaltung, Behandlung und Entsorgung nicht verwertbarer Reststoffe und Schadstoffe erarbeitet. Mit dem kapselbaren Schadstoff-Arbeitsplatz ist eine sorgfĂ€ltige hĂ€ndische Entfernung von Problembauteilen möglich, wobei auch bei BeschĂ€digungen die Risiken fĂŒr Umwelt und Mitarbeiter minimiert werden. Mit dem mehrstufigen Zerlege- und Sortierkonzept ist bei hoher FlexibilitĂ€t auch im Personaleinsatz eine den Vermarktungsmöglichkeiten angepaßte weitgehende Wertstofffraktionierung möglich. So konnte neben Eisen- und Buntmetallen z. B. auch zurĂŒckgewonnenes Silber vermarktet werden. In das Gesamtprojekt wurde von vornherein das Institut fĂŒr Neuwertwirtschaft (IFN) mit einbezogen. Eine erste Bestandsanalyse (Umweltschutzberatung) wurde durchgefĂŒhrt. FĂŒr ein geplantes Öko-Audit wurde ein Förderantrag bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg gestellt. Ebenfalls zur Vorbereitung auf das angestrebte Öko-Audit fĂŒr diesen Standort soll das IFN herangezogen werden. Seitens der GAV wird auch in Zukunft angestrebt, eine noch grĂ¶ĂŸere Anzahl von BehindertenwerkstĂ€tten in die Logistik der AltgerĂ€tezufĂŒhrung und fachgerechten Demontage einzubinden, um ein ortsnahes und flĂ€chendeckendes Entsorgungsnetz fĂŒr Elektronik-AltgerĂ€te im Land Brandenburg in Zusammenarbeit der WerkstĂ€tten fĂŒr Behinderte (WfB) mit Kommunen, Gewerbe und anderen Unternehmen zu schaffen. Durch verstĂ€rkte Auftragsakquise, auch unter Einbeziehung der GAV, konnte der Arbeitsbereich Elektronik-Schrott-Recycling fĂŒr den Gesamtbereich wirtschaftliche Ergebnisse erreichen. Verlauf und Ergebnisse des Projektes werden dokumentiert und die Förderung des Projektes durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt in der Öffentlichkeit publik gemacht. Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation - Festschrift zum fĂŒnfjĂ€hrigen Bestehen der Lebenshilfe Oder-Neiße-WerkstĂ€tten e.V., Januar 97 - Artikel in der örtlichen Presse zur Inbetriebnahme der Anlage am 26.05.97 - Darstellung der Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt an der Anlage selbst - Hinweis auf die erfolgte Förderung in persönlichen GesprĂ€chen mit Partnern und GeschĂ€ftskunden sowie bei Besuchen in unserer Einrichtung vor Ort und innerhalb der Landesarbeitsgemeinschaft WfB - Bereitschaft des BewilligungsempfĂ€ngers zur Einbringung in vorgesehene Sonderpublikationen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt Fazit Durch die Förderung seitens der Deutschen Bundesstiftung Umwelt können die Mitarbeiter der Einrichtung im Bereich der umweltfreundlichen Recyclingverfahren fĂŒr Elektro- und Elektronik-AltgerĂ€te einen spĂŒrbar positiven Beitrag leisten. Dabei konnten die Arbeitsbedingungen fĂŒr 12 behinderte Mitarbeiter ganz entscheidend verbessert werden. Umweltbelangen wird besonders Rechnung getragen. DarĂŒber hinaus wurde mit dem Antrag an die Investitionsbank des Landes Brandenburg zur Förderung der DurchfĂŒhrung eines Öko-Audits fĂŒr diesen Standort und Arbeitsbereich ein weiterfĂŒhrender zukunftsorientierter Schritt getan.

Übersicht

Telefon

03364/71126

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Bundesland

Brandenburg

Fördersumme

49.595,31 €

Förderzeitraum

23.12.1994 - 02.04.1998