Projekt 05929/01

Demonstration energiesparender Techniken im Altbau

Projektträger

Fraunhofer-Management-Gesellschaft mbH (FhM)
Hansastr. 27 C
80686 M√ľnchenZielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Januar 1995 bezog die Hauptgesch√§ftsstelle der Internationalen Solarenergie-Gesellschaft (ISES) ihren neuen Sitz in der Villa Tannheim, in der Wiesentalstra√üe in Freiburg. Vor dem Umzug sollte die Villa, im Sinne des neuen Hausherren, energetisch saniert werden. Die zum Teil solare Umr√ľstung der unter Denkmalschutz stehenden Villa war eine Herausforderung: es galt einen Altbau mit sehr hohem Energieverbrauch in ein modernes Niedrigenergiehaus zu verwandeln. Dabei sollte das historische √§u√üere Erscheinungsbild erhalten bleiben. Das Projekt wurde als eines der Demonstrationsprojekte der IEA Task 21 Solar Energy in Building Renovation international begleitet. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenPhase 1: Sanierung Alle wesentlichen baulichen Ma√ünahmen wurden bis zur √úbergabe des Geb√§udes an die ISES am 26. Januar 1995 fertiggestellt. Das Ma√ünahmenpaket der Sanierung umfa√üte folgende Punkte: ¬∑ allseitige W√§rmed√§mmung der Geb√§udefassaden mit 8 cm W√§rmed√§mmung bis zum Kellersockel. Zum Erhalt des architektonischen Gesamtbildes wurden die Fensterlaibungen aus w√§rmed√§mmenden Altglas-Recycling-Materialien nachgebildet. ¬∑ D√§mmung des Dachstuhls durch eine 10 bis 20 cm starke W√§rmed√§mmung auf Altpapierbasis durch Einblasen in die geschaffenen Hohlkammern. D√§mmung des Kellerfu√übodens durch eine Perlite-Sch√ľttung. ¬∑ Einsatz des neu entwickelten Transparenten W√§rmed√§mmverbundsystems der Sto AG. 50 m¬≤ dieses Fassadend√§mmsystems wurden auf der Westfassade des Geb√§udes erstmalig in einer werksseitig vorgefertigten Variante installiert. ¬∑ Einsatz der neuen Dreifach-Verglasungen der Interpane iplus3x (k=0,4 W/m¬≤K). ¬∑ Einbau eines 7,5 m¬≤ gro√üen Flachkollektors der Fa. Paradigma zur Brauchwasserbereitung und Heizungsunterst√ľtzung Phase 2: Me√ütechnische Evaluierung Im Anschlu√ü an die Fertigstellung der Sanierungsma√ünahme wurde das Projekt bis zum Ende der Projektlaufzeit me√ütechnisch begleitet. Schwerpunkte bildeten neben dem thermischen Energieverbrauch die Bewertung der TWD-Fassade und des Kollektorbetriebs. Ergebnisse und Diskussion Energieverbrauch Mit einem gemessenen spezifischen Energieverbrauch von 54 kWh pro m¬≤ Energiebezugsfl√§che (750 m¬≤) und Jahr konnte das angestrebte Ziel eines Niedrigenergiehauses erreicht werden. Gegen√ľber dem Ausgangswert von ca. 250 kWh/(m¬≤a) betr√§gt die Einsparung nahezu 80%. Dabei betrug der Jahreswirkungsgrad (Verh√§ltnis W√§rmemenge zu Gasverbrauch) der W√§rmeerzeugung durch die Gas-Brennwertanlage inkl. der solar unterst√ľtzten Warmwasserbereitung etwa 88%. TWD Der fl√§chenspezifische Energieertrag der TWD-Fassade betr√§gt rund 50 kWh pro m¬≤ Fassadenfl√§che (TWD und Randbereiche) und Heizperiode (September bis Mai). Unter Ber√ľcksichtigung von Wandorientierung (Westen) und Mauerwerksaufbau (Vollziegel) ergibt sich daraus ein Systemwirkungsgrad von ca. 25%. Dies liegt unter den Erwartungen (Systemwirkungsgrad ca. 32 %). Die Ursachen sind in Fassadenabschattung und -verschmutzung zu suchen, sowie in einem in dieser Phase der Anwendung noch nicht optimierten Systemaufbau der TWD zu suchen. Das Projekt hat mit seinen Piloterfahrungen zu weiteren Verbesserungen bis zur Markteinf√ľhrung beigetragen. Solarkollektor Der fl√§chenspezifische Kollektorertrag liegt bei 350 kWh/(m¬≤a). Der t√§gliche Warmwasserverbrauch des Geb√§udes liegt mit 140 Liter in der Gr√∂√üenordnung eines 3-Personen-Haushaltes. Dies resultiert aus der B√ľronutzung in Kombination mit einer Wohnnutzung im Obergescho√ü des Geb√§udes. Die aufgrund der langen Verteilwege notwendige Zirkulation ben√∂tigt in etwa die gleiche W√§rmemenge pro Jahr wie als Nutzenergie in Form von Warmwasser entnommen wird. Die Drehzahlregelung der Pumpen im Kollektorkreis hat sich bew√§hrt. √Ėffentlichkeitsarbeit und Pr√§sentation Als Sitz der ISES wird das Geb√§ude laufend zahlreichen Besuchern pr√§sentiert und unterst√ľtzt dabei auch die Au√üenwirkung der Vereinigung. Ver√∂ffentlichungen √ľber das Geb√§ude finden sich vor allem im Rahmen der begleitenden Bearbeitung durch die IEA Task Solar Energy in Building Renovation. Fazit Durch die F√∂rderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ist es gelungen, eine vorbildliche Altbausanierung unter Ber√ľcksichtigung der aktiven und passiven Solarenergienutzung zu realisieren. Dies unterst√ľtzt die √Ėffnung dieses bisher noch wenig bearbeiteten Marktes f√ľr Solarenergieanwendungen.

√úbersicht

Telefon

089/1205764

Telefon

089/1205764

Bundesland

Baden-W√ľrttemberg

Fördersumme

98.232,98 ‚ā¨

Förderzeitraum

01.11.1994 - 19.08.1998