Projekt 05923/01

Entwicklung und Erprobung alternativer Rauchgasreinigungstechniken zur Immissionssenkung von Krematorien

ProjekttrÀger

IngenieurbĂŒro Groschwitz & Sommer
Zillestr. 14 a
07318 SaalfeldZielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel der Versuche im Projekt war es, eine neuartige Rauchgasreinigungstechnik, bestehend aus einem keramischen Heißfilter und einer Reaktoreinheit, die mit verschiedenen Katalysatoren zur Reduzierung von NOx, PCDD/ PCDF und CO sowie Quecksilber bestĂŒckt wurde, unter den Betriebsbedingungen eines Krematoriums zu erproben. Des Weiteren sollten durch Ermittlung des Inputs und der Schadstoffbeladung des Roh- und Reingases Grundlagen fĂŒr eine qualifizierte Bewertung und Auslegung dieser Technik geschaffen werden. Die Anlage wurde dazu im Krematorium PĂ¶ĂŸneck aufgebaut und durch einen Bypass parallel zur Altanlage betrieben. Dazu wurde ein permanenter Teilvolumenstrom von durchschnittlich V=200 Nm3/h aus einer seitlichen Öffnung des Rekupators der Altanlage entnommen. Die Abgastemperatur lag bei etwa 500° C an der Entnahmestelle. Die Anordnung der Anlagenkomponenten erfolgte so, dass sich der Heißgasfilter vor dem Katalysator befand. Die Versuchsanlage wurde von der Firma HWH Engineering Groß-langheim bereitgestellt und betreut. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenÜber den Versuchszeitraum wurden fĂŒr 159 Kremationen deren Eingangswerte und die Verbrennungsbedingungen im Ofen erfasst sowie die Betriebsparameter der Versuchsanlage mitgeschrieben. DarĂŒber hinaus erfolgten diverse Schadgasmessungen im Roh- und Reingas zur Bestimmung der Abbauraten der Schadstoffe. Die Emissionsmessungen erfolgten durch die Firma ILU Luftanalytik GmbH, Saalfeld. Der in PĂ¶ĂŸneck vorhandene Ofen war ein 1990 von der Firma Paul a. F. Schulze Dresden neu errichteter Etagenofen, der den Anforderungen der VDU 3891 entsprach. Der Ofen verfĂŒgte ĂŒber eine integrierte Nachverbrennungskammer und eine vollautomatische SPS zur Steuerung der diversen Luftklappen in AbhĂ€ngigkeit von der Temperatur und vom Sauerstoffgehalt im Ofen, der Überwachung der geforderten Verriegelungsdingungen und zur Dokumentation der Messwerte. Ergebnisse und Diskussion Die Ergebnisse der Versuche wurden vom IngenieurbĂŒro Groschwitz positiv beurteilt. Die eingesetzten Aggregate arbeiteten ĂŒber den Versuchszeitraum zuverlĂ€ssig. Die Reduzierung der Schadstoffe war z. T. erheblich. Die Ergebnisse zeigten aber auch, dass die Auslegung dieser Technik noch qualifiziert werden musste. Die Abbauraten bei den Dioxinen/ Furanen und Quecksilber sowie CO schwankten sehr stark. Besondere Aufmerksamkeit musste den sehr hohen PCDD/ PCDF-Gehalten in der Filtertasche gewidmet werden. Inwieweit diese Werte aus dem Input bzw. den Verbrennungsbedingungen resultierten oder aber ihre Ursache in den Betriebsbedingungen des Heißgasfilters hatten, hĂ€tte kĂŒnftig untersucht werden mĂŒssen, da die KlĂ€rung dieses Sachverhaltes die Grundlage fĂŒr mögliche Minimierungsmaßnahmen zur Dioxin-/ Furanbelastung in Krematorien schaffen konnte. Weitere Versuche zu dieser Problematik waren vom BĂŒro Groschwitz geplant. Aus den Ergebnissen der Emissionsmessungen konnte man unter Zugrundelegung der Forderungen des LAI fĂŒr eine bundeseinheitliche Regelung nach § 23 BlmSchG fĂŒr Krematorien ableiten, dass der Grenzwert fĂŒr NOx auch ohne Minderungstechnik sicher eingehalten wurde. In Zusammenfassung der Einzelauswertungen kam das IngenieurbĂŒro Groschwitz zu dem Ergebnis, dass die Kombination von keramischen Heißgasfilter mit einer Katalysatoreinheit eine ernsthafte Alternative fĂŒr die Rauchgasreinigung in Krematorien darstellte. Bei sachgerechter Auslegung der Einzelkomponenten war die Einhaltung der Grenzwerte gewĂ€hrleistet. Allerdings reichten die vorliegenden Messwerte nicht aus, um die Auslegung der Aggregate zu qualifizieren. Aus diesem Grund wurde es fĂŒr erforderlich gehalten, eine weitere Erprobung und Bemessung dieser Technik vorzunehmen. Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation Adresse: IngenieurbĂŒro Groschwitz & Sommer, Zille Straße 14 a, 07318 Saalfeld, Telefon 03671-35814Fax: 03671-358159, Ansprechpartner: Herr Dipl.-Ing. Ralf Groschwitz Fazit Die Krematorien waren seit Juni 1993 nach dem BImSchG - BImSchV - Spalte 2 - Nummer 10.24 - genehmigungspflichtige Anlagen, wobei es damals noch keine verbindliche Verwaltungsvorschrift gab, nach welchen Kriterien diese Anlagen in Zukunft genehmigt und welche Kriterien an die UmrĂŒstung gestellt werden sollten. Die einzelnen LĂ€nder - vornehmlich die neuen BundeslĂ€nder - versuchten diese Situation durch VerfĂŒgung vorlĂ€ufiger Erlasse bis zu einer bundeseinheitlichen Regelung zu entschĂ€rfen, wobei sich die herangezogenen Grenzwerte in vielen FĂ€llen an den Grenzwerten der 17. BImSchV orientierten und nicht an der VDI 3891. Problematisch war dies fĂŒr die Reglementierung der Dioxine/ Furane, Quecksilber und dem niedrigen Staubgrenzwert. Allein mit den damals im Einsatz befindlichen Staubfiltern waren diese Grenzwerte nicht zu gewĂ€hrleisten, so dass eine Erweiterung bzw. UmrĂŒstung der Rauchgasreinigungsanlagen in den Krematorien notwendig war. Insofern handelte es sich um ein wesentliches Projekt, das mit wichtigen Erkenntnissen abgeschlossen wurde.

Übersicht

Telefon

03671/35813

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03671/35813

Bundesland

ThĂŒringen

Fördersumme

57.075,51 €

Förderzeitraum

10.10.1994 - 21.09.2001

Internet

www.saale-net.de/ibgs/