Projekt 05514/01

Verringerung der Umwelt- und Gesundheitsbelastung bei der Produktion schwer entflammbarer Gewebe

Projektträger

G. Sch√ľmer GmbH & Co.
Geiststr. 9
48465 Sch√ľttorfZielsetzung und Anlass des Vorhabens Analyse der Ursachen f√ľr die Belastung von Atemluft, Abluft und Abwasser mit Ammoniak bei der Herstellung schwerentflammbarer Gewebe, Erarbeitung der Verfahrenstechnik zur Verringerung der Ammoniakabgabe an die Umwelt ohne Beeintr√§chtigung der Produktqualit√§t, Anpassung der Technik an die Erfordernisse des Standorts und umfassende Kontrolle des Ma√ünahmenerfolgs durch die Erhebung, Darstellung und Archivierung aller f√ľr den Herstellungsproze√ü relevanter Kenngr√∂√üen. Erarbeitung der Grundlagen f√ľr eine statistische Produktionskontrolle. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Problemanalyse wurde unter Ber√ľcksichtigung aller Emissionen von Ammoniak im Ablauf der Produktion durchgef√ľhrt. Die Hauptquellen des Gefahrstoffs wurden erkannt und durch die verfahrenstechnischen Methoden der selektiven Reaktionswasserabreicherung in der Begasungskammer, durch zus√§tzliche Abdichtungsma√ünahmen, durch die r√§umliche und zeitliche Integration emittierender Fertigungsschritte und die umfassende Dokumentation der Proze√üparameter bek√§mpft. Zur Bew√§ltigung der Abwasserproblematik, die durch schwerabbaubaren organischen Phosphor verursacht wird, wurden Methoden erprobt, die die anfallende Abwassermenge einengen und einer direkten Weiterbehandlung zug√§nglich machen. Hier kamen Waschk√§sten mit Hochleistungsquetschen ebenso zum Einsatz wie Verdampfer mit Br√ľdenverdichtung. Die ersten Vorbereitungen zur Einrichtung eines gr√∂√ütenteils geschlossenen Wasserkreislaufs f√ľr diesen Produktionsbereich wurden getroffen. Die Methode der selektiven Reaktionswasserabreicherung erlaubt es, die gesamte in den Proze√ü eingebrachte Ammoniakmenge f√ľr die Polykondensationsreaktion zu nutzen, statt einen erheblichen Teil daf√ľr aufzuwenden, das gebildete Wasser aus der Begasungskammer zu schleppen. Neben der Umweltentlastung konnte auf diesem Weg eine erhebliche Menge an Ammoniak eingespart werden. Ergebnisse und Diskussion Die angestrebten Ziele des Vorhabens, die Verringerung der Ammoniakbelastung von Atemluft, Abluft und Abwasser konnten in vollem Umfang erreicht werden. Zur Senkung der Abwasserbelastung mit organischem Phosphor konnten Methoden entwickelt und im Technikumsma√üstab erfolgreich getestet werden. Emissionen beim Transport des behandelten Gewebes, die ehemals wesentlich zur Belastung der Raumluft an den Arbeitspl√§tzen beigetragen hatten, konnten durch die r√§umliche und zeitliche Integration der Weiterbehandlung mit der Ammoniakbegasung ausgeschlossen werden. Nach entsprechenden Umbauma√ünahmen war es m√∂glich, die oxidative Weiterbehandlung der Gewebe und die erforderlichen Waschvorg√§nge in einen Arbeitsgang zusammenzulegen. Ein aus √∂kologischer Sicht bedeutsamer Nebeneffekt der eingesetzten Hochleistungsquetschwerke zur Na√übehandlung ist, neben der Wassereinsparung, die Aufkonzentrierung der Waschw√§sser. Da diese W√§sser erhebliche Mengen an nicht abbaubarem organischem Phosphor enthalten, besteht zuk√ľnftig die M√∂glichkeit, diese mit Hilfe von Verdampfern soweit aufzubereiten, da√ü das Kondensat direkt als Reinwasser in den Proze√ü zur√ľckgef√ľhrt werden kann und der organische R√ľckstand vom Lieferanten der Chemikalien stofflich wiederverwertet werden kann. Die zur Vermeidung der Atemluftbelastung eingesetzten Abdichtungen f√ľr den Warenflu√ü f√ľhrten in Kombination mit einer radikalen Verringerung der eingesetzten Ammoniakmenge zu dem angestrebten Erfolg. Die Belastung des Abwassers mit Ammonium aus dem Gasw√§scher der Behandlungskammer wurde vollst√§ndig abgestellt. Mit der neuen Verfahrenstechnik kann auf einen Gasw√§scher, der Ammoniak aus dem Kammergas ausw√§scht, verzichtet werden. Die Begasungskammer hat keinen Gasausla√ü zur Umgebungsluft mehr. Der Wasserdampf, der sich w√§hrend der Polykondensationsreaktion in der Begasungskammer bildet und sich ab einer bestimmten Konzentration als Wasserflecken auf dem Gewebe negativ bemerkbar macht, konnte selektiv aus dem Ammoniakgemisch entfernt und stofflich wiederverwertet werden. Fazit Die Vorgehensweise nach den dargestellten Methoden und ihre Umsetzung f√ľr die sichere Herstellung schwerentflammbarer Gewebe hat sich im Vorhaben als richtig erwiesen. Alle √∂kologischen Ziele konnten erreicht werden und Ma√ünahmen waren dar√ľber hinaus noch mit einer erheblichen Betriebsstoffersparnis und einer Erh√∂hung der Qualit√§tssicherheit verbunden. In Zukunft bleibt als Aufgabe, die richtigen unteren und oberen Eingriffsgrenzen der Parameter f√ľr die unterschiedlichen Gewebearten zu ermitteln.

√úbersicht

Telefon

05923/809-0

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Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Fördersumme

330.204,57 ‚ā¨

Förderzeitraum

01.06.1996 - 26.01.1999