Projekt 05041/01

Entwicklung eines sandreichen Betons unter Beimischung spezifischer Betonzusatzmittel zur Schonung natĂŒrlicher Rohstoffvorkommen

ProjekttrÀger

BaustoffprĂŒftechnik Hameln
StĂŒvestr. 39
31785 HamelnZielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Transportbetonindustrie leidet seit Jahren unter dem Druck knapper werdender Rohstoffe. Zu den Grundsubstanzen des Betons gehören begrenzt zur VerfĂŒgung stehende Rohstoffe. Hierzu zĂ€hlen im wesentlichen Zement, Kies, Sand und Wasser. Ziel des Projektes war es, unter Beimischung eines speziellen Betonzusatzmittels sandreichen Beton bis zur GĂŒteklasse B 25 herzustellen. Mit dieser Betonsorte werden ungefĂ€hr 65-70 % des Transportbetonbedarfs abgedeckt. Üblich sind Sandanteile am gesamten Zuschlagbedarf von etwa 40 %. Mit dem neuen Betonzusatzmittel sollte ein Anteil des Sandes im Beton von etwa 80 % erreicht werden. Als umweltrelevante SekundĂ€reffekte wurden erwartet: eine erhebliche Einsparungen von Kies, erhebliche VerkĂŒrzungen von Transportwegen und die sinnvolle Verwertung des ĂŒberschĂŒssigen Sandes als hochwertiger Rohstoff im Beton. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZu Beginn des Projektes verfeinerte die Firma BaustoffprĂŒftechnik Hameln die Rezeptur des Betonzusatzmittels mit der Bezeichnung Pantarhit S (FM) im eigenen Labor. Im Anschluss daran fĂŒhrte das Deutsche Institut fĂŒr Bautechnik, Berlin, die fĂŒr Betonzusatzmittel vorgeschriebenen und genormten PrĂŒfverfahren durch. Aufgrund dieser Ergebnisse wurde fĂŒr das Betonzusatzmittel die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erteilt. Die Fachhochschule Hildesheim/ Holzminden, Institut fĂŒr Chemie, Herr Professor Kutzner, fĂŒhrte ergĂ€nzend die UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung von Beton mit dem Zusatzmittel Pantarhit S (FM) durch. Dazu wurden Probekörper mit und ohne Betonzusatzmittel hergestellt. Nach 28-tĂ€giger ErhĂ€rtungszeit wurden die Proben in einer wĂ€ssrigen Lösung ausgelaugt und das Eluat auf Inhaltsstoffe untersucht. Des Weiteren stellte die Firma BaustoffprĂŒftechnik Hameln sandreiche Betonrezepturen mit dem Zusatzmittel fĂŒr den Einsatz auf der Baustelle auf. Ergebnisse und Diskussion Pantarhit S (FM) wurde in erfolgreicher Weise fĂŒr sehr sandreiche Betone entwickelt, ist aber auch fĂŒr andere Betone als Fließmittel verwendbar. Es kann mit allen Normzementen verarbeitet werden. Die stark verflĂŒssigende Wirkung von Pantarhit S (FM) ermöglicht eine hohe Wassereinsparung. Dadurch wird die Steigerung der Festigkeit des Betons erreicht. Mit dem Zusatzmittel kann aus steifem Beton ein leicht verarbeitbarer Beton bis hin zum Fließbeton erzielt werden. Mit Pantarhit hergestellte Betone lassen sich leichter pumpen, einbringen, verteilen und verdichten. Bei niedriger Zugabemenge wirkt Pantarhit wie ein normaler BetonverflĂŒssiger. Den Projektergebnissen zufolge können durch die Zugabe von Pantarhit S (FM) in den Beton etwa 65 % des normalerweise benötigten Kieses eingespart werden. Zur Herstellung eines Ku-bikmeters Normalbeton braucht man aus der Kiesgrube (sandreiche Ge-gend) etwa 6 Tonnen Rohmaterial. FĂŒr 1 m3 sandreichen Beton werden nur etwa 1,7 Tonnen Rohmaterial benötigt. Von einer Produktionsmenge von insgesamt 39,9 Mio. m3 Beton in den Lan-desverbandsregionen mit SandĂŒberschussmengen in der Körnung 0/2 sind 80,7% (= 32 Mio. m3 ) in den Betonfestigkeitsklassen B 5 bis B 25 ausgeliefert worden. WĂŒrden nur 25 % der Menge von 32 Mio. m3 als sandreicher Beton ausgeliefert, so ergĂ€be sich rein rechnerisch eine Menge an sandreichem Beton von 8 Mio. m3. Das bedeutet unter der Annahme, dass die Austauschmenge Sand anstelle Kies etwa 500 kg/m3 betrĂ€gt (bei B 5 bis B 15 weniger als bei B 25), ein Ersatz von 4 Mio. t Kies durch die gleiche Menge Sand. Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation Kontaktadresse: Firma Ha-Be Betonberatungs GmbH, BaustoffprĂŒftechnik & Co. KG, StĂŒvestraße 39, 31785 Hameln, Ansprechpartner: Herr Ulrich Meyer, Tel. 05151/587-0, Fax / 59959. Eine offizielle PrĂ€sentation des Forschungsergebnisses hat auf der Baufachmesse in NeumĂŒnster stattgefunden. Des Weiteren kam es zu zahlreichen Veröffentlichungen in der Tagespresse und in Fachzeitschriften. Fazit Im Rahmen des Projektes wurde das insbesondere fĂŒr sehr sandreiche Betone entwickelte Zusatzmittel Pantarhit S (FM) in erfolgreicher Weise durch die einschlĂ€gigen PrĂŒfinstitute getestet. Die Projektziele wurden vollstĂ€ndig erreicht. Ein wesentliches Kriterium fĂŒr die Förderung des Projektes im Sinne der Ressourcenschonung war es, dass die Rohstoffe zur Betonherstellung so sparsam wie möglich abbaut werden, um den erheblichen Landschaftsverbrauch durch Kiesgruben und Förderanlagen einzudĂ€mmen. Nach den AusfĂŒhrungen der Firma BaustoffprĂŒftechnik Hameln hat das neuartige Produkt ĂŒber die Aspekte Umweltentlastung und Wirtschaftlichkeit hinaus seit Juni 1996 sehr großes Interesse gefunden. Allerdings beschrĂ€nkte sich das Absatzgebiet zunĂ€chst auf sandreiche Gegenden wie Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin. Deutlich wurde, dass sich der Absatz erst langsam entwickelt, da in der Branche generell eine zögerliche Haltung gegenĂŒber neuen Produkten festzustellen ist. Des Weiteren ist ein langwieriges EignungsprĂŒfungsverfahren Voraussetzung fĂŒr den Einsatz von Pantarhit S (FM). Einen starken BefĂŒrworter und Abnehmer des Produktes fand Herr Meyer von der Firma BaustoffprĂŒftechnik Hameln aber beispielsweise in Herrn Sievert sen. von der Firma Sievert AG & Co, die neben dem Standort OsnabrĂŒck mehrere Transportbetonwerke in Deutschland unterhĂ€lt.

Übersicht

Telefon

05151/587-0

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Bundesland

Niedersachsen

Fördersumme

102.189,35 €

Förderzeitraum

17.11.1995 - 15.06.2000