Projekt 04413/01

Entwicklung von Verfahren und der erforderlichen Infrastruktur zur Verwertung von Ölabscheiderinhalten

ProjekttrÀger

Wiedemann & Reichhardt Maschinen- undFahrzeugbau GmbH
Freiweg 4
86450 AltenmĂŒnsterZielsetzung und Anlass des Vorhabens Gegenstand des Projektes war die Entwicklung eines mobilen Verfahrens, durch das in einem Fahrzeug zur Entsorgung der Inhalte von LeichtflĂŒssigkeitsabscheidern selektiv Feststoffe von Wasser getrennt und klassiert werden können. Damit sollte das von Öl und Schlamm gereinigte Abwasser in den Abscheider zurĂŒckgefĂŒhrt werden können. Die Separation der Feststoffe mit gleichzeitiger EntwĂ€sserung sollte Möglichkeiten der direkten Weiterverwertung der Reststoffe eröffnen und die bei der derzeitigen Entsorgungsmethode anfallenden Abfallmengen besonders im Einklang mit den Anforderungen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes reduzieren. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt wurde in folgende Arbeitsschritte unterteilt: · Aktuelle Genehmigungsanforderungen fĂŒr die mobile Entsorgung: Auf Grund der sich schnell Ă€ndernden technischen, aber auch politischen Randbedingungen fĂŒr das Vorhaben wurde eine Bestandsaufnahme bezĂŒglich regionaler als auch ĂŒberregionaler gesetzlicher Anforderungen durchgefĂŒhrt, um eine bundesweite Genehmigung der mobilen Anlage sicherzustellen. · DurchfĂŒhrung von Adsorptionsversuchen im Labormaßstab: Um die notwendigen Parameter fĂŒr die spĂ€tere Entwicklung der mobilen Pilotanlage zu erhalten, wurden Adsorptionsversuche durchgefĂŒhrt. Hierbei wurden die Adsorptionsleistung, die BeladungskapazitĂ€t und weitere wichtige Parameter zur Konzeption des Braunkohlefilters ermittelt. Basierend auf den in den Versuchen ermittelten GrĂ¶ĂŸen wurde die Dimension des Filters konzipiert. · GerĂ€tekonzeption und -entwicklung: Das Gesamtsystem der mobilen Pilotanlage zur Verwertung von Ölabscheiderinhalten wurde fĂŒr die Konzeption in einzelne Teilsysteme untergliedert, die entsprechend verfahrenstechnischem Einsatz, Betriebssicherheit, Wartungsaufwand, Robustheit, Einbaumaß und Kosten optimal an das Gesamtsystem zu adaptieren waren. · Realisierung und labortechnische Erprobung: Mit dem Bau einer mobilen Pilotanlage wurden die einzelnen Lösungen der Teilsysteme realisiert und integriert. Dabei sollte eine mobile Einheit fĂŒr die Entsorgung von Ölabscheidern entstehen, die die Leerung von Ölabscheidern mit den entwickelten Verfahren ermöglicht. Ergebnisse und Diskussion Zum Projekt liegt der umfassende Abschlussbericht von September 2000 vor. Durch die Entwicklung der mobilen Pilotanlage können die Nachteile der bisher am Markt arbeitenden Behandlungsanlagen, wie hohe Investitionskosten, komplizierte Anlagentechnik, Überbreiten und ÜberlĂ€ngen der Fahrzeuge sowie die Verwendung chemischer Hilfsmittel zur Einhaltung von Grenzwerten im Brauchwasser deutlich verbessert werden. Im Vergleich zu anderen auf dem Markt befindlichen mobilen Behandlungsanlagen werden durch die selektive Entnahme der Abscheiderinhalte und geeignete physikalische Behandlungsverfahren, ohne Einsatz von chemischen Hilfsmitteln, wieder verwertbare Reststoffe und Brauchwasser erreicht. Durch die ebenfalls neu entwickelte Adsorptionsfiltration kann die Einhaltung der Brauchwassergrenzwerte auch bei Vorhandensein von Emulsionen gewĂ€hrleistet werden. Durch den Einsatz der Adsorptionsfiltration in Kombination mit einer Entölung im Koaleszenzabscheider konnte auch bei sehr hohen Ölanteilen im Ab-wasser der Grenzwert von 20 mg/l MKW unterschritten werden. Insgesamt wurden mit der Pilotanlage sehr gute Trenn- und Reinigungsergebnisse erzielt. Vor allem wurde nachgewiesen, dass auch bei den Pilotversuchen durch den Einsatz der Adsorptionsfiltration der geforderte Reinigungserfolg gewĂ€hrleistet und somit eine sichere Einhaltung der Grenzwerte ohne chemische Hilfsmittel ermöglicht wird. Die Pilotanlage wurde bereits auf einem Dreiachser-Fahrgestell montiert, die Sedimentations- und Filterstufen, wie auch die Entölung in einer Koaleszenzstufe sind betriebsbereit. Durch die Konzeption der ineinander gebauten Behandlungskammern stehen ausreichende SpeicherkapazitĂ€ten zur VerfĂŒgung. Durch die installierte Vakuumanlage können die Ansaug- und EntleerungsvorgĂ€nge wie auch eine RĂŒckspĂŒlung der Filtermatten und evtl. die Beladung und Entladung der Adsorptionsfilterkonsolen ohne zusĂ€tzliche Einrichtungen durchgefĂŒhrt werden. Der Kostenvergleich zwischen der heutigen Entsorgung durch Komplettentleerung und der geplanten selektiven Entsorgung und AbwasserrĂŒckfĂŒhrung zeigt deutlich, dass es fĂŒr den Betreiber auf Grund der Gesamtmengenreduzierung eine Kostensenkung bis zu 50 % bedeutet. Die geschĂ€tzten Entsorgungskosten fĂŒr den Betreiber ergeben etwa 241,5 DM/ t fĂŒr eine Komplettentleerung mit anschließender Behandlung in einer CPB-Anlage und etwa 121,42 DM/ t fĂŒr eine selektive Entsorgung mit anschließender AbwasserrĂŒckgabe. Betrachtet man das geschĂ€tzte Gesamtabfallaufkommen aus den Abscheideranlagen der Bundesrepublik Deutschland von etwa 280 000 - 360 000 t/ Jahr, resultieren durch die AbwasserrĂŒckgabe (etwa 72 %) und die Weiterverarbeitung der Feststoffe in der keramischen Industrie (27 %) anstatt Transport und Entsorgung deutliche Vorteile, die auch einen wichtigen Schritt zur ErfĂŒllung der Anforderungen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes bedeuten. Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation Öffentlichkeitsarbeit: Die Ergebnisse des Projektes wurden bereits auf Konferenzen und in entsprechenden Fachzeitschriften veröffentlicht. Im Jahr 2001 sollen sie auf verschiedenen Messen prĂ€sentiert werden. Fazit Die angestrebten Projektziele wurden voll erfĂŒllt. Die umfangreichen, modellhaften und sehr qualifiziert durchgefĂŒhrten Untersuchungen bestĂ€tigten, dass durch die selektive Vorgehensweise im Vergleich mit heutigen Behandlungsverfahren erstmals eine einfachere Aufbereitung der Abscheiderinhalte möglich ist. Die Sandfanginhalte können entweder direkt oder nach einer Aufbereitung in einer Bodenwaschanlage verwertet werden. Die ÖlschlĂ€mme eignen sich fĂŒr den Einsatz als SekundĂ€rbrenn- und -rohstoffe in der Zementindustrie, wie begleitende Untersuchungen bestĂ€tigten. Die Versuchsergebnisse wurden von Herrn Wiedemann, dem auf Grund der jahrelangen eigenen Entwicklungen von Entsorgungseinheiten fĂŒr seine Fahrzeuge (z. B. KanalspĂŒleinrichtungen) ein außergewöhnlich großer Erfahrungsschatz zur VerfĂŒgung steht, konstruktiv praxisnah und in erfolgreicher Weise umgesetzt. Insofern ergaben hier die Forschungsseite/FhG und der Praktiker/Firma Wiedemann ein geradezu ideales Gespann. Über die bisher gewonnenen Erkenntnisse hinaus identifizierten die Projektbeteiligten jedoch noch weitere Forschungs- und Entwicklungsschritte, die hinsichtlich eines Praxisbetriebes fĂŒr den Einsatz der mobilen Behandlungsanlage vor Ort abgearbeitet werden mĂŒssten. Dieses schließt auch die erforderliche Messtechnik ein. Diese Untersuchungen könnten durch die direkte Kopplung der noch fehlenden Adsorptionsstufe mit der vorhandenen mobilen Behandlungseinheit durchgefĂŒhrt werden. Den Überlegungen zur stofflichen Verwertung, die jeweiligen FilterfĂŒllungen den ÖlschlĂ€mmen zuzuschlagen und sie gemeinsam einer Verwertung im Zementwerk zuzufĂŒhren, mĂŒsste ebenfalls nachgegangen und entsprechende Versuche mĂŒssten durchgefĂŒhrt werden. Vor diesem Hintergrund fassen die Projektpartner ein - nach der derzeitigen fachlichen EinschĂ€tzung sehr sinnvolles - Folgeprojekt ins Auge.

Übersicht

Telefon

08295/9693-0

Telefon

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Bundesland

Baden-WĂŒrttemberg

Fördersumme

304.218,67 €

Förderzeitraum

26.08.1997 - 04.01.2001

Internet

www.wiedemann-reichhardt.de