Projekt 04401/01

Solare Trocknung von Klärschlamm

Projektträger

IST EnergiePlan GmbH
Werderstr. 34
79379 M√ľllheimZielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens ist es, den Betreibern von kleineren Kl√§ranlagen ein Verfahren anzubieten, mit dem Kl√§rschlamm sicher, umweltneutral und kosteng√ľnstig getrocknet werden kann. Die Zielgruppe sind Kl√§ranlagen unter 20.000 EGW - prinzipiell auch bis ca. 50.000 EGW -, sofern gen√ľgend Platz vorhanden ist. Mit dieser Art der Trocknung soll das Volumen und die Masse reduziert und die Akzeptanz von Abnehmern in der Landwirtschaft erh√∂ht werden. Das System soll vermarktet werden, wobei nicht nur Kl√§rschlamm, sondern alle Arten von Sch√ľttg√ľtern getrocknet werden k√∂nnen. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm wesentlichen handelt es sich um den Bau einer transparent √ľberdachten Halle in Art eines Gew√§chshauses, welches auf einer geteerten, stra√üen√§hnlichen Fl√§che errichtet wurde. Eingebaut ist eine Wendehaspel, die auf seitlichen Rollen l√§uft und das Trockengut wendet und pro Wendevorgang zum Tunnelende transportiert. Durch Wechseln der Drehrichtung l√§√üt sich die Sch√ľtth√∂he und damit die Verweildauer des Schlammes im Trockner ver√§ndern. Da die Trocknungsleistung √ľber das Jahr von den Wetterbedingungen abh√§ngt, wird der Solartrockner auch gleichzeitig als Zwischenlager f√ľr den Kl√§rschlamm ausgelegt. Beispielsweise wird bei einer Sch√ľtth√∂he von 40 cm die Schlammenge ca. 5 Monate zwischengelagert. Die Wende- und F√∂rdermaschine ist automatisiert und wird so parametriert, da√ü ein Wochenprogramm abgearbeitet wird. Die Betreuung beschr√§nkt sich auf √úberpr√ľfung der Funktion und auf Abschmierarbeiten. W√§hrend des ersten Betriebsjahres wurde die Anlage kontinuierlich energetisch vermessen. Die Universit√§t Stuttgart-Hohenheim hat 1996 hygienische Untersuchungen durchgef√ľhrt. Ergebnisse und Diskussion Die Me√üergebnisse zeigen, da√ü pro m¬≤ Trocknergrundfl√§che zwischen 600 und 700 kg Wasser pro Jahr verdunstet werden k√∂nnen. In Hammerstein wird der getrocknete Schlamm in der Halle zwischengelagert, so da√ü im Sommer Teilfl√§chen nicht zur Trocknung beitragen. Im Winter sind Lagerzeiten bis 6 Monate ohne Geruchsbel√§stigung m√∂glich. Es war notwendig, zus√§tzlich zur Schwerkraftentl√ľftung Ventilatoren einzubauen, die eine elektrische Anschlu√üleistung von 3 x 650 W besitzen. Der elektrische Jahresverbrauch liegt um 6.000 kWh. Umgerechnet auf den Wasserentzug bedeutet dies ca. 25 kWhel. pro Tonne Wasser. Es entsteht ein Granulat, welches vergleichsweise geruchsfrei ist und mit marktg√§ngigen Methoden in der Landwirtschaft ausgebracht werden kann. Die interne Luftbelastung ist gering und erfordert keine Arbeitsschutzma√ünahmen. Eine Belastung der Umgebung durch Austrag von Keimen konnte nicht festgestellt werden. Eine Hygienisierung des Rohschlammes tritt nur teilweise ein. Die Universit√§t Hohenheim schl√§gt vor, durch gezielte Zugabe von Kohlenstofftr√§gern - wie S√§gemehl und einer Anhebung des pH-Wertes durch Kalk - gezielt eine Selbsterw√§rmung durch Komposteffekte zu bewirken und damit eine Hygienisierung zu erreichen. Das Verfahren wurde unter der Nummer P 43 15 321 erfolgreich patentiert. Die Kostenseite zeigt, da√ü die Finanzierungskosten im wesentlichen die Trocknungskosten beeinflussen. Werden Abschreibungszeiten nach der VDI-Richtlinie 2067 zugrunde gelegt, belaufen sich die Kosten pro Tonne Massenreduzierung auf 120,- bis 190,- DM/t. Damit ist das Verfahren sehr konkurrenzf√§hig zu industriellen Gro√üanlagen. Betreffend der Vermarktung der Trocknungsanlage hat es sich gezeigt, da√ü ein Gro√üteil der Kl√§rschl√§mme zur Rekultivierung in die neuen Bundesl√§nder transportiert wird und die Kl√§ranlagenbetreiber deshalb wenig Anla√ü sehen, sich eigene Trocknungsanlagen anzuschaffen. Inwiefern das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz sich auf die Verbreitung des Verfahrens auswirkt, ist abzuwarten. Gro√ües Interesse besteht in Spanien. Es wird 1997 ein gemeinsames EU-Verbreitungsprojekt mit einer spanischen Firma beantragt. √Ėffentlichkeitsarbeit und Pr√§sentation Die Anlage wurde in allen bekannten Fachzeitschriften vorgestellt. Auf der Mustermesse in Basel MUT 1995 war die IST Anlagenbau GmbH mit dem Verfahren selbst vertreten. Bislang haben etwa 40 Gemeinden, Planungsb√ľros und Industrievertreter aus dem In- und Ausland die Anlage besichtigt. Eine weitere Anlage wurde verkauft und wird im Fr√ľhjahr 1997 in Iffezheim bei Baden-Baden gebaut. Fazit Das Verfahren hat sich bew√§hrt. Die austreibbare Wassermenge pro m¬≤ Grundfl√§che liegt in der Anlage um 600 kg/m¬≤/Jahr, dies entspricht einem Platzbedarf von ca. 1,0 - 1,2 m¬≤ pro Tonne Rohschlamm. Eine Zwischenlagerung √ľber 6 Monate ist auch im Winter problemlos und ohne Geruchsbelastung erfolgreich praktiziert worden. Pro Tonne Wasserentzug m√ľssen 20 bis 30 kWh elektrische Antriebsenergie aufgebracht werden. Die Kosten f√ľr die Massenreduzierung liegen in Hammerstein bei 188,- DM/t, bei gr√∂√üeren Anlagen kann dieser Betrag auf 120,- DM/t gesenkt werden. Damit ist die solare Kl√§rschlammtrocknung nach dem Verfahren IST konkurrenzf√§hig zu industriellen Gro√üanlagen. Besonders geeignet sind Kl√§ranlagen bis ca. 3.000 t Schlamm pro Jahr. Die Vermarktung gestaltet sich schleppend, weil gro√üe Kl√§rschlammengen in die neuen Bundesl√§nder transportiert werden.

√úbersicht

Telefon

07626/97210

Telefon

07626/97210

Bundesland

Baden-W√ľrttemberg

Fördersumme

92.032,54 ‚ā¨

Förderzeitraum

27.10.1994 - 28.08.1997