Projekt 03440/01

City-Logistik f√ľr die Hansestadt Rostock

Projektträger

Forschungsgruppe Verkehr Rostock (FVR)
Freiligrathstr. 3
18055 RostockZielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Ziel des Modellprojektes bestand darin, Ma√ünahmen zu entwickeln und dann umzusetzen, mit denen die Stadtvertr√§glichkeit des Verkehrs verbessert, die Umwelt entlastet und die innerst√§dtische Wirtschaft, insbesondere die klein und mittelst√§ndischen Unternehmen, gef√∂rdert werden. Den Untersuchungsgegenstand bildeten das Verkehrsaufkommen, die Quell- und Zielverkehre in der Hansestadt Rostock und der Wirtschaftsverkehr als Lebensnerv f√ľr die st√§dtischen Funktionen wie Ver- und Entsorgung von Unternehmen, Verwaltungen und privaten Haushalten. Veranla√üt wurde das Vorhaben durch die Verkehrsentwicklung in der Hansestadt Rostock, die in den letzten Jahren einen Anstieg erfahren hat, der zu ernsthaften St√∂rungen im Stadtbereich f√ľhrte. Mit der schnellen Entwicklung im G√ľter- und Personenverkehr innerhalb der letzten Jahre und mit dem gleichzeitig vollzogenen √ľberproportionalen Anstieg des Stra√üenverkehrs im Vergleich zu anderen Verkehrstr√§gern, sind die kommunalen Gebietsk√∂rperschaften f√ľr Fragen des Wirtschaftsverkehrs sensibilisiert. Die Kommunen sind gefordert, Strategien und Ma√ünahmen f√ľr eine stadtvertr√§gliche Gestaltung des G√ľter- und Wirtschaftsverkehrs zu entwickeln. Die gewollte Entwicklung von kleinen und mittleren Unternehmen im Stadtbereich bedingt deren Mobilit√§t im Wirtschaftsverkehr bzw. setzt diese gerade voraus. Von den Verb√§nden, die die im Stadtbereich angesiedelten Unternehmen vertreten, wird seit einiger Zeit mit Nachdruck gefordert, einer erkennbaren Standortverlagerung im Handel aus der Innenstadt an den Stadtrand durch kommunalpolitische Ma√ünahmen entgegenzuwirken. Eine Voraussetzung f√ľr den Erfolg des Projektes wurde darin gesehen, Speditionen und Transportunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen, die unmittelbar in ihrem Unternehmenskonzept von der √∂rtlichen Verkehrspolitik abh√§ngig sind, direkt in die Projektarbeit einzubeziehen. Die Einbeziehung umweltschonender Verkehrstr√§ger stellt die neue Qualit√§t im Wirtschaftsverkehr dar. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Arbeitsprogramm f√ľr das Projekt City-Logistik-Rostock umfa√üte folgende Arbeitsschritte, die sachlich und zeitlich ineinander greifen: 1. Vorbereitung und Abstimmung 2. Problemanalyse und M√§ngelfeststellung 3. Entwicklung eines Zielkonzeptes 4. Systeml√∂sungen und Bewertungen 5. Ma√ünahmekonzept und Handlungsrahmen Zur rationellen Projektbearbeitung wurde der st√§dtische Untersuchungsraum im Hinblick auf Einwohnerdichte und Handelsbesatz strukturiert. Die mit der Problemanalyse offensichtlichen M√§ngel wurden gemeinsam mit den Vertretern der Kommune und der Interessenverb√§nde nicht nur festgestellt, sondern es wurde auch die Machbarkeit einer Beseitigung mit ihren Folgen und Nebenwirkungen er√∂rtert, um daraus das Zielkonzept f√ľr die L√∂sung der Probleme abzuleiten. Das abgestimmte Zielkonzept gab dem Bearbeitungsteam die Orientierung f√ľr die Bildung der L√∂sungsvarianten und deren Bewertung sowie die Aufstellung der erneut abzustimmenden Ma√ünahmepl√§ne. Das im Ergebnis der Projektarbeit vorge-schlagene City-Logistik-Konzept wurde mit dem Ausgangszustand verglichen und hinsichtlich seiner Umwelt- bzw. Stadtvertr√§glichkeit sowie seiner Wirtschaftseffekte f√ľr das st√§dtische Gemeinwesen bewertet. Ergebnisse und Diskussion Ausgangspunkt der entwickelten Systeml√∂sung bildet das nach einem Bewertungsmodus ausgew√§hlte Modell Innerst√§dtisches G√ľternahverkehrssystem unter Nutzung von City-Terminals in Form eines Entwicklungs- und Betriebskonzeptes. Dieses sieht vor, im wesentlichen nur noch gr√∂√üere Liefermengen in die Stadt zu f√ľhren. Kleinere Sendungsmengen werden √ľber ein Distributionssystem geliefert bzw. abgeholt, das in enger Verkn√ľpfung mit den Schnittstellen zum Fernverkehr steht. Dabei wurde aufgrund der regionalen Gegebenheiten f√ľr die Hansestadt Rostock empfohlen, den Stra√üeng√ľterfernverkehr in die Stadt durch ein leistungsf√§higes und flexibles innerst√§dtisches G√ľtertransportsystem zu ersetzen, welches besonders belastete Gebiete im Stadtraum bedient. Mit der Entwicklung eines Systems von kleinr√§umigen stadtnahen bzw. innerst√§dtischen G√ľterzentren, die ringf√∂rmig um die Innenstadt anzu-siedeln sind, besteht die M√∂glichkeit, G√ľterstr√∂me aus dem Fern- und Nahverkehr √ľber wenige Zug√§nge in die Stadt zu f√ľhren. Desweiteren sollte die Paarigkeit der G√ľterstr√∂me im innerst√§dtischen Verkehr erh√∂ht werden, um Leerfahrten einzuschr√§nken. Die Zug√§nglichkeit der einzelnen Stadtzonen f√ľr Nfz kann durch ein System von ineinandergreifenden Nutzervorteilen und Nutzungsbeschr√§nkungen reguliert und an spezifische Bedingungen, wie z.B. die Stadtvertr√§glichkeit der Nfz gekoppelt werden. Das Gesamtkonzept ist aus verschiedenen Gr√ľnden nicht komplett einf√ľhrbar, sondern √ľber verschiedene Phasen. Die auch als Einstiegsphase zu bezeichnende Phase 1 des Modellvorhabens legt den Grundstein f√ľr den langfristigen Erfolg des Projektes. Phase 1: Nachweis der technischen und betrieblichen Machbarkeit einer Warendistribution √ľber die empfohlenen City-Terminal-Standorte bei Ber√ľcksichtigung des G√ľteraufkommens in den definierten Einzugsbereichen. Alle am Warentransport Beteiligten sind bez√ľglich der Problematik eines G√ľterverkehrssystems zu sensibilisieren. In dieser Phase ist die finanzielle F√∂rderung unbedingt abzusichern. 1. Etappe: Gr√ľndung der City-Logistik-Gesellschaft, Bildung des Beirates, Validierung des Konzeptes, Investitionsbestimmung, Finanzierungskonzept 2. Etappe: Bildung der Betreibergesellschaft f√ľr Terminal und Fahrzeuge 3. Etappe: Umsetzung des Konzeptes f√ľr Marketing und Akquisition in abgestimmter Weise 4. Etappe: Er√∂ffnung Phase 2: Erh√§rtung des Wirtschaftlichkeitsnachweises und Sicherung einer weiteren Finanzierung. Neben der Distribution der G√ľter von Mitgliedern der City-Logistik-Gesellschaft sind zus√§tzliche logistische Dienst-leistungen in das Angebotsspektrum aufzunehmen. Phase 3: √úberf√ľhrung des Modellprojektes in die Marktwirtschaft auf Grundlage einer nachgewiesenen Wirtschaftlichkeit und des Nutzens f√ľr alle Beteiligten. Das Projekt City-Logistik-Rostock wird erst unter Ber√ľcksichtigung einer langfristigen Entwicklung seine Wirtschaftlichkeit nachweisen k√∂nnen. Erst nach Einbezug eines Prognosezeitraumes von 5 Jahren wird eine objektive Beurteilung m√∂glich sein. √Ėffentlichkeitsarbeit und Pr√§sentation Mit dem Beginn des Projektes City-Logistik f√ľr die Hansestadt Rostock im Juli 1994 erfolgten Abstimmungen, Problemanalysen, M√§ngelfeststellungen sowie Beratungen √ľber L√∂sungsans√§tze und Vorschl√§ge mit Interessenvertretern der Wirtschaft und Vertretern der entsprechenden √Ąmter der Stadtverwaltung. Desweiteren wurde in √∂ffentlichen Veranstaltungen √ľber das Projekt City-Logistik-Rostock berichtet. Alle Arbeitsschritte, von der Bestandsaufnahme bis zum Handlungskonzept wurden in Thesen, Tischvorlagen, Zwischenberichten und einem Abschlu√übericht den beteiligten Mitgliedern der Arbeitsgruppen und Gespr√§chsrunden zugestellt. Die Ergebnisse und Vorschl√§ge sind f√ľr die weitere Umsetzung und Realisierung von logistischen L√∂sungen in einem Umsetzungskonzept dargelegt und im Juni 1996 den betreffenden Spediteuren, Interessengruppen des Handels und der Stadtverwaltung √ľbergeben worden. W√§hrend der Projektbearbeitung gab es durch unsere √Ėffentlichkeitsarbeit zahlreiche Anfragen aus anderen St√§dten und Institutionen, die zu Kontaktgespr√§chen und Materialaustausch f√ľhrten. Damit konnte auch den Zielen des Modellvorhabens entsprochen werden. In der regelm√§√üig tagenden projektbegleitenden Arbeitsgruppe waren Vertreter √∂ffentlicher Belange und verschiedener Interessenverb√§nde anwesend, wie Senat der Hansestadt, IHK, Handwerkskammer, Spediteure, Projektgesellschaft GVZ, √ĖPNV-Unternehmen, Einzelhandels- und Unternehmerverband. Informationen zur City-Logistik-Rostock wurden auf Anforderungen Ingenieurb√ľros, Interessenverb√§nden, Unternehmen, Bildungseinrichtungen (z.B. Zentrum f√ľr Innovative Verkehrsl√∂sungen Berlin und Hamburg, Verkehrs- und LogistikConsult GmbH Halle, Uni Rostock, Arbeitsgemeinschaft PIW-Progress-Institut f√ľr Wirtschaftsf√∂rderung, B√úSTRO-B√ľro f√ľr Strukturforschung Rostock GmbH, BVL Bundesvereinigung Logistik e. V., DGfL Deutsche Gesellschaft Logistik e. V., Emch+Berger GmbH Bern, Hatzfeld-Junker Stadtforschung/Stadtplanung Dortmund, IVU Berlin, Preu√üag AG Hannover, Seehafen Rostock, Stadt Frankfurt-Oder, Stadt Halle, Stadt Leipzig, Stadt Mainz, Uni Stuttgart) √ľbergeben. Neben den Veranstaltungen zum Projekt City-Logistik-Rostock fand im April 1996 eine Podiumsdiskussion der Deutschen Gesellschaft f√ľr Logistik e. V., DGfL, zum Thema City-Logistik - Im Spannungsfeld von √Ėkologie und √Ėkonomie statt. Auf dieser wurde das Projekt City-Logistik-Rostock vorgestellt und die Aspekte der Notwendigkeit gerade in den neuen Bundesl√§ndern und die M√∂glichkeiten zur Gestaltung einer funktionierenden City-Logistik dargelegt. Fazit Der Hansestadt wurde ein ganzheitlicher, logistischer Handlungsrahmen mit Empfehlungen f√ľr ein ordnungspolitisches Instrumentarium zur umweltvertr√§glichen F√∂rderung des Wirtschaftsverkehrs √ľbergeben. Die Interessenverb√§nde des Wirtschaftsverkehrs und des Handels wurden mit der Umsetzung des Projekts City-Logistk-Rostock vertraut gemacht. Die Effekte zur Verbesserung der Lieferf√§higkeit bei Gewerbe und Einzelhandel und zur Kostensenkung im Liefer- und Versorgungsverkehr wurden nachgewiesen. Der Verband der Spediteure und die Stadtverwaltung wollen sukzessive die Umsetzung des erarbeiteten Konzepts durchf√ľhren.

√úbersicht

Telefon

0381/4567-501

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Bundesland

Mecklenburg-Vorpommern

Fördersumme

268.044,77 ‚ā¨

Förderzeitraum

16.05.1994 - 08.11.1996