Projekt 03307/01

Voruntersuchungen f√ľr die Pilotanlage zur Ascheverwertung nach dem DISPERSOPT-Verfahren

Projektträger

IVU Ingenieurgesellschaft Verfahrens- undUmwelttechnik f√ľr komplexe Recyclingl√∂sungen mbH
Zeitzer Str. 12
99091 ErfurtZielsetzung und Anlass des Vorhabens Die IVU GmbH hatte das so genannte Dispersopt-Verfahren zur komplexen Verwertung von Verbrennungsprodukten westelbischer Rohbraunkohle im kleintechnischen Bereich in erster Linie durch Empirie entwickelt. Das Verfahren wurde als √∂kologisch sinnvolle Verwertungsl√∂sung f√ľr kompliziert aufzubereitende Kraftwerksreststoffe angesehen. Das umweltfreundliche, abwasser- und emissionsfreie Ascheverwertungsverfahren sollte hochwertige Produkte liefern, die zum Abdichten von Tagebaurestl√∂chern, zur B√∂schungs- und Hangstabilisierung und - in Abh√§ngigkeit von stra√üenbaulichen Zulassungen - im Komplexrecycling mit gebrochenem Altbeton f√ľr Stra√üenbauma√ünahmen eingesetzt werden k√∂nnten. Zur erstmaligen Demonstration des Verfahrens sollte eine gro√ütechnische Pilotanlage zu Forschungs- und Produktionszwecken gebaut und in Betrieb genommen werden. Zur Umsetzung des Verfahrens schloss sich die Firma IVU 1992 mit der Mitteldeutschen Umwelt- und Entsorgungs GmbH MUEG unter Wahrung der betriebsspezifischen Eigenst√§ndigkeit beider Partner zur intensiven Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Verwertung von Kraftwerksreststoffen in einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) zusammen. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen der ersten Phase des Projektes sollten folgende Leistungen erbracht werden: - Technische Versuche mit simulierter Behandlungstrommel; zur Verarbeitung stehen differenzierte Verbrennungsprodukte der Profener Rohbraunkohle an; - Herstellung von Probek√∂rpern und Formst√ľcken unter Verwendung der vorbereiteten Asche; Grundlagenpr√ľfung auf Dichtigkeit und Best√§ndigkeit bei Unterwasserlagerung; - Festlegung spezifischer Parameter des Behandlungselementes auf der Grundlage der Versuchsergebnisse; - Konstruktion des Behandlungselementes mit Einlaufbauwerk und -mechanik sowie Auslaufbauwerk; - Konstruktion des spezifischen Anlagenkreislaufbehandlungselements, Br√ľdenabsaugung, Nassentstaubung, Wasserr√ľckf√ľhrung; - Konstruktion der Gesamtanlage unter Ber√ľcksichtigung der G√ľteparameter, des Maschinenaufstellungsplanes und des Erd- und Stahlbaus; - Wirtschaftlichkeitsgutachten; - Wissenschaftliche Begleitung durch das Erdbaulabor G√∂ttingen. Ergebnisse und Diskussion Die Pilotanlage wurde in der ersten Projektphase hinsichtlich der konstruktiven Auslegung von Anlagenkomponenten optimiert und in betriebswirtschaftlicher Hinsicht gepr√ľft und qualifiziert. F√ľr folgende Aufgabenkomplexe wurden L√∂sungen entwic kelt und wie beantragt planerisch bzw. konstruktiv umgesetzt: - Baugrundverbesserung f√ľr den Standort der Anlage, (aufgesch√ľttetes Gel√§nde), - Festlegung der Verfahrenswege und -varianten, Konstruktion der Anlage; - Bestimmung der chemisch-physikalischen Eigenschaften von verfestigten Aschedispergaten und Einsatzbedingungen auf der Grundlage relevanter Vorschriften und Richtlinien (Eignungsnachweise); - Gutachten des vereidigten Wirtschaftspr√ľfungs-B√ľros Schnelle & Partner, Bielefeld. Nach den Ausf√ľhrungen der IVU GmbH wurde die Homogenisierung verschiedener Materialien (Filteraschen- und Komplexdispergate) durch Dispersoptimierung im Rahmen der Voruntersuchungen gutachterlich (Erdbaulabor G√∂ttingen; Wisstrans Umwelt Th√ľringen GmbH) best√§tigt. Aus den verfahrenstypisch sich ergebenden M√∂glichkeiten, Kraftwerksaschen verschiedener Energieerzeugungsst√§tten multivalent so aufzubereiten, dass ein breit gef√§chertes Spektrum von Verwertungs-, Recycling- und Sanierungsvarianten erfasst werden kann, folgte die Auslegung der Pilotanlage. Die Bew√§ltigung des Aufgabenkomplexes sollte mit hochleistungsf√§higer innovativer Anlagentechnik erfolgen, die variable Betriebs- und Prozessf√ľhrungsvarianten erm√∂glicht. Dar√ľber hinaus wurden Fragen des Korrosionsschutzes, des Verschlei√ües, der Entstaubung, der Anlagensteuerung und der Weiterbehandlung von Fehlchargen im Rahmen der ersten Projektphase in der Theorie beantwortet. Die IVU gestaltete die Anlage mit einer Annahmekapazit√§t f√ľr BFA von 100 t pro Schicht konstruktiv und steuerungstechnisch so, dass sie flexibel auf verschiedene Aschetypen eingestellt werden konnte, den sicheren Winterbetrieb garantierte und als Produktionsanlage gleichberechtigt auch den gro√ütechnischen Versuchsbetrieb erm√∂glichte. Auf der Grundlage dieser gro√ütechnischen Versuche sollten k√ľnftig weitere spezifisch zugeschnittene Recyclinganlagen f√ľr andere Standorte konzipiert und realisiert werden k√∂nnen. √Ėffentlichkeitsarbeit und Pr√§sentation Die Ergebnisse der Voruntersuchungen der ersten Projektphase wurden gemeinsam mit Gutachtern diskutiert. Fazit Nach Ansicht der Gutachter waren aus wissenschaftlicher Sicht die grundlegenden Fragen nach den phasenmineralogischen bzw. physikochemischen Umwandlungsprozessen, die das Dispersopt-Verfahren ausmachen, offen geblieben. Die Gutachter best√§tigten insgesamt den innovativen Charakter des Verfahrens, empfahlen jedoch vor dem Bau einer gro√ütechnischen Pilotanlage dringend, die tats√§chlichen Umwandlungsprozesse bei der Behandlung der Aschen zu untersuchen, um gesicherte wissenschaftliche Aussagen zu den stofflichen Ver√§nderungen innerhalb des Dispersopt-Verfahrens machen zu k√∂nnen. Das im Vorfeld von der DBU als Gutachter einbezogene Institut f√ľr Gesteinsh√ľttenkunde der RWTH Aachen erarbeitete daraufhin einen Projektantrag, um gemeinsam mit der IVU GmbH die wissenschaftlichen Voruntersuchungen der Verfahrensgrundlagen durchzuf√ľhren. Damit sollte das Verfahren einerseits optimiert und andererseits insgesamt wissenschaftlich-technisch abgesichert werden. Der Projektantrag AZ 05871 Wissenschaftliche Voruntersuchung der Verfahrensgrundlagen f√ľr die Ascheverwertung nach dem Dispersopt-Verfahren der RWTH Aachen wurde der DBU im Juni 1994 vorgelegt.

√úbersicht

Telefon

0361/6432177u.

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Bundesland

Th√ľringen

Fördersumme

102.212,36 ‚ā¨

Förderzeitraum

05.08.1993 - 04.01.1995