Projekt 02952/01

Studie zum Recycling von Beton

Projekttr├Ąger

Heinrich Dieckmann GmbH & Co. KG
Postfach 17 20
49007 Osnabr├╝ck
Telefon: 0541/9070-0

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Ziel des Demonstrationsvorhabens war der erstmalige Einsatz von Beton aus aufbereitetem Altbeton im Hochbau am Beispiel des Neubaus der Gesch├Ąftsstelle der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabr├╝ck. Qualifizierte Aufbereitungsverfahren mit hoch entwickelten Aufbereitungstechniken, die g├╝tegesicherte Recycling-Baustoffe aus Sekund├Ąrstoffen erzeugten, standen bereits zur Verf├╝gung. Der Einsatz der Recycling-Bau-Stoffe lag bisher vorwiegend im Stra├čenbau und in einfacheren Bauteilen, wie L├Ąrmschutzw├Ąllen und Hinterf├╝llungen.
Im Rahmen des Projektes sollten daher die Materialeigenschaften von Recycling-Beton im Sinne der ├╝berpr├╝fbaren Qualit├Ątssicherung zur Anwendung f├╝r hochwertige Bauteile im Hochbau, auch f├╝r statisch belastete Geb├Ąudeteile, gew├Ąhrleistet werden.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie betontechnologischen Pr├╝fungen f├╝hrte die Firma Dieckmann gemeinsam mit dem Institut f├╝r Forschung, Entwicklung und Pr├╝fung IFEP GmbH, Osnabr├╝ck, sowie dem Institut f├╝r Industrialisierung des Bauens (IIB GmbH), Hannover, durch. F├╝r die Versuche wurde Altbeton aus Bordsteinen und Pflastersteinen in einer Recyclinganlage gebrochen und aufbereitet. Sie wurden anschlie├čend durch die Pr├╝ftechnik IFEP gepr├╝ft. Zus├Ątzlich f├╝hrte IFEP beim Institut f├╝r Bautechnik in Berlin und der Amtlichen Materialpr├╝fungsanstalt f├╝r das Bauwesen beim Institut f├╝r Baustoffkunde und Materialpr├╝fung der Universit├Ąt Hannover eine Kl├Ąrung der bauaufsichtlichen Zulassungsm├Âglichkeit von Recycling-Zuschlagstoffen aus Altbeton durch.


Ergebnisse und Diskussion

Zum Projekt liegen die baustofflichen Materialpr├╝fungs-Berichte f├╝r ┬éBeton mit Recycling-Betonsplitt und dem ┬éVergleichsbeton mit Quarzitsplitt nach 2, 7, 28, 103 und 362 Tagen (Januar 1995) der Amtlichen Materialpr├╝fungsanstalt f├╝r das Bauwesen beim Institut f├╝r Baustoffkunde und Materialpr├╝fung der Universit├Ąt Hannover vor. Die Druckfestigkeit stieg von 32 N/mm2 nach 2 Tagen auf 64 N/mm2 nach 362 Tagen beim Recycling-Beton (30 bis 66 N/mm2 beim Vergleichsbeton). Die Rohdichte betrug nach 2 Tagen 2290 kg/m3 und nach 362 Tagen 2260 kg/m3 (2360 bis 2330 kg/m3 beim Vergleichsbeton). Damit wurde f├╝r das Bauvorhaben ┬éNeubau der Gesch├Ąftsstelle der DBU mit Schreiben vom 22.02.1994 eine Zustimmung im Einzelfall gem. ┬ž 25 NbauO f├╝r die Verwendung von Recycling-Zuschlagstoffen f├╝r die Betonherstellung erteilt. Die Soll-Zusammensetzung des Recycling-Betons wurde sicherheitshalber als B 35 ausgelegt, wenngleich die Betonklasse als B 25 angesetzt wurde. Insgesamt wurden rund 120 m3 Recycling-Beton f├╝r den Neubau der Gesch├Ąftsstelle eingebaut. Damit konnten etwa 50 % der Ortbetonarbeiten unter bestimmten Voraussetzungen mit dem Recycling-Beton ausgef├╝hrt werden.


├ľffentlichkeitsarbeit und Pr├Ąsentation

Die im Projekt erzielten Ergebnisse wurden von den am Projekt beteiligten Institutionen in der Fachwelt ver├Âffentlicht. Im Rahmen des Neubaus, der Einweihung und des Bezuges der Gesch├Ąftsstelle f├╝hrte die DBU begleitend eine umfangreiche ├ľffentlichkeitsarbeit durch. Dabei wurde auch auf die erstmalige Zu-lassung und Verwendung von Recycling-Beton f├╝r statisch tragende Bauteile hingewiesen.


Fazit

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat beim Bau ihres Verwaltungsgeb├Ąudes erstmals in tragenden Hochbauteilen Recyclingbeton eingesetzt - eine Innovation im Hochbau - und damit die M├Âglichkeit ge-schaffen, den Ressourcenverbrauch an nat├╝rlichen Zuschlagstoffen zu reduzieren und gleichzeitig Abfallprobleme bei der Entsorgung von Altbeton zu mindern. F├╝r Recyclingbeton wird der Betonbruch abgerissener Bauwerke auf eine bestimmte Korngr├Â├če gebrochen, gesiebt und als Zuschlagstoff neuem Beton beigemischt. Der f├╝r den Neubau der Gesch├Ąftsstelle verwendete Recycling-Beton erreichte dabei sehr gute Druckfestigkeiten (der Beton wurde als B 35 im Konsistenzbereich KR konzipiert; statisch erforderlich war B 25). Grundlage f├╝r die erstmalige Zustimmung durch das Nieders├Ąchsische Sozialministerium als oberste Bauaufsichtsbeh├Ârde waren vorangegangene Untersuchungen im Institut f├╝r Forschung, Entwicklung und Pr├╝fung (Pr├╝ftechnik IFEP) in Osnabr├╝ck sowie im Institut f├╝r Baustoffkunde und Materialpr├╝fung der Universit├Ąt Hannover. Unter Federf├╝hrung der Deutschen Aussch├╝sse f├╝r Stahlbeton entstanden in den Folgejahren Deutsche Regelwerke zur Anwendung von Betonsplit. Wesentlich dabei war die Regelung der zur ├ťberwachung des Betonsplitts notwendigen Pr├╝fungen und Anforderungen, um sch├Ądliche Einfl├╝sse aus dem Altbeton auf das Bauwerk auszuschlie├čen.

├ťbersicht

F├Ârdersumme

46.169,66 ÔéČ

F├Ârderzeitraum

08.06.1993 - 11.09.2001

Bundesland

Niedersachsen

Schlagw├Ârter

Klimaschutz
Ressourcenschonung
Umweltforschung
Umweltkommunikation
Umwelttechnik