Projekt 02826/01

Umweltgerechtes kommunales Energieversorgungssystem für die Stadt Tanna – Holzhackschnitzelheizwerk

Projektdurchführung

Fernwärmeversorgung Tanna GmbH
Am Bahnhof
07922 Tanna

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Die Stadt Tanna will die Energieversorgung umweltfreundlich gestalten. Ein Fernwärmenetz mit einem Heizwerk auf der Basis von Holzhackschnitzeln und die Versorgung der Bürger mit Fernwärme wurde als alternative Energieversorgung aufgegriffen.
Das eigentliche, von der großen Mehrheit der Tannaer Bürger getragene Ziel des Fernwärmeprojektes war von Beginn an der vorrangige Einsatz von Holz als Energieträger für die Beheizung der Gebäude.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBereits 1991 versuchte die Stadt Tanna, Probleme der Energieversorgung durch einen Anschluss an das Erdgasnetz umweltfreundlicher zu lösen. Der entsprechende Anbieter stellte eine Versorgung der Stadt mit Erdgas jedoch erst Mitte der neunziger Jahre in Aussicht, bei eigener Finanzierung der Zubringerleitung über ca. 15 km.

Im Zuge der Brennstoffumstellung nach der Wende von Braunkohle auf andere umweltfreundliche Energieträger beschloss die Stadt Tanna (2.000 Einwohner) dann, nach umfassender Bürgerinformation und -zustimmung ein Fernwärmesystem auf Holzhackschnitzelbasis zu errichten. Auf diese Weise sollte u. a. das lokal vorhandene große Restholzaufkommen sinnvoll über ein Wärmeversorgungssystem für Raumheizung und Warmwasser in Tanna genutzt werden. Das Gesamtvorhaben beinhaltete zwei Bauab-schnitte. In einem nicht zu diesem Vorhaben gehörigen ersten Abschnitt sollte das Niedertemperatur-Fernwärmenetz errichtet werden, In einem zweiten Abschnitt (Förderprojekt der Umweltstiftung) sollte ein Holzhackschnitzelheizwerk zur Deckung des Wärmebedarfs erstellt werden. Die gesamte Investition zur Errichtung des auf Holzhackschnitzel basierenden Heizwerkes mit Ölkesseln für Reserve- und Spitzenlast und ca. 7 km. Leitungsnetz, Stichleitungen, Wärmemengenzähler und Hausübergabestationen mit Warmwasserbereitung sollte etwa 10 Mio. DM betragen.
Von einem Ingenieurbüro wurde zunächst eine Vorstudie mit Wirtschaftlichkeitsberechnung vorbereitet.


Ergebnisse und Diskussion

Das Fernwärmenetz wurde bereits Anfang 1994 mit einer mobilen Ölfeuerungsanlage teilweise in Betrieb genommen. Schon nach wenigen Monaten Betriebszeit zeigte sich, dass der Wärmeverbrauch wesent-lich zu hoch veranschlagt worden war. In Anbetracht der beträchtlichen Differenzen mit erheblichem Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage wurde mit dem Heizhausbau zunächst nicht begonnen, da die Holzfeuerungsanlage ansonsten überdimensioniert worden wäre. Aus den Erfahrungen der ersten zwei Betriebsjahre ist zur Deckung des Wärmebedarfs (350 angeschlossene Haushalte, öffentliche Gebäude, 13 Gewerbebetriebe) lediglich eine maximale Heizleistung von 3,5 MW erforderlich, die im Sommer auf 300 kW absenkbar sein muss. Daraufhin wurde das Konzept modifiziert und zwei Holzkessel mit je 1.500 kW Nennleistung installiert sowie ein Ölkessel mit 1.280 kW als Havarie- und Spitzenlastkessel. Die Betreiberin des Fernwärmesystems ist ein Eigenbetrieb der Stadt Tanna. Bis zur Inbetriebnahme der nach der 4.BImSchV genehmigte Holzfeuerungsanlage im Frühjahr 1997 wurde das Wärmenetz weiterhin über eine mobile Ölfeuerung versorgt. Als Biobrennstoff werden Hackschnitzel und Frässpäne aus der Umgebung eingesetzt.

Übersicht

Fördersumme

511.291,88 €

Förderzeitraum

14.03.1994 - 27.03.1998

Bundesland

Thüringen

Schlagwörter

Klimaschutz
Ressourcenschonung
Umweltforschung
Umwelttechnik