Projekt 02142/01

Optimierung der Eiweißversorgung von Welsen in Warmwasser-Kreislaufanlagen zur Verringerung der Stickstoffverluste

Projektträger

Georg-August-Universit√§t G√∂ttingenForschungs- und Studienzentrum f√ľrVeredelungswirtschaft Weser-EmsFachbereich Agrarwissenschaften
Driverstr. 22
49377 VechtaZielsetzung und Anlass des Vorhabens Futterprotein wird dann optimal f√ľr das Wachstum genutzt, wenn die Aminos√§urenzusammensetzung des Proteins auf den Bedarf der Fische abgestimmt ist. Als erstlimitierende Aminos√§uren sind L-Lysin und DL-Methionin bekannt und werden daher zur Aufwertung der Proteinqualit√§t dem Futter zugesetzt. Bei der Fischhaltung in einem Kreislaufsystem wird mit minimaler Zufuhr von Frischwasser gearbeitet sowie mit einer physikalisch-chemisch-biologischen Filtertechnik. Durch die Reduzierung des Stickstoffeintrages in das Kreislaufsystem wird die Wasserqualit√§t f√ľr die Fische erh√∂ht und gleichzeitig die Stickstofffracht im Abwasser vermindert. Ziel des Projektes war es, durch den Einsatz von L-Lysin und DL-Methionin die Proteinqualit√§t von Welsmastfutter zu erh√∂hen, dadurch die Proteinverwertung zu verbessern und insgesamt den Stickstoffeintrag in der Warmwasser-Kreislaufanlage zu vermindern. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Versuche wurden in einer Warmwasser-Kreislaufanlage mit 36 Becken zu je 125 l durchgef√ľhrt. Es wurde mit zwei Welsarten (Ictalurus punctatus und Clarias gariepinus) gearbeitet. Zu Versuchs-beginn wurden jeweils pro Becken 40 Fingerlinge (Lebendmasse ca. 20 g) eingesetzt. Im Projektteil 1 wurden sechs Futtervarianten (Proteingehalt/DL-Methionin-/L-Lysinzusatz %: 38/-/-; 24/-/-; 24/0,1/0,3; 24/0,2/0,3; 24/0,1/0,6; 24/0,2/0,6) an jeweils 3 Becken verf√ľttert. In Abschnitten von ca. 200 g Lebendmassezuwachs wurden bis zu 10 Fische aus dem Becken genommen und geschlachtet. Mittels Futterverzehr, Zuwachs sowie vergleichender Schlachttechnik wurde die Mast- und Schlachtleistung in verschiedenen Gewichtsbereichen bzw. Altersstufen erfa√üt. Nach der chemischen Analyse der Filet- sowie Ganzk√∂rperzusammensetzung wurde die Protein- sowie Phosphorverwertung errechnet. Aufgrund der Ergebnisse aus Projektteil 1 wurden im Projektteil 2 an Clarias gariepinus sechs Futterrationen mit einem Proteingehalt/DL-Methionin-/L-Lysinzusatz (%) von 45/-/-; 41/-/-; 35/-/-; 29/-/0,5; 23/0,1/0,5; 23 /-/- an jeweils 3 Becken verf√ľttert und an Ictalurus punctatus f√ľnf Rationen zu 32/-/-; 23/-/-; 23/0,1/-; 23/-/0,5; 23/0,1/0,5 an jeweils 4 Becken. Die Besatzdichte der Becken und die Datenerfassung erfolgte wie in Projektteil 1. Zus√§tzlich wurden an den Filets der ausgem√§steten Fische Parameter der Fleischbeschaffenheit (pH-Wert, Farbe, chemische Zusammensetzung) erfa√üt. Ergebnisse und Diskussion Im Projektteil 1 zeigten sich bereits enorme Unterschiede im Proteinanspruch zwischen den beiden Welsarten. Aufgrund dieser unterschiedlichen Zuwachsleistung konnten bei Clarias gariepinus 3 Schlachttermine (60., 108., und 149. Masttag) durchgef√ľhrt werden, bei Ictalurus punctatus zwei (110. und 181. Masttag). W√§hrend Clarias gariepinus mit der 38 %-Ration ein Endgewicht von rund 700 g erreichte, betrug das Endgewicht der Ictalurus punctatus bei gleichem Proteingehalt im Futter und einer um 32 Tage l√§ngeren Mastperiode erst etwas √ľber 600 g. Die Gruppen mit reduziertem Proteingehalt im Futter konnten bei beiden Arten trotz der Aminos√§urensupplementierung mit DL-Methionin und L-Lysin diese Leistung nicht erreichen. Allerdings deutete sich bei beiden Arten eine gewisse Nutzung der supplementierten Aminos√§uren durch tendenziell h√∂here Zunahmen an. Insgesamt wiesen die Futtergruppen mit reduziertem Proteingehalt trotz zugef√ľgten Aminos√§uren eine schlechtere Futterverwertung auf. Hinsichtlich der Proteinverwertung waren die Werte f√ľr Clarias gariepinus g√ľnstiger als f√ľr Ictalurus punctatus und im Vergleich der Futtervarianten die mit niedriger Proteinversorgung g√ľnstiger als mit hoher. Durch die Aminos√§urensupplementierung konnte eine tendenzielle Verbesserung der Proteinverwertung erreicht werden. Eine erhebliche Differenz zwischen den beiden Arten lie√ü sich im Fettgehalt des Ganzk√∂rpers sowie des Filets erkennen, der in der Futtergruppe mit hoher Proteinversorgung mit 2,6 % bei Clarias garie-pinus gegen√ľber 7,0 % bei den Ictalurus punctauts erheblich g√ľnstiger war. Mit der Proteinabsenkung im Futter ging eine deutliche Steigerung im Fettgehalt des Ganzk√∂rpers sowie des Filets einher. In Projektteil 2 lie√ü sich bei Clarias gariepinus eindeutig mit steigenden Proteingehalten im Futter von 23 % auf 45 % eine Verbesserung der Zuwachsleistung bei gleichzeitig verbesserter Futterverwertung aber verschlechteter Proteinverwertung sowie zunehmenden Fettgehalten im Ganzk√∂rper nachwei-sen. Die √úberpr√ľfung der Aminos√§urenzulage an DL-Methionin und/oder L-Lysin bei Ictalurus punctatus ergab wiederum kaum eine Verbesserung der Wachstumsleistung. Erneut lie√üen sich die besseren Werte der Proteinnutzung bei den niedrigeren Proteingehalten im Futter feststellen. In beiden Projektteilen lag die Phosphorverwertung in der Regel zwischen 45 % und 55 %, wobei die g√ľnstigeren Werte bei den Gruppen mit den besseren Zunahmen zu verzeichnen waren. Der Filetanteil f√ľr beide Arten sowie √ľber alle F√ľtterungsvarianten hinweg lag relativ konstant bei ca. 33 %. Ein Einflu√ü der Art auf die Filetfarbe lie√ü sich nicht nachweisen. Bei den pH-Werten ergaben sich jedoch sowohl hinsichtlich des pH45 Minuten wie auch des pH24 Stunden deutliche Differenzen zwischen den Arten, wobei die Ictalurus punctatus von Anfang an einen tieferen pH-Wert im Vergleich zu den Clarias gariepinus aufwiesen und in der Folge die pH-Wert-Senkung innerhalb des ersten Tages geringer ausfiel. √Ėffentlichkeitsarbeit und Pr√§sentation Ein Teil der Ergebnisse wird auf der Jahrestagung der Gesellschaft f√ľr Ern√§hrungsphysiologie am 04.-06. M√§rz 1997 in G√∂ttingen unter dem Beitrag Einflu√ü einer unterschiedlichen Proteinversorgung unter Einsatz von DL-Methionin- und L-Lysinerg√§nzunf auf die Proteinverwertung von zwei Welsarten (Clarias gariepinus und Ictalurus punctatus (B. Tober, Margit Wittmann und M. Kreuzer) vorgestellt. Weitere Ver√∂ffentlichungen sind geplant u.a. in der Zeitschrift Aquaculture sowie auf dem 43rd International Congress of Meat Science and Technology, 1997. Fazit Durch die Zufuhr der kristallinen Aminos√§uren L-Lysin (bis 0,6 %) und DL-Methionin (bis 0,2 %) konnte weder bei Clarias gariepinus noch bei Ictalurus punctatus eine Proteinabsenkung um 10 % bis 50 % hinsichtlich der Mastleistung ausgeglichen werden. Beide Fischarten zeigten mit abnehmenden Proteingehalt im Futter eine verschlechterte Futterverwertung bei gleichzeitiger Zunahme des Fettgehaltes im Ganzk√∂rper sowie im Filet. Allerdings verbesserte sich die Proteinverwertung mit abnehmenden Proteingehalten im Futter, soda√ü das Verh√§ltnis von aufgenommenen Protein durch das Futter (g) zu produziertem Protein im Fischfleisch (g) sich von 8,4 : 1 (bei Proteingehalt im Futter 45 %) auf 6,7 : 1 (Proteingehalt im Futter 23 %) verbesserte. Bezogen auf die Phosphorbilanz ergab sich jedoch mit Absenkung des Proteingehaltes im Futter eine Verschlechterung. Hieraus ergibt sich, da√ü eine Fischfleischproduktion mit dem Ziel einer Minimierung der Stickstoffausscheidung die Gehalte des Phosphors und sicherlich wetierer N√§hrstoffe dem reduzierten Proteingehalt im Futter angleichen mu√ü.

√úbersicht

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Bundesland

Niedersachsen

Fördersumme

100.034,26 ‚ā¨

Förderzeitraum

15.10.1993 - 31.12.1995