Projekt 02064/03

Weiterbau und -entwicklung eines Abwassermesssystems zur flÀchendeckenden Ermittlung illegaler Einleitungen in das Kanalnetz

ProjekttrÀger

Stadt KrefeldUmweltamt
Steckendorfer Str. 17/19
47799 KrefeldZielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen des Gesamtprojektes sollte ein flĂ€chendeckendes Abwassermeßsystem zur Ermittlung von illegalen Einleitungen in das Kanalnetz der Stadt Krefeld entwickelt, installiert und in der Praxis erprobt werden. Das Abwassermeßsystems sollte, unterstĂŒtzt durch flexibel einsetzbare Messtrupps, eine VergleichmĂ€ĂŸigung und Reduzierung der Schadstoffbelastung fĂŒr die KlĂ€ranlage gewĂ€hrleisten und eine Art FrĂŒhwarnsystem bedeuten. Bei Überschreitung der Grenzwerte sollten Kanalnetz- und KlĂ€ranlagenbetreiber technische Vorkehrungen zum Schutz ihrer Anlagen treffen können. Die kontinuierliche Probenahme mit anschließender Analyse sollte Aufschluss ĂŒber die Ganglinie von wassergefĂ€hrdenden Stoffen (z. B. Schwermetalle) geben. Durch das Messschachtsystem sollte erstmals die Möglichkeit gegeben sein, eine umfassende Darstellung der Inhaltsstoffe des jeweiligen Abwassersammlers zu erhalten. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt wurde in zwei Phasen durchgefĂŒhrt. Auf Basis der Ergebnisse und Erfahrungen mit einem ersten Labor-Messcontainer als Prototypen, der 1993 im Projekt AZ 02064/01 - 02 auf dem Hauptstrang des nördlichen Krefelder Stadtgebietes, dem ‚Nordsammler, aufgestellt worden war, beinhaltete die zweite Phase /03 die Entwicklung und AusfĂŒhrung eines Konzeptes fĂŒr die ĂŒbrigen sechs Messstationen des Messnetzes Verbindungskanal Uerdingen, Sammler Bruchhöfe, Mittelsammler, SĂŒdsammler, Hafensammler und Linner Sammler. Die Planungsleistungen umfassten folgende Aspekte: Durchflussmengenmessung, Hauptproblemstoffe, Detektion der Hauptproblemstoffe, Probenahmeeinrichtung, Fördereinrichtung, Probenehmer. Die technische AusfĂŒhrung betraf: allgemeine technische Ausstattungsmerkmale der Abwasserdatenerfassungsanlagen (ADAs), Hardware, Software. Zur Beantwortung wissenschaftlicher Fragen vergab das Umweltamt Krefeld Begleituntersuchungen und Beratungsleistungen an die Fachhochschule Niederrhein, Herrn Professor Herbertz (Nasschemie im Hinblick auf die Aufnahme des IST-Zustandes, der Erarbeitung von Verfahrensverbesserungen und ÜberprĂŒfung der Aussagekraft der Analytik in Bezug auf mögliche Störungen), der UniversitĂ€t Hannover, Herrn Professor Sieker (Definition der Hauptproblemstoffe und Entwicklung bzw. Anwendung eines Simulationsmodells zur AbschĂ€tzung des Vorsorgebedarfes der KlĂ€ranlage), und der Fachhochschule OsnabrĂŒck, Herrn Professor Weil (Durchflussmesssystem und störungsfreier Transport des Rohabwassers). Ergebnisse und Diskussion Das Abwassermesssystem zur Ermittlung der illegalen Einleitungen in das Kanalnetz umfasst 5 Messcontainer mit 7 Messpunkten an jedem der Abwassersammler jeweils kurz vor deren Zufluss in den Hauptsammler, der die AbwĂ€sser der KlĂ€ranlage zufĂŒhrt. Das Messnetz wurde in die Lage versetzt, die der KlĂ€ranlage zugeleiteten AbwĂ€sser anhand der ‚Trivialparameter zu ĂŒberwachen. Kontinuierlich gemessen und automatisch aufgezeichnet werden die Leitparameter pH-Wert, LeitfĂ€higkeit und Temperatur im Rohabwasser sowie FĂŒllstand, mittlere Fließgeschwindigkeit und Durchfluss. Die Messdaten werden mittels Modem an die zentrale Steuerung im Umweltamt ĂŒbermittelt, Ereignisdaten werden automatisch an die KlĂ€ranlage und das Tiefbauamt weitergeleitet. Das Umweltamt konnte bisher bestimmte Erfahrungen aus dem Betrieb des Systems fĂŒr sich ableiten. Die Einsatz- und Nutzungsmöglichkeiten des Systems sind seit der Inbetriebnahme in die Einsatzroutine des Umweltamtes integriert worden. Es hat sich herausgestellt, dass teilweise nur anhand der Ganglinien der Online-Messungen der einzelnen Sammler verschiedene Indirekteinleiter erkennbar sind. Diese werden im Falle von UnregelmĂ€ĂŸigkeiten dann gezielt beprobt und vom Umweltamt um Stellungnahme gebeten. Die Abhandlung der UnregelmĂ€ssĂ­gkeiten hat vielfach dazu gefĂŒhrt, dass Einsatzprodukte gegen neutralere ausgetauscht, Kreislaufanlagen geplant und die Anlagensicherheiten erhöht wurden. Das Umweltamt vertritt die Ansicht, dass bei dem grĂ¶ĂŸten Teil der Indirekteinleiter die kontinuierliche Überwachung bekannt ist. Dies sei erkennbar an der Vielzahl der BeratungswĂŒnsche der Industrie durch die Behörde. Nach eigener EinschĂ€tzung des Umweltamtes habe sich das Meßsystem, abgesehen von KapazitĂ€tsgrenzen bei der Verarbeitungssoftware, ReparaturanfĂ€lligkeiten der Schlauchpumpen, Probleme bei den elektronischen Bauteilen sowie bei der geforderten Ansteuerung der Probenehmer ĂŒber die SPS-Steuerung, nach Anlaufschwierigkeiten bewĂ€hrt und die Erwartungen erfĂŒllt. Nach den Vorstellungen des Umweltamtes sollte das Meßsystem noch um weitere Parameter (z. B. TOC; Schwefelwasserstoffmessung; UV) erweitert werden. Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation Kontaktadresse: Umweltamt der Stadt Krefeld, Amt 36, Steckendorfer Straße 19, 47727 Krefeld, Ansprechpartner: Herr Jurich, Herr Döpcke, Tel. 02151/86-2407, Fax 86-2430. Neben den Hochschulen waren folgende Unternehmen tĂ€tig: Firma ELBAGU Mess- und Regelungstechnik GmbH, OsnabrĂŒck, als Generalunternehmer; als wesentliche Subunternehmer: Turbo-Werk Messtechnik GmbH, Köln (Mengenmessung); IngenieurbĂŒro Meier GmbH, Elsdorf (Einrichtung der Mengenmessung); Goosens Engineering, Lingen (Hardware, Messtopf und Messtechnik); U. Maltzahn (Software); Platal Mobilbau, OsnabrĂŒck (Container); Kickartz & Söhne, Krefeld (Tiefbau); StĂ€dtische Werke Krefeld AG (Strom und Wasser); Elektro KleinhĂŒtten, Krefeld (Strominstallation); Bloser/ Schneiders, Krefeld (Frischwasserinstallation); Deutsche Telekom, Krefeld (Fernsprechanlage). Fazit Der Bericht verdeutlicht, was jedem Interessierten an Messungen im Abwasser (Mischwasser) klar sein muss: es handelt sich um ein Ă€ußerst schwieriges und fehleranfĂ€lliges Gebiet. Insofern sind die im Bericht enthaltenen AufzĂ€hlungen von nicht erfĂŒllten Zielstellungen und technischen MĂ€ngeln bei der DurchfĂŒhrung des Projektes keine Überraschung. Auf der anderen Seite hat das Projekt mit der Einrichtung des Messnetzes und den nun laufenden Messungen wesentlicher Grundparameter ein wichtiges Ziel des Projektantrages erreicht. Die bisher gesammelten (auch negativen) Erfahrungen und Erkenntnisse sind nicht nur fĂŒr die Stadt Krefeld, sondern auch fĂŒr andere Interessenten, die Ă€hnliche Absichten der messtechnischen Überwachung von Kanalnetzen verfolgen, von Bedeutung, so dass empfohlen wird, vor einem eventuell beabsichtigten Einstieg in eine weitere Phase einen Workshop zu diesem Thema auszurichten.

Übersicht

Telefon

02151/8624-00

Telefon

02151/8624-00

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Fördersumme

372.314,57 €

Förderzeitraum

29.04.1994 - 20.06.2001