Projekt 02033/01

Förderschwerpunkt Bioabfallverwertung: Technische Eignungsbewertung der Eigenkompostierung

ProjekttrÀger

ITU - Ingenieurgemeinschaft TechnischerUmweltschutz GmbH
Ansbacher Str. 5
10787 BerlinZielsetzung und Anlass des Vorhabens Untersuchung möglicher Formen der Eigenkompostierung in Kombination von Bauformparametern (vertikal, konisch, Isolierung und Bodenrost) und Betriebstechniken (Homogenisierung, RĂŒckhomogenisierung und Fertigkompostbeimischung) gegenĂŒber den meistverwendeten Lattenkompostern. Ziel des Projektes war es zum einen, ĂŒber die bau- und betriebstechnischen Änderungen eine Optimierung des Rotteverlaufes zu erreichen, zum anderen wurden die umweltrelevanten Auswirkungen der Rotte analysiert. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Untersuchungen des Rotteprozesses wurden in den Bauform- und Betriebstechnikkompostern in drei Versuchsserien ĂŒber jeweils 6 Monate durchgefĂŒhrt. Die Beschickungen erfolgten einmal wöchentlich ĂŒber einen Zeitraum von 12 Wochen. Drei Monate nach der ersten Beschickung wurden die Komposter umgesetzt und die Vorrotte beendet. Die Nachrotte endete nach weiteren 3 Monaten mit der Auflösung der Komposter. Von den Inputmaterialien, dem Frischkompost nach dreimonatiger Rotte sowie dem Fertigkompost nach sechsmonatiger Rotte wurden Proben entnommen und analysiert. WĂ€hrend der gesamten Rottedauer wurden begleitend Temperatur- und Setzungsmessungen durchgefĂŒhrt. Als weitere Untersuchungen an den Bauform- und Betriebstechnikkompostern wurden in Hinblick auf umweltrelevante Auswirkungen Sickerwasseranalysen, Untersuchungen human- und phytopathogener Keime sowie Geruchs- und Gasmessungen vorgenommen. ZusĂ€tzlich hierzu wurden an offenen Lattenkompostern Abdeckungen zur Minimierung des Sickerwasserabfalls installiert sowie an anderen Lattenkompostern zur Verminderung des Stoffeintrages Unterschichtungen mit Adsorbienten eingerichtet und in ihrer Wirksamkeit ĂŒberprĂŒft. Unter langjĂ€hrig betriebenen KompostplĂ€tzen wurden zur Feststellung der Schwermetall- und NĂ€hrstoffgehalte Bodenproben gezogen und analysiert. Ergebnisse und Diskussion Aufgrund der Ă€ußeren EinflĂŒsse und der großen Schwankungsbreite der Untersuchungsergebnisse konnten sowohl bei den Bauformparametern als auch bei den BetriebstechnikansĂ€tzen keine durchgehenden signifikanten Unterschiede hinsichtlich einer Rottebeschleunigung festgestellt werden. Allerdings liefern die Untersuchungsergebnisse der einzelnen rottebeeinflussenden Faktoren Hinweise auf die positive Wirkung verschiedener Bauform- und BetriebstechnikansĂ€tze. Die WitterungsabhĂ€ngigkeit der Rotte zeigte sich besonders in den Serien wĂ€hrend der kalten Witterungsperioden. Hier ist die Isolierung den nichtisolierten Kompostern in Bezug auf die Temperaturentwicklung und der damit verbundenen Rottebeschleunigung ĂŒberlegen, wĂ€hrend eine höhere Außentemperatur diese Unterschiede mindert oder vollstĂ€ndig ausgleicht. Die Außentemperatur hat auf die Temperaturentwicklung der offenen Lattenkomposter den grĂ¶ĂŸten Einfluß. Der Volumenverlust des Rottegutes erreicht ĂŒber die gesamte Rottedauer bei allen Kompostern ein Ă€hnliches Niveau. Die Lattenkomposter zeigen aufgrund der grĂ¶ĂŸeren GrundflĂ€che und der daraus resultierenden geringeren Auflast die niedrigsten Setzungswerte in der Bauformreihe, wĂ€hrend die konische Bauform aufgrund der kleineren GrundflĂ€che und der Höheren Auflast gĂŒnstigere Setzungswerte liefert. Der Bodenrost wirkt sich ebenso wie die RĂŒckhomogenisierung des Inputmaterials mit der obersten Schicht des Rottegutes zusĂ€tzlich positiv auf die Setzung aus. FĂŒr den Feuchtmassenabbau zeigen die Parameter konisch, Bodenrost und RĂŒckhomogenisierung wiederum positive Wirkung, wĂ€hrend wie bei der Setzung die Lattenkomposter und der Ansatz mit Fertigkompostbeimischungen die niedrigsten Werte erreichen. Die Ergebnisse zum Abbau der organischen Trockensubstanz liefern keine eindeutige Tendenz, die eine Aussage ĂŒber eine positive Wirkung fĂŒr einen der untersuchten Parameter zulassen. Auch in den Ergebnissen der Rottegraduntersuchungen zeigten sich die Komposter mit Isolierung den ĂŒbrigen Bauformen wĂ€hrend der kalten Perioden ĂŒberlegen. In den warmen Perioden nĂ€hern sich die erreichten Rottegrade der Komposter an. Die exemplarischen Untersuchungen an den Fertigkompostproben der ersten Serie zeigten, daß das Rottegut im konischen Komposter, der hier Rottegrad V erreichte, im Vergleich zum Lattenkomposter zwar wesentlich weiter verrottet war, allerdings war der Rotteprozess auch hier noch nicht vollstĂ€ndig abgeschlossen. In den durchgefĂŒhrten Biotests zur ÜberprĂŒfung der PflanzenvertrĂ€glichkeit zeigten sich sehr hohe Schwankungen in den Kresse- und ErbsenertrĂ€gen, die zum Teil in den hohen Salzgehalten der untersuchten Kompostproben und zum anderen in der mangelnden phytopathogenen Entseuchung des Kompostes begrĂŒndet sind. Die Untersuchung der umweltrelevanten Auswirkungen lieferten die folgenden Ergebnisse. Die Schwermetalluntersuchungen zeigen, daß die untersuchten Kompostproben die von der BundesgĂŒtegemeinschaft Kompost angesetzten Grenzwerte mit Ausnahme einiger Ausreißer nicht ĂŒberschreiten. Die NĂ€hrstoffgehalte liegen im Mittel in den im LAGA Merkblatt M 10 angegebenen Wertebereichen. Die Ausbringungsmenge des Kompostes ist stark von den NĂ€rstoffbedĂŒrfnissen der zu dĂŒngenden Pflanzen abhĂ€ngig. Die Temperaturentwicklung in den untersuchten Kompostern reicht nicht allein zur humanpathogenen Entseuchung aus. Salmonellen konnten im Rohmaterial und im Kompost nicht nachgewiesen werden, allerdings wurden auch keine Inputchargen kĂŒnstlich kontaminiert, um daran einen eventuellen antagonistischen Entseuchungseffekt nachzuweisen. FĂŒr die orale Aufnahme als Infektionsweg und unter Ausschluß von mit FĂ€kalien verunreinigten Inputmaterialien sowie ungekochten Fleischresten ist eine GefĂ€hrdung weitgehend auszuschließen. In einem Sonderversuch zur Minimierung des Sickerwasseranfalls wurden bei offenen Lattenkompostern verschiedene Abdeckungsarten, wie Pappe oder Plastikplane angewendet. Zur AbschĂ€tzung der UntergrundgefĂ€hrdung durch Sickerwasser wurden an langjĂ€hrig betriebenen KompostplĂ€tzen Bodenproben genommen und analysiert. Eine maßgebliche GefĂ€hrdung des Grundwassers ist weitgehend auszuschließen. Fazit Die in dem Projekt erzielten Ergebnisse zeigen, daß die Optimierung der Rotte durch bau- und betriebstechnische Maßnahmen in Bezug auf verschiedene rottebeeinflußende Faktoren möglich ist. Umweltrelevanten Auswirkungen der Kompoststellen - insbesondere bzgl. der Sickerwasseremission - sind eindeutig nachweisbar, können jedoch durch betriebs- und bautechnische Maßnahmen gemindert werden. Im Kontext der boden- und grundwasserrelevanten Emissionen der weit grĂ¶ĂŸeren KulturflĂ€chen in HausgĂ€rten ist die Emission der Kompoststelle selbst allerdings von nachgeordneter Bedeutung.

Übersicht

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Bundesland

Berlin

Fördersumme

246.973,41 €

Förderzeitraum

15.03.1993 - 04.04.1996